Das 49-Euro-Ticket an der JGU

22.09.2023
Campus-News, Studium
bp

Das 49-Euro-Ticket ist seit Anfang Mai gültig, nun können Studierende auch das Deutschlandticket-Upgrade erwerben.

Viele Studierende haben ausgiebige Erfahrungen mit vollen Zügen, doch selten waren die Züge so dicht befüllt wie nach der Einführung des 9-Euro-Tickets im Sommer 2022. Das Semesterticket der Johannes Gutenberg-Universität galt damals automatisch als 9-Euro-Ticket – drei Monate lang war dessen Reichweite für den Personennahverkehr im ganzen Land gültig. Von der Semestergebühr des Sommersemester 2022 wurde den Studierenden 79,90 € zurückerstattet.

Das 49-Euro-Ticket ist seit dem 1. Mai gültig. Seit dem 1. September können Studierende ein Upgrade ihrer Semestertickets erwerben. 

Der neueste Stand 

Das Deutschlandticket-Upgrade ist nun für Studierende der JGU (FB06 Germersheim ausgeschlossen) für einen Preis von 10,75 € zu erwerben. Das Upgrade ist ein Abonnement, welches jeden Monat bis zum Ende des Semesters automatisch verlängert wird. Es handelt sich also nicht um eine einmalige Zahlung. Am 1. September hat der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) eine Anleitung für das Upgrade veröffentlicht. 

Wer ein gültiges Ticket besitzt, muss zunächst das Uni-Login über den Link der Mainzer Mobilität verifizieren. Nach der Verifizierung wird über den "Jetzt Upgraden"-Button das Startdatum des Upgrades gewählt. Danach müssen nur noch die Bestellübersicht geprüft, die gewünschte Bezahlart gewählt und Bedingungen akzeptiert werden. Der Fahrschein ist direkt im Anschluss auf dem Campus-Portal gespeichert. Um dieses aufzurufen, wird ein Internetzugang benötigt. Daher sollte man sich, wenn möglich, den Fahrschein auf seine Handy-Wallet übertragen. Ausdrucke sowie Screenshots des Tickets sind nicht gültig.

AStA-Info vom 14.06.2023

In einer E-Mail vom 14.06.2023 informierte der AStA die Studierenden darüber, dass es aktuell nicht möglich sei, beim Rhein-Main-Verkehrsbund (RMV) ein Upgrade für das Semesterticket zu erwerben. Den Plan, ein sogenanntes Upgrade-Modell einzuführen, gab der AStA bereits in einer E-Mail vom 31.03.2023 bekannt. Mit diesem Modell können Studierende, die im Besitz eines Semestertickets sind, ihr Semesterticket upgraden, indem sie den Differenzbetrag zwischen beiden Tickets bezahlen. Der AStA möchte, dass Studierende diese Differenz für das ganze Semesterticket zahlen statt das Upgrade-Modell des RMV zu erwerben, denn dieses beziehe sich nur auf das RMV-Semesterticket. Da an dem Semesterticket der JGU jedoch außer der RMV auch die Mainzer Mobilität, der RNN, DB Trans Regio und MVGmeinRad beteiligt sind, entspreche dies nicht demselben Angebot.

Trotz weiterer Gespräche mit der Mainzer Verkehrsgemeinschaft (MVG) werde für die technische Umsetzung des Upgrade-Modells mehr Zeit benötigt, so der AStA in der aktuellen Mitteilung. Obwohl die Verkehrsbetriebe erst ab dem Wintersemester zur Bereitstellung des Modells verpflichtet sind, solle dieses spätestens bis zum Wintersemester zur Verfügung stehen. Der MVG gehe jedoch beim Upgrade in Vorleistung und müsse sich entsprechend Geld bei den anderen Verkehrsbetrieben zurückerstatten lassen. Die dafür notwendige technische Infrastruktur sei noch nicht vorhanden. Somit wird sich weiterhin nichts am jetzigen Semesterticket verändern.

Upgrade-Modell und Instagram-Kampagne

In der E-Mail vom 31. März wurde erklärt, dass im Gegensatz zum 9-Euro-Ticket für das 49-Euro-Ticket ein Upgrade-Modell geplant sei. Dies haben Bund und Länder auf der Verkehrsministerkonferenz entschieden. Am 31. März stimmte auch der Bundesrat diesem Vorhaben zu. Im Sommersemester wäre es eine Differenz von 11,31 €. Im Winter soll es eine zusätzliche Vergünstigung um 10 % geben und daher nur 4,82 € kosten.

