Was macht meine Fachschaft für mich?

21.10.2025
Campus-News, Studium...
Tamara Jonientz

Wer an einer Universität studiert und auch nur ein wenig Zeit auf dem Campus verbringt braucht nicht lange, um mit dem Begriff „Fachschaft“ konfrontiert zu werden. Doch was genau ist eine Fachschaft eigentlich? Worin liegen ihre Aufgaben, was kann eine Fachschaft erreichen und wo sind ihr Grenzen gesetzt? Um all diese und noch weitere Fragen beantworten zu können, habe ich mich mit drei Fachschaftlerinnen zusammengesetzt und diese interviewt.

 

Fachschaften – die SV der Universitäten

Für diesen Artikel habe ich mit Finja, Katharina und Yasu gesprochen. Alle studieren unterschiedliche Studiengänge an der Johannes Gutenberg-Universität und sind in ihren jeweiligen Fachschaften aktiv. Finja ist 21, studiert im fünften Semester und engagiert sich in der Publizsitik Fachschaft. Yasu und Katharina sind 22 und 23 Jahre alt und studieren beide im neunten Semester. Beide sind in der Fachschaft für Chemie, Molekulare Biotechnologie und Biomedizinische Chemie tätig.

 Alle drei haben mir auf die Frage danach, was eine Fachschaft überhaupt ist, eine ähnliche Antwort gegeben.

Die Studierendenvertretung der Fachschaft sei ähnlich der Schülervertretung in der Schule, so Finja. Yasu ergänzt: "Fachschaften bestehen aus Studis, die sich für andere Studis einsetzen.“ Zudem betonten alle drei, dass jeder seiner Fachschaft beitreten kann. Voraussetzung sei lediglich das Studieren des jeweiligen Studiengangs der Fachschaft.

Was MACHT eine Fachschaft?

"Die Aufgaben einer Fachschaft seinen Vielfältig." sagt Finja. Unter anderem organisiere die Fachschaft die Ersti-Woche und Ersti-Fahrt und sei für die Vernetzung zwischen den Erstsemestern untereinander und an der Universität verantwortlich. Fachschaften seien das Sprachrohr zwischen Institut und Studierenden. Finja ergänzt: "Außerdem sind wir für jegliche außeruniversitären Veranstaltung für die Studenten der eigenen Fachschaft verantwortlich. So organisieren wir zum Beispiel jährlich eine Publi-Party für die Publizistik Studenten.“

Katharina und Yasu nennen folgende Aufgaben: "Wir helfen Studenten und Studentinnen im Studium allgemein und bieten Hilfe bei der Suche von Nachhilfe oder Hiwi-Jobs." sagt Katharina. Yasu ergäntz: " Bei uns kann man auch Laborbrillen oder Kittel bestellen." 

Nicht nur Party Veranstalter, auch Ansprechpartner

Sowohl Finja als auch Yasu und Katharina betonten alle die Relevanz von Fachschaften und, dass diese auch umfangreichere Aufgaben haben, als lediglich das Organisieren von Veranstaltungen.

Yasu bekräftigt: "Wenn Studis, Probleme mit Lehrenden oder Klausuren haben, unterstützen wir sie. Es ist gut, wenn sich Studierenden bei größeren Problemen an uns wenden, da wir diese dann anonym vertreten und uns für ihre Interessen einsetzen können, wir fungieren sozusagen als Vermittler. Der Fachschaftsrat ist aber natürlich nicht allmächtig, manchmal können auch wir nichts machen aber wir geben immer unser Bestes und helfen, wo wir können.“

Auch Finja erklärt: " Die Fachschaft beantwortet auch Fragen von Studierenden bezüglich Lehrveranstaltungen und dem Studium. Meistens sind wir auch etwas schneller als das Studienbüro, da wir nicht so viele Anfragen erhalten und man uns ganz einfach über Instagram oder Email erreichen kann." 

Grundsätzlich ist beinahe jede Fachschaft der Universität auf Instagram vertreten und kann dort kontaktiert werden. 

Alltag eines Fachschaftsmitglieds

Als Fachschaftsmitglied muss man natürlich einige Zeit in die Arbeit für die Fachschaft investieren. Alle drei sprechen von wöchentlichen Fachschaftssitzungen. Nichts sei verpflichtend, erklärt Finja, es werde aber erwartet, dass sich jedes Mitglied einbringt und bei verschiedenen Veranstaltungen engagiert. Yasu betont: "Es liegt an einem selbst, wie viel Zeit man in die Fachschaft investieren möchte, wie stark man sich einbringt und engagiert. Wenn man sich gerne einbringt ist mit zwei Stunden Fachschaftsarbeit in der Woche zu rechnen, die Arbeit ist aber immer mit viel Spass verbunden."

Auch auf ihr Privatleben habe sich die Arbeit in der Fachschaft ausgewirkt.

"Es haben sich viele Freundschaften gebildet“, betont Finja. "Man ist quer durchs Studium vernetzt und kennt immer irgendjemanden in den Seminaren. Außerdem kann ich Sachen besser organisieren, timen und mein Verantwortungsbewusstsein ist auch ein anderes als vorher.“ Katharina teilt eine ähnliche Ansicht: "Die Kommunikation und Organisationsskills haben sich auch privat gefestigt und man hat einen besseren Überblick über die Uni und ihre Anlaufstellen.“

Alle sind Willkommen

Mich hat noch interessiert für wen ein Beitritt in der Fachschaft empfehlenswert wäre und welche Eigenschaften mitgebracht werden sollten.

Katharina beantwortet meine Frage wie folgt: "Je verschiedener die Menschen in einem Fachschaftsrat sind, desto einfach und besser lassen sich die Aufgaben verteilen, da jeder etwas für sich findet in dem er gut ist und, dass ihm Spaß macht.“ Yasu ergänzt: "Jeder Studiengang, egal ob Bachelor oder Master, jede Persönlichkeit ist willkommen.“

Auch privat, ein Team

Für mich zeichnet sich ein Bild von Gemeinschaft und gegenseitiger Unterstützung. Ich habe abschließend die Frage gestellt, ob es auch fachschaftsinterne Veranstaltungen für die Mitglieder gibt. Finja bejahte meine Frage: "In unserer Publizistik Fachschaft gibt es sogar einen extra Ausschuss dafür, dass sogenannte „Mood Managment“. Wir veranstalten Dinner, gehen zusammen auf den Weihnachtsmarkt oder haben unser gemeinsames Fachschaftsabschlussgrillen im Sommer.“ Auch Yasu und Katharina nennen ähnliche Beschäftigungen. "Da viele von uns befreundet sind, treffen wir uns auch privat. Nach den Fachschaftssitzungen sitzen wir oft noch länger zusammen und spielen Spiele oder reden.“ Ergänzt Katharina. Yasu betont abschließend: "Die Mitgliedschaft in der Fachschaft hat nur Vorteile.“