Am Samstag, den 11. Oktober 2025 fuhren 150 Kinder im Namen von Kidical Mass auf den Straßen Fahrrad, um für eine sichere und kindgerechte Verkehrsinfrastruktur in Mainz zu demonstrieren. Der Aufruf stammt vom Verkehrsclub Deutschland (VCD) und ist an alle Eltern, Kinder und Jugendliche gerichtet. Das Motto lautete “Straßen sind für alle“. Damit sind auch Student:innen gemeint, die dieselben Routen zur Johannes Gutenberg-Universität radeln. Selbst erwachsenen Student:innen fällt ein gefahrloser und angenehmer Weg zur Uni manchmal schwer.
Eine Instagram-Umfrage zeigt, dass sich von 328 Studierenden 10% “eher nicht so sicher“ bis “gar nicht sicher“ auf ihrem täglichen Weg fühlen. Ein Student teilt uns im Rahmen der Umfrage mit, dass er “auf dem Rad nicht viel richtig machen“ kann. Grund dafür seien die überwältigen Menschenmengen auf Gehwegen und der drängende Straßenverkehr, der ihn mit wenig Abstand überhole.
Die Verkehrsbilanz des Polizeipräsidiums Mainz zählt im Jahr 2024 261 Unfälle mit Fahrradbeteiligung, dabei hat sich der Hauptverursacher bei ca. 50% als der/die Fahrradfahrer:in herausgestellt. Es resultierten auch zwei Todesfälle, 23 schwer Verletzte und 185 leicht Verletzte. Bei einem Todesfall fuhr tatsächlich ein PKW in einer Spielstraße in Gonsenheim rückwärts und erwischte eine Fahrradfahrerin. Personen, die zu Fuß unterwegs waren, hatten im Vergleich 98 Unfälle im selben Jahr und darunter ein Todesfall. Die elektrischen Scooter hatten hingegen 54 Unfälle. “Mainz&“ berichtet von einem Anstieg von 144% der tödlichen Unfälle in Mainz diesen Jahres 2025.
Der VCD und das Mainzer Radfahrforum warnt vor Einbiegen, Kreuzen und Abbiegen in der Rheinallee, Binger Straße, Rheinhessenstraße und Mombacher Straße, da sie oftmals zu Unfällen mit Fahrradfahrer:innen führen. Besondere Achtung ist auch ungünstiger Infrastruktur, wie zum Beispiel Schienen und Bordsteinen, zu schenken. Grundsätzlich gilt laut dem Radfahrforum für Fahrradfahr:innen und Füßgänger:innen ein “ungleich größeres Verletzungsrisiko bei der Teilnahme am Verkehrsgeschehen“. Das Verletzungsrisiko liege für beide bei 70%.
Online können sich Student:innen der JGU zusätzlich zum Campusplan verschiedene Anreisewege mit verschiedenen Verkehrsmitteln anschauen. Ist und bleibt das Fahrrad das bevorzugte Lieblingsfortbewegungsmittel, so lässt sich mithilfe von “komoot“ der individuelle Fahrradweg zum Campus planen. Alternativ finden sich hier Informationen zur Fahrradsicherheit auf dem Campus.
Generell gilt: Wer am Straßenverkehr teilnimmt, sollte auf die Mitverkehrenden achten und sich mit den Verkehrsregeln auskennen, um für jeden einen zuverlässigen und sicheren Weg zur Uni, Arbeit und Schule/Kita ermöglichen zu können.