Am 18. April teilte der offizielle Instagram Account des AStA einen Aufruf zum 49-Euro-Ticket. In diesem erklärten sie, ihr Ziel sei die Zusammenführung des landesweiten Tickets mit dem Semesterticket. Dafür würden sie einen Zuschuss der Landesregierung benötigen. Zu diesem Zweck rief der AStA die Studierenden dazu auf, ein vorbereitetes Schreiben an ihre jeweiligen Wahlkreisabgeordneten aus Rheinland-Pfalz zu schicken. Dadurch solle bei diesen Druck aufgebaut werden, um den Zuschuss zu bewilligen. Laut der neuen Information fordert der AStA weiterhin im Rahmen dieser Kampagne einen Zuschuss der Landesregierung für das 49-Euro-Ticket.

Entwicklungen seit der ersten E-Mail

Auf Anfrage von campus-mainz.net erklärte die Pressestelle des AStA, der Arbeitsbereich Verkehr werde vom Arbeitsbereich Hochschulpolitik unterstützt. Auf letztere gehe auch die Mail-Initiative zurück. Beide Arbeitsbereiche würden gemeinsam Gespräche mit den Vertreter:innen der Landespolitik führen.

Seit dem Instagram-Post habe der AStA mit Vertreter:innen der CDU und der FDP gesprochen. Zudem sei ein Termin mit Vertreter:innen von Bündnis 90/Die Grünen geplant. Diese Gespräche seien wichtig für den AStA, um zu wissen, was die Landespolitik plant. Zudem würden sie dabei helfen einzuschätzen, wie realistisch ihre eigenen Ziele seien. Der AStA freue sich über die bisherige Zustimmung und die Unterstützungsangebote in diesen Gesprächen. Auch die E-Mail-Initiative habe positives Feedback bekommen. Ihnen sei versichert worden, dass sie gemeinsam an einer guten Lösung arbeiten werden.

Der ganze AStA befasse sich bei jedem Plenum mit dieser Thematik. Wichtig sei für die Abgeordneten, dass die Studierenden einen echten finanziellen Vorteil aus der Zusammenlegung haben und gleichzeitig die soziale Gerechtigkeit gewahrt wird, die mit dem aktuellen Solidar-Modell gewährleistet ist.

Warum brauchen wir noch das Semesterticket?

Durch die stetigen Entwicklungen im ÖPNV – darunter die Einführung des 9-Euro-Tickets und des 49-Euro-Tickets – verstehen viele Studierende der JGU nicht, warum man das Semesterticket noch braucht. Auf Instagram erklärte der AStA in den Kommentaren zu ihrem Aufruf, dass das Semesterticket auf dem Solidarmodell basiert und es ihnen dadurch möglich sei, der breiten Masse an Studierenden Mobilität zu einem günstigeren Preis zu ermöglichen. Auch wenn das 49-Euro-Ticket ein Sonderfall darstelle, sei es dem AStA nicht möglich, mitten im Semester kurzfristig ihre Verträge mit den Verkehrsgemeinschaften aufzulösen. Darüber hinaus betonen sie, die Zukunft des 49-Euro-Tickets sei komplett ungewiss, da es nur auf zwei Jahre angelegt sei. Wenn sie die aktuellen Verträge auflösen würden, müssten sie diese in Zukunft womöglich zu schlechteren Konditionen erneut verhandeln.

49 Euro für viele Studierende zu teuer

In einer Pressemitteilung des Deutschen Studierendenwerks sagt Matthias Anbuhl, der Vorstandsvorsitzende: “Für viele Studierende sind 49 Euro pro Monat für ihre Mobilität nicht finanzierbar, verfügen doch rund 37 Prozent aller Studierenden über weniger als 800 Euro im Monat. Das zeigt die neue, 22. Sozialerhebung, die das Deutsche Studierendenwerk gerade mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung veröffentlicht hat.” Wenn das kostengünstigere Semesterticket wegfalle, würde das zu einer zusätzlichen finanziellen Belastung der Studierenden führen. Da vor allem Studierende auf eine höhere Mobilität angewiesen seien, sei es wichtig, dass Bund und Länder rasch das Gespräch mit den beteiligten Studierendenwerken zum weiteren Ausbau des Studierenden-Deutschland-Tickets suchen. Anbuhl betont, dass die Beteiligten mit an den Handlungstisch gehören.

Studentisches Engagement

Doch wie kann sich die Studentenschaft an diesem Prozess beteiligen? Der AStA betont, dass es hilfreich für sie sei, wenn Studierende ihnen ihre Wünsche mitteilen. Der Einfluss der Studierenden sei zwar begrenzt, gerade daher sei es aber wichtig, dass Aufrufen wie dem Anschreiben an die Abgeordneten zahlreich nachgekommen wird, um den Effekt der Masse, die Studierende darstellen, bestmöglich zu nutzen.

 

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