Voices for climate – eine interdisziplinäre Vorlesung über die Klimakrise

23.10.2025
Campus-News, Studium...
Johanna Schönberner

Die Vorlesungsreihe „Voices for climate“ beschäftigt sich in lösungsorientierter Form mit Klimafragen. Am 27.10. findet die Auftaktvorlesung mit Eckhart von Hirschhausen und Lea Dohm statt

Unterschiedliche Perspektiven auf den Klimawandel und verschiedene Lösungsansätze? Darum geht es in der Vorlesungsreihe „Voices for climate“, die im Wintersemester jeden Montag von 18:15–19:45 Uhr stattfindet. Die Auftaktvorlesung findet am 27.10. um 19 Uhr im RW1 statt. Was Zuhörende in diesem Jahr erwartet und wie Timo Graffe (Mitinitiator der Vorlesungsreihe und mittlerweile Koordinator von Zukunft@JGU und Sustainable University) die Notwendigkeit einschätzt, zu handeln, lest ihr in diesem Interview.

Wie die Auftaktvorlesung im letzten Jahr war und wie die Vorlesungsreihe entstand, erfahrt ihr in diesem Artikel. Informationen zur Anmeldung und zum gesamten Zukunftsmodul findet ihr hier.  

 

Gibt es Änderungen zum Vorjahr bei der Vorlesung?

Wir haben wieder viele neue, spannende Perspektiven mit dabei durch unterschiedliche Referierende. Neben Eckart von Hirschhausen und Lea Dohm sind auch andere externe Referierende dabei, zum Beispiel Ingwar Perowanowitsch, Annika Joeres und Dr. Susanne Götze.

 

Auf was können sich Zuhörende dieses Jahr freuen?

Zum Beispiel auf die kreativen Impulse, bei denen wir verschiedenen Personen Fragen zum jeweiligen Thema einer Vorlesung gestellt haben, zum Beispiel Klimaaktivistin Luisa Neubauer, einer Professorin an der Uni, Kindern und alten Leuten. Die Antworten werden am Anfang als Mini-Hörspiel präsentiert.

 

Worauf freust du dich am meisten?

Das ist eine schwierige Frage, weil ich die ganzen Vorgespräche mit den Referierenden geführt habe und finde, dass wieder viele coole Vorträge dabei sind. Ich freue mich auch, dass wir diese kreativen Impulse mit dabei haben, auf den Austausch, auf die Fragerunde. Also für mich gibt es da viele Highlights.

 

Dieses Jahr sind Eckart von Hirschhausen und Lea Dohm in der Auftaktvorlesung zu Gast. Wie kam es dazu und warum genau sie?

Die Auftaktvorlesung ist mit einer Besonderheit verbunden. Wir verleihen wir zum zweiten Mal den Gutenberg-Zukunfts-Award. Der Preis wird an Personen vergeben, die sich in der Wissenschaftskommunikation, Klimakommunikation und Bildung stark machen. Das machen die beiden. Und thematisch haben sie auch gut zusammengepasst, weil das Thema Gesundheit, psychische wie auch physische Gesundheit und Klimakrise bei dieser Vorlesung im Mittelpunkt stehen.

(Anmerkung der Redaktion: Personen der JGU haben die Möglichkeit, Vorschläge zu machen, wer den Preis erhalten sollte. Diese werden dann in einem Komitee besprochen)

 

Worum geht es in den Veranstaltungen des Zukunftsmoduls?

In der Vorlesungsreihe geht es darum, sich zu orientieren und verschiedene Perspektiven einzunehmen. Im anderen Programmteil geht es darum, ins Handeln zu kommen mit Projektseminaren. Das sind zum Beispiel „Credit for Climate Action“, bei dem man in Initiativen mitmacht. Im „Wald-Zukunfts-Coaching“ werden Studierende zu Waldklimabotschafter:innen ausgebildet. Wir haben ein großes und schönes Portfolio an spannenden Veranstaltungen.

 

Was steht in den nächsten Jahren an?

Das weiter auszubauen. Wir sind zudem gerade dabei auch ein BNE-Lehrkonzept (Anmk.d.Red.: Bildung für nachhaltige Entwicklung) zu entwickeln für die Lehramtsstudiengänge. Dort wollen wir gezielt Klima- und Nachhaltigkeitsbildung einbringen und zeigen, wie man die Themen vermittelt.

 

Gibt es etwas, was du in deinem Alltag verändert hast, seitdem du dich näher mit der Klimakrise beschäftigst?

Ich bin aktiv bei Initiativen, engagiere mich ehrenamtlich und gehe auf Demos. All das versuche ich, mehr in meinen Alltag zu integrieren. Und auch mit meinem Arbeitsweg habe ich mich dafür entschieden. Ich möchte Strukturen verändern…

 

Im letzten Jahr hast du berichtet, dass die JGU mittlerweile viele Sachen umstellt, um weniger CO2 auszustoßen. Sind seitdem noch Pläne oder Handlungen dazugekommen?

Im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie ist einiges geplant, diese wird Anfang nächsten Jahres herauskommen.

Geplant ist zum Beispiel, E-Ladesäulen zur Verfügung zu stellen. Außerdem wollen wir ein Fernwärmenetz an der Uni aufbauen. Der Campus soll grüner werden und Fahrrad- und Fußgänger-freundlicher werden.

 

Was für Projekten sind entstanden, die teilnehmende Personen der Vorlesung ins Handeln bringen?  

Es gab ein Projekt, das den Unverpacktladen unterstützt hat. Die Teilnehmer:innen haben eine Crowdfunding-Kampagne ins Leben gerufen, inspiriert durch die Vorlesung. Nach der Vorlesung haben viele gedacht, richtig cool, ich möchte jetzt auch was umsetzen. Sie sind zu uns ins „Climate Lab Seminar“ gekommen und haben zum Beispiel Stadtführungen für Mainz in Kooperation mit „Geografie für alle“ entwickelt.

 

Das Thema Klimawandel liegt aktuell eher im Hintergrund. Woher nimmst du die Kraft trotzdem weiterzumachen?

Erstens gibt es keine andere Option. Es kann ja eigentlich nur schlimmer und schlimmer werden. Jedes Zehntelgrad Erwärmung schädigt unsere Erde.

Zweitens gibt es mir viel Kraft, dass ich nicht alleine bin, sondern in einem Team arbeite. Ich sehe, wie das Projekt Menschen motiviert, sich ehrenamtlich zu engagieren.

 

Was wünschst du dir von Politik und Gesellschaft?  

Dass man die Klima-Themen mitdenkt. Wir wissen, was passiert. Wir haben viele Ideen für Lösungen und ich wünsche mir, dass wir endlich ins Handeln kommen.

Ein typisches Beispiel ist das Geschwindigkeitslimit auf Autobahnen. Es ist super leicht umzusetzen, es schützt die Umwelt und rettet Menschenleben.

 

Was möchtest du Personen sagen, die sich von der Klimakrise abwenden, da sie keine Hoffnung mehr haben und denken, sie können nichts ändern?

Ihr könnt auf jeden Fall etwas ändern. Zwar kann niemand allein die Klimakrise lösen und es gibt immer wieder Rückschläge. Aber jeder von uns lebt gerade in einer Zeit, in der wir Möglichkeiten haben, Sachen zu verändern. Wir haben quasi das Privileg, designiert über die Klimakrise zu sein. Andere Menschen müssen jetzt schon um ihr Überleben kämpfen, die können sich gar keine Gedanken dazu machen. Und dieses Privileg zu nutzen und ins Handeln zu kommen ist wichtig.