Wird es einen „Raum der Stille“ im GFG geben?

30.04.2026
Campus-News, Studium
Redaktion Campus Mainz

Muslimische Studierende treffen sich mehrmals täglich im Treppenhaus des Georg-Forster-Gebäudes (GFG), um zu beten. Viele von ihnen fordern einen interreligiösen „Raum der Stille“ für Gebete und Meditation. Wie der aktuelle Stand ist und woran das Vorhaben bisher gescheitert ist, erfahrt ihr in diesem Artikel.

Die Idee, einen Raum zum Beten, Erholen und Meditieren zu schaffen, gibt es schon länger: Bereits 2011 soll es schon zu Gesprächen zwischen der Muslimischen Hochschulgruppe (MHSG) und der Universitätsleitung gekommen sein. 2014 veröffentlichte die MHSG den Konzeptvorschlag „Raum der Stille & des Gebets an der JGU Mainz“. Aus unbekannten Gründen wurde dieses Vorhaben jedoch nie umgesetzt. Die studentische Initiative „Raum der Stille“ fordert aktuell erneut die Eröffnung eines solchen Raums. 

Raumknappheit verhindert Umsetzung

Aufgrund mangelnder Ergebnisse hat sich 2019 die Initiative „Raum der Stille“ mit sieben Mitgliedern unabhängig von der MHSG gebildet. Sie erhoffen sich Fortschritte im Projekt, die die MHSG nicht erreichen konnte.

Der Vorstand der Initiative teilt mit: „Seitens der Uni, des AStAs und der Liegenschaft gibt es zwar kein festes Nein, aber leere Versprechen.“ Die letzte Rückmeldung sei gewesen, dass Raumknappheit die Umsetzung verhindere.

Die Universität bestätigt das auf Anfrage der Redaktion: „Die JGU musste Überlegungen zur Einrichtung eines überkonfessionellen Raums der Stille o.Ä. bislang mit Blick auf die allgemeine Raumknappheit auf dem Campus verwerfen. Inwiefern es gelingt, kurzfristig einen solchen Raum zur Verfügung zu stellen, lässt sich im Augenblick nicht sagen. Die JGU nimmt das Anliegen der Studierenden ernst und ist bemüht, mittelfristig eine Lösung zu finden.“

Die Initiative „Raum der Stille“ arbeite an einer Petition, um sie dem Präsidenten der JGU vorzulegen. Außerdem sei sie im Austausch mit verschiedenen Fachschaften, dem Senat und religiösen Hochschulgruppen.

Treppenhaus des GFG dient als vorübergehende Lösung

Aktuell nutzen Muslim:innen das Treppenhaus des GFG als Gebetsort. In einem Schrank im Untergeschoss können Gebetsteppiche und -kleidung verstaut werden. Allerdings sind viele mit der Situation unzufrieden: Sie berichten von Enge, langen Wartezeiten und stickiger Luft. Außerdem würden vorbeilaufende Studierende stören. 

Eine Studentin, die regelmäßig das Treppenhaus nutzt, sagt: „Ich kann nicht nachvollziehen, warum eine so große Universität keinen einzigen Raum frei hat, den sie bereitstellen kann.“ Eine andere Studentin sagt: „Ein Treppenhaus als Gebetsraum ist kein Kompromiss, sondern eine Notlösung, die die Würde der betenden Studierenden missachtet. Ein Treppenhaus muss als sicherer, sauberer und beleuchteter Durchgangs- und Fluchtweg für alle funktional gehalten werden.“

Wie geht es weiter mit dem Projekt “Raum der Stille”?

Um ein breiteres, aber nicht repräsentatives Stimmungsbild einzuholen, haben wir auf unserem Redaktions-Instagram-Kanal gefragt: “Würdest du einen Raum der Stille nutzen?". Dabei haben 181 Personen abgestimmt – 45 % würden demnach einen solchen Raum sehr gerne nutzen, 34 % stehen dem neutral gegenüber. 10 % gaben an, dass sie keinen Raum der Stille bräuchten.

Letztendlich gibt es aktuell keinen „Raum der Stille“ an der JGU aufgrund der angegebenen Raumknappheit der Universität. Die Initiative erhoffe sich laut des Vorstands durch die bald erscheinende Petition die Unterstützung der Studierendenschaft.