Jährliche StuPa-Wahl Kontroverse - Vorwurf gegen "Klausurenfreie Fasenacht" und "Anarchistische Liste"

26.02.2026
Campus-Gruppen, Campus-News...
Tamara Jonientz

Die 76. StuPa-Wahl fand im Januar statt. Ähnlich wie im vergangenen Jahr flammen die Kontroversen um "Stellvertreterlisten" auf, die eigentlich für andere Listen antreten, das aber nicht öffentlich machen. Worum es genau geht, erfahrt ihr hier.

Zwei eindeutige Sieger der Wahl

Eindeutiger Gewinner der Wahl sind also Campus Grün als auch die Linke Liste/SDS. Beide Gruppen zusammen bilden bereits 50 % der Stimmanteile. Somit erhalten sie eine Mehrheit im Studierendenparlament.

Das gesamte Wahlergebnis findet ihr übersichtlich aufbereitet in unserem Artikel zur StuPa-Wahl.

Kontroversen um „Quatsch-Namen-Listen“ flammt erneut auf 

Campus Mainz berichtete bereits im letzten Jahr über die Kontroverse um die neu aufgestellte Freibier-Liste: die Hochschulgruppe Campus Grün hatte der Freibier-Liste eine Nähe zum RCDS (Ring Christlich-Demokratischer Studenten) vorgeworfen.
Auch bei der aktuellen Wahl traten wieder einige Gruppen mit auffallenden Namen an. Damit flammt die gleiche Debatte erneut fast deckungsgleich zum letzten Jahr auf: Campus Grün wirft der Liste Klausurenfreie Fasenacht Nähe zum RCDS vor. So äußert Campus Grün in einem Instagrampost die Vermutung, dass die Liste mit ihren Stimmen RCDS-nahe Inhalte im Studierendenparlament zu fördern, ohne inhaltlich klar unter diesen Vorhaben aufzutreten. Campus Grün spricht sich gegen dieses Vorgehen aus und bezeichnet es als "undemokratisch".

Anarchistischer Liste wird ebenfalls Irreführung vorgeworfen

Campus Grün wirft auch der Anarchistischen Liste eine Irreführung vor: Die Gruppe schreibt auf Instagram, dass der Kandidat dieser Liste in der Vergangenheit bereits für die Liberale Hochschulgruppe (LGH) angetreten sei. Auch soll er der Jungen Union nahestehen, die inhaltlich dem RCDS nahekommt. Campus Grün wirft damit der Liste die Strategie der einer „Zweitliste“ vor. Damit ist gemeint, dass etablierte Hochschulgruppen darauf abzielen, ihre Themen im Studierendenparlament zu stärken. Hierfür werden neue Gruppen gebildet, die sich augenscheinlich von der ursprünglichen Gruppe unterscheiden und darauf abzielen, weitere Stimmen zu bekommen. Dafür werden Namen gewählt, die der "echten" Liste nicht nahestehen oder lustig sind. Oft geht es darum, die Stimmen derjenige zu erlangen, welche die ursprüngliche Gruppe eher meiden und nicht für sie stimmen würden.

Stellungnahmen bleiben aus – nur Kandidat der Anarchistischen Liste äußert sich

Die Redaktion Campus Mainz hat die jeweiligen Kandiaten der verschiedenen Listenplätze per Mail am 11. Februar 2026 angefragt und um eine Stellungnahme zu den Vorwürfen gebeten. Die Antworten des RCDS, des LGH, als auch der Klausurenfreie Fasenacht bleiben bis heute aus. Lediglich der Kanditat der Anarchistischen Liste hat Stellung bezogen. Als Antwort auf die Vorwürfe spricht sich dieser, für ein "weites Demokratieverständnis" aus. Auch betont er die Möglichkeit der "Meinungspluralität". Zudem sei es, dem Kandidaten zu Folge, nichts unwahrscheinliches, sein Verständnis der Hochschulpolitik, hin zu einem anarchistischen Verständnis zu wandeln. Der Kandiat betont, dass jede vertretene Position der Anarchistischen Liste, auch tatsächlich so vertreten werden würde. 

Was bleibt von der Wahl?

Das neue Studierendenparlament steht – trotz niedriger Wahlbeteiligung, die jedoch jedes Jahr gering ist. In diesem Jahr ist die Wahlbeteiligung allerdings mit knapp  10 % vergleichsweise hoch. Möglicherweise erhöht die Online-Wahl, die es in diesem Jahr gab, die Wahlbeteiligung. Auch dieses Jahr entfachten wieder einige Kontroversen rund um die Stupa-Wahl. Es lassen sich durchaus Verbindungen von bestimmten Kandiaten zu anderen Hochschulgruppen nachverfolgen: Einige traten in den letzten StuPa-Wahlen bereits für andere Listen an oder standen mehrfach auf verschiedenen Listen, die der "Zweitliste" beschuldigt wurden (unter anderem die Listen Sustainable JGU und Freibierliste). Ohne konkrete Stellungnhame aller Beschuldigten, ist es jedoch schwer, ein fundiertes Bild der Gesamtsituation zu entwickeln. Konsequenzen für die betroffenen Kandidaten für das Vorgehen gibt es keine.