Wissenschaftlich erwiesen: So kommst du gestärkt durch die kalte Jahreszeit (Teil 2)

15.01.2025
Campus-News, Studium
Mona Grans

Willkommen im neuen Jahr! Wer geglaubt hat, die Erkältungssaison sei vorbei, der hat sich getäuscht! Weiterhin besteht eine hohe Gefahr, sich anzustecken. Wie können wir unseren Körper dabei unterstützen, möglichst gut durch die Wintersaison zu kommen? Wer nach Teil 1 der Miniserie noch neugierig ist, kann sich hier weitere wichtige und wissenschaftlich erwiesene Tipps abholen.

Vermeide chronischen Stress

„Bist du zurzeit besonders gestresst?“ Diese Frage hast du bestimmt auch schon gehört, seitdem du studierst. Sei es, weil du nicht abschalten konntest und dadurch schlecht geschlafen hast, Termine vergisst oder generell zerstreut wirkst. Aber keine Sorge! Schädlich ist nicht der akute Stress, der uns kurzfristig sogar beflügelt und zu Höchstleistungen antreibt, sondern der Chronische.

Chronischer Stress entsteht durch langanhaltende Belastungen!

Dauerhafte finanzielle Sorgen, Traumata oder ein nicht kleiner werdender Berg an Aufgaben stressen uns nachhaltig. Die Auswirkungen von chronischem Stress auf unser Immunsystem sind hoch komplex. Einer der beteiligten Faktoren ist das Stresshormon Cortisol. Es fährt unser Immunsystem herunter. Dadurch können Krankheiten, die evtl. schon die ganze Zeit im Hintergrund bekämpft wurden, erst recht ausbrechen. Ein gängiges Beispiel ist hier das Herpes Simplex Virus, das die ganze Zeit in unseren Nervenbahnen schlummert, aber in stressigen Zeiten gerne ausbricht.

Chronischer Stress kann darüber hinaus in den schlimmsten Fällen zu weiter ungesundem Verhalten wie sozialer Isolation oder auch Drogenkonsum führen. Die ohnehin schon psychisch und physisch belastende Situation verschlimmert sich dadurch.

Sorge für einen Ausgleich!

Stress lässt sich nicht vermeiden. Ausgleiche, z.B. durch ein Hobby, regelmäßigen Treffen mit Freund:innen oder Sport, tun dir gut und schaffen ein Gegengewicht zu deinen Belastungen im Alltag.

Die Psychotherapeutische Beratungsstelle stellt dir ein breites Angebot an professioneller Hilfe bei psychischen Problemen jeder Art zur Verfügung. Auch in Bezug auf die Frage, wie man besser mit Stress umgehen kannt.

Schlaf ist die beste Medizin…

und Prävention!

Forschende der University of California in San Francisco konnten das eindrucksvoll in einer Studie belegen: Bei 164 Studienteilnehmer:innen wurde mittels Sensors die Schlafdauer bestimmt. Die Proband:innen wurden anschließend mit Erkältungsviren infiziert und in Hotelzimmern isoliert. In der folgenden Woche wurden täglich Nasenschleimproben entnommen. Teilnehmende, die weniger als 6 Stunden pro Nacht schliefen, waren 4,2- Mal anfälliger für eine Infektion als jene, die mindestens 7 Stunden schliefen.

Schlafen fördert unser Wohlbefinden, stabilisiert die Stimmung und beugt somit Depressionen vor!

Schlaf ist aber auch wichtig für die Entwicklung des immunologischen Gedächtnisses: Antikörper werden gebildet und können sofort eindringende Erreger attackieren. Impfungen wirken demnach besser, wenn man in der darauffolgenden Nacht gut schlafen kann.

Rituale vor dem Schlafengehen können dabei helfen, den Körper auf die Nacht vorzubereiten!

Hast du Schwierigkeiten einzuschlafen, kann ein rechtzeitiges Ausschalten elektronischer Geräte mit blauem Licht helfen. Verzichte außerdem 8 Stunden vor dem Schlafengehen auf Koffein.

Falls du im Bett dazu neigst, zu grübeln oder den Kopf noch voller Gedanken und Ideen zu haben, schreib sie dir für den nächsten Tag auf, damit dein Geist zur Ruhe kommen kann.

Bleib in Bewegung!

Die Bedeutung von Sport und Bewegung im Hinblick auf unsere Gesundheit kann nicht überschätzt werden! Sport erhöht die Zahl unserer Leukozyten im Blut. Dadurch können fremde oder kranke Zellen schneller angegriffen und entsorgt werden. Sport schützt außerdem vor Herz-Kreislauf-und Krebserkrankungen und senkt chronische Entzündungen. Er sorgt somit dafür, dass sich im Körper neben einem Infekt weniger Nebenschauplätze bilden. Immunzellen können schneller und ungehinderter an den Ort des Geschehens vordringen und den Infekt abwehren.

Vermeide intensives Training, wenn du krank bist!

Beim Training während eines bestehenden Infektes oder leichter Abgeschlagenheit droht die Gefahr einer Herzmuskelentzündung. Ein milder Schnupfen ohne Fieber erlaubt ein leichtes Training, besser aber sind Spaziergänge an der frischen Luft.

Der Allgemeine Hochschulsport der JGU bietet übrigens ein vielfältiges Programm mit über 65 Indoor- und Outdoorsportarten.

Unsere Redakteurin und Expertin zum Thema:

Mona Grans hat 2019 ihren Master in Biologie an der JGU gemacht und promoviert am Institut für Immunologie der Universitätsmedizin Mainz. Dort forscht sie am Zusammenhang zwischen dem Immunsystem und dem Mikrobiom.

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