Eine weitere Vorlesungsreihe von „Voices for climate“ neigt sich langsam dem Ende zu. Nach bisher zwölf Vorlesungen von (Gast-)dozierenden unterschiedlichster Fachbereiche und kreativen Impulsen. Die Köpfe der Zuhörenden sind nun gefüllt mit Klimaproblemen, -lösungen und Fakten. Wir haben uns bei Zuhörenden umgehört, die mehr über ihre Eindrücke berichten.
„Ich finde es total cool, dass so viele verschiedene Fachbereiche abgedeckt werden und man sieht, wie Klimaschutz mit allen möglichen Fachdisziplinen zusammenhängt und jeder seinen Beitrag leisten kann“, findet Hannah (22 Jahre), die aktuell das Zukunftszertifikat belegt. Sie selbst studiere Französisch und Deutsch auf Lehramt und interessiere sich für das Thema Umweltschutz. „Ich finde es super, dass das Zertifikat jeder machen kann!“
Die Inhalte der Vorlesungen bleiben nicht im universitären Umfeld, sondern schaffen es darüber hinaus. Denn: neben Studierenden besuchen auch viele Nicht-Studierende die Vorlesung. Michael Schlechtriemen (71) und Agnes Schlechtriemen (65) besuchen seit drei Jahren jedes Wintersemester die Vorlesung. Agnes Schlechtriemen: „Wir sind hier, weil wir klimainteressiert und frustriert über die politischen Rahmenbedingungen sind.“
„Das ins Handeln kommen ist einer der Punkte, der gut tut. Und man bekommt hier sehr viele wichtige Informationen, die anregen und Argumentationshilfen für Gespräche über das Thema geben“, sagt Agnes Schlechtriemen. Michael Schlechtriemen berichtet, dass er als junger Mensch „die Grenzen des Wachstums“ gelesen habe und sich seitdem mit dem Thema beschäftigt. „Ich finde es gut, dass es interdisziplinär ist. Und die Aktualität der Forschung“. „Es macht die Dimension der Thematik nochmal klarer“, sagt Agnes Schlechtriemen.
Helen ist dieses Semester zum ersten Mal dabei. Seit Jahren setze sie sich für Umwelt- und Klimaschutz ein. Die Vorlesung ist „nicht nur informativ, sondern hat auch einen Mehrwert für gewisse zukünftige Entscheidungen und auch innerhalb meiner eigenen Arbeit gebe ich das weiter.“
Die Auftaktvorlesung der jüngsten Vorlesungsreihe hielten Lea Dohm (Psychologin) und Eckart von Hirschhausen (Arzt und Moderator) vor einer großen Zuhörerschaft. Im Zuge der Vorlesung wurde den beiden auch der diesjährige Gutenberg-Zukunfts-Award verliehen.
Darauf folgten Vorlesungen aus einer biologischen, einer wirtschaftswissenschaftlichen, einer theologischen, und einer journalistischen Perspektive und viele mehr. Dabei ging es um Biokunststoffe, Luftverschmutzung, individuelles Verhalten und Mobilität.
Am 26. Januar waren die beiden Journalistinnen Annika Joeres und Susanne Götze zu Gast. In den 90 Minuten zeigten sie Zusammenhänge auf zwischen Gas, Öl, politischen Interessen, Machtinteressen und daraus resultierenden Abhängigkeiten. Auch der „globale Rollback in der Klimapolitik, der durch den Rechtsruck in vielen Gesellschaften befeuert wird“ (Joeres) kam zur Sprache.
Für ihr Buch „Die Klimaschmutzlobby“ (2020 erschienen) hatten sie viel recherchiert. Sie berichteten, dass das damals Recherchierte heute noch relevanter sei. „Es ging vorwiegend nur um den Klimaschutz. Mittlerweile ist die Energiewende auch ein Sicherheitsthema“, sagte Götze, „Es geht um die Sicherheit von uns allen und dementsprechend auch um die Demokratie.“ Und gleichzeitig gebe es die Auswege. Und teilweise würden sie auch schon umgesetzt. Sie müssten nur stringenter verfolgt werden. Als Beispiel für eine gelungene dezentrale Energieversorgung nennen sie die Energiekommune Großbardorf. Mittlerweile gäbe es 200 Energiekommunen in Deutschland.
Nach der letzten Vorlesung am 9. Februar zum Thema CO2-Neutralität wird die nächste Vorlesungsreihe erst im nächsten Wintersemester starten. Doch auch in der Zwischenzeit bietet das Zukunftsmodul einige Angebote an. Im Sommersemester kann man am Climate Lab, den Credits for Climate Action und dem Wald-Zukunfts-Coaching teilnehmen. „Die Anmeldephase hat jetzt begonnen“, verweist darauf die Moderatorin der Vorlesung vom 26. Januar. Für Vorlesungsinteressierte gibt es die Aufnahmen dieser und der letzten Vorlesungen auch zu schauen. Damit kann man auch die nächste vorlesungsfreie Zeit füllen.