Der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) ist die gewählte Vertretung der gesamten Studierendenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Er wird jährlich vom Studierendenparlament (StuPa) bestimmt, das wiederum direkt von den Studierenden gewählt wird.
Der AStA organisiert verschiedene politische Bildungsangebote und Kulturprogramme, verhandelt das Semesterticket mit den Verkehrsverbünden und unterstützt studentische Hochschulgruppen finanziell und organisatorisch. Gleichzeitig vertritt er die Studierenden gegenüber der Universitätsleitung, der Politik und der Öffentlichkeit.
Welche Aufgaben der AStA genau erfüllt und was seine Aufgabenbereiche sind, kannst du hier auf seiner Website nachlesen.
Damit der AStA die Interessen aller Studierenden vertreten kann, ist er in verschiedene Arbeitsbereiche und Referate aufgeteilt. Die Arbeitsbereiche kümmern sich um Themen, die alle Studierenden betreffen, so zum Beispiel Hochschulpolitik, Finanzen, Kultur oder Politische Bildung.
Daneben gibt es autonome Referate, die die Interessen bestimmter Studierendengruppen vertreten und unabhängig arbeiten. Sie vertreten vor allem Interessen für ihre jeweilige Zielgruppe und sind nicht für die allgemeinen politischen Aufgaben des AStAs verantwortlich.
Die politische Ausrichtung des AStAs wird jedoch vor allem durch die Hochschulgruppen bestimmt, die im Studierendenparlament die Mehrheit stellen. Für die Legislatur 2026/27 haben sich CampusGrün, die Linke Liste/SDS und die Juso- Hochschulgruppe auf eine gemeinsame Koalition geeinigt. In ihrem Koalitionsvertrag haben die drei Gruppen ihre zentralen Vorhaben und politischen Ziele festgehalten.
Ein Schwerpunkt des Koalitionsvertrags liegt auf sozialen und gleichstellungspolitischen Themen. So setzt sich die Koalition unter anderem für kostenlose Menstruationsprodukte auf dem Campus, die Einrichtung genderneutraler Toiletten, sowie für eine bessere finanzielle Ausstattung der Psychotherapeutischen Beratungsstelle (PBS) ein. Darüber hinaus werden Gebetsräume und Ruheräume für Studierende gefordert.
Auch hochschulpolitische Themen spielen eine zentrale Rolle. Die Koalition fordert mehr studentische Mitbestimmung im Senat, sowie die Einführung einer studentischen Vizepräsident:innenschaft. Außerdem soll überprüft werden, ob eine „Zivilklausel“ an der JGU etabliert werden kann. Diese würde die Universität dazu verpflichten, Forschung ausschließlich zu zivilen und friedlichen Zwecken zu betreiben.
Mehrere Ziele der Koalition betreffen auch unmittelbar den Alltag der Studierenden. So fordert das Bündnis eine 48-Stunden-Abmeldefrist für Klausuren sowie die Möglichkeit, Vorlesungen, sofern das technisch und datenschutzrechtlich möglich ist, aufzuzeichnen und online hochzuladen.
Auch die Situation rund um Mobilität und Verpflegung auf dem Campus wird im Koalitionsvertrag aufgeführt. Die Koalition spricht sich für die Beibehaltung des Deutschland-Semestertickets aus, sofern dieses finanziell tragbar bleibt, und möchte sich für weitere Entlastungen bei den Ticketkosten einsetzen. Gleichzeitig sollen die Kooperation mit meinRad gestärkt sowie die Verfügbarkeit von Fahrrädern auf dem Campus verbessert werden.
Darüber hinaus fordern die Hochschulgruppen bessere Mensa-Öffnungszeiten, faire Preise und ein größeres pflanzliches Angebot. Auch neue Möglichkeiten zur Verpflegung außerhalb der Mensazeiten durch zum Beispiel Automaten werden als Ziel genannt.
Neben diesen sozialen und hochschulpolitischen Themen setzt die Koalition auch Schwerpunkte im Bereich Nachhaltigkeit und Campusentwicklung. Der Campus soll durch neue Grünflächen aufgebessert werden und versiegelte Flächen wenn möglich verringert werden. Dazu wollen sich die Hochschulgruppen für eine Stärkung des Nachhaltigkeitsprojekts „Sustainable University“ einsetzen.
Auch kulturelle Angebote sollen weiterhin gefördert werden. Der Koalitionsvertrag sieht vor, bestehende Programme auf und außerhalb des Campus auszubauen und Kooperationen, beispielsweise mit dem Staatstheater Wiesbaden, fortzuführen.
Bei der Umsetzung der 22 Vorhaben ist der AStA allerdings häufig auf andere Akteure angewiesen. Nach eigenen Angaben können die Abgeordneten insbesondere bei den Zielen rund um die autonomen Referate sowie bei der Gestaltung des AStA-Haushalts unmittelbar mitwirken.
Bei größeren Projekten ist dagegen die Zustimmung des Studierendenparlaments erforderlich. Auch Vorhaben, die die Universität selbst betreffen, müssen teilweise über die Vertreter*innen im Senat vorgebracht werden. Hierzu zählen unter anderem die geplante stärkere studentische Mitbestimmung oder Veränderungen an Universitätsräumen. Auch beim Studierendenwerk kann der AStA Forderungen und Wünsche der Studierenden einbringen. Als besonders wichtige Ziele nennt die Koalition unter anderem die bessere Finanzierung der Psychotherapeutischen Beratungsstelle (PBS), die Einführung einer Zivilklausel sowie die Fortführung von bereits bestehenden Kooperationen.
Gleichzeitig sieht der AStA bei einigen Vorhaben größere Hürden. Gerade die Einführung einer Zivilklausel oder die Verbesserung der Finanzierung der PBS werden jedoch als besonders herausfordernd angesehen. Bei diesen Zielen sei die Koalition auf die Unterstützung durch andere Akteure, wie die Universität selbst, oder einzelne Fachbereiche angewiesen.
Der AStA macht zudem deutlich, dass nicht alle 22 Vorhaben innerhalb der Legislatur umgesetzt werden können. Der Koalitionsvertrag enthält demnach kurzfristige, mittelfristige und langfristige Ziele. Ist eine vollständige Umsetzbarkeit nicht möglich, sollen zumindest Grundlagen geschaffen werden, auf denen in der Zukunft aufgebaut werden kann.