Geschlossene Mensen, eingeschränkte Öffnungszeiten und begrenzte Service-Angebote: In den vergangenen Wochen haben Warnstreiks den Alltag vieler Studierender auf dem Campus spürbar beeinflusst. Besonders betroffen ist das Studierendenwerk Mainz. Um was geht es bei den Streiks eigentlich?
Die Streiks am Campus sind Teil eines landesweiten Tarifkonflikts im öffentlichen Dienst der Länder. Nach Angaben der Gewerkschaft ver.di und der Bildungsgewerkschaft GEW arbeiten viele Beschäftigte an der Uni Mainz und im Studierendenwerk nach dem Tarifvertrag der Länder (TV-L). Dieser regelt unter anderem Gehälter und Arbeitsbedingungen von Mitarbeitenden in Verwaltung, Cafeterien, Wohnheimen, Beratungsstellen oder technischen Diensten.
Da die bisherigen Tarifverhandlungen zwischen Gewerkschaften und Arbeitgeberseite ohne Ergebnis geblieben sind, haben unter anderem die Bildungsgewerkschaft GEW und ver.di zu Warnstreiks aufgerufen. Ziel sei es, den Druck auf die Arbeitgebenden zu erhöhen und Bewegung in die Verhandlungen zu bringen, so die streikenden Gewerkschaften.
Besonders sichtbar werden die Streiks an Tagen, an denen Mensen geschlossen bleiben oder nur eingeschränkt öffnen. Wie das Studierendenwerk Mainz im Vorfeld mitteilte, beteiligten sich auch Beschäftigte aus der Gastronomie an den Warnstreiks. In der Folge konnten nicht alle Einrichtungen wie gewohnt öffnen, teilweise blieb nur ein reduziertes Angebot bestehen.
Das Studierendenwerk weist nach eigenen Angaben vorzeitig darauf hin, dass es an Streiktagen zu Einschränkungen kommen kann, etwa über ihre Homepage, den Speiseplan oder Social-Media. Für Studierende lohnt es sich daher, vor allem an Streiktagen einen Blick auf die aktuellen Hinweise zu werfen. Welche Einrichtungen geöffnet bleiben, hängt demnach davon ab, wie viele Mitarbeitende sich an den Warnstreiks beteiligen.
Nach Angaben der Gewerkschaften fordern die Beschäftigten unter anderem deutlich höhere Löhne, um die gestiegenen Lebenshaltungskosten auszugleichen. Zudem verlangen die Streikenden Verbesserungen der Arbeitsbedingungen sowie Maßnahmen zur Stärkung der Attraktivität des öffentlichen Dienstes als Arbeitgeber. Aus Sicht der Gewerkschaften seien die Warnstreiks notwendig, da bisher kein verhandlungsfähiges Angebot vorliege.
Solange der Tarifkonflikt nicht gelöst ist, kann es nach Einschätzungen der Gewerkschaften auch in den kommenden Wochen zu weiteren Warnstreiks kommen. Zwar teilte das Studierendenwerk mit, dass aktuell keine konkreten Streiks geplant seien, betonte jedoch, dass es über mögliche Aktionen meist erst sehr kurzfristig informiert werde. Für Studierende kann dies kurzfristige Schließungen oder Einschränkungen beim Angebot von Mensen und weiteren Einrichtungen des Studierendenwerks bedeuten.
Unter Studierenden sorgen die wiederholten Einschränkungen für unterschiedliche Reaktionen. Einige zeigen sich vor allem irritiert über kurzfristige Schließungen. „Ich wusste gar nicht, wieso die Mensa zu ist und war ein wenig genervt“, berichtet ein Student der JGU. Andere äußern Verständnis für die Streikenden. „Ich bin solidarisch mit den Beschäftigten und es gibt ja immerhin noch andere Alternativen zum Essen“, sagt eine Studentin. Eine weitere Studentin betont die zwiespältige Situation: „Klar nervt es, aber ich verstehe auch, warum gestreikt wird.“
Auch wenn die Warnstreiks für viele Studierende vor allem durch geschlossene Mensen spürbar werden, betreffen sie weitere Bereiche des Campusbetriebs. Der laufende Tarifkonflikt wirkt sich damit nicht nur auf einzelne Einrichtungen aus, sondern hängt mit den allgemeinen Arbeitsbedingungen im öffentlichen Dienst zusammen.