Von der JGU nach Schweden: Interview mit einer Erasmus-Austauschstudentin

21.02.2026
Campus-News, Studium
Rania Faress

Neues Land, neue Stadt und eine neue Sprache: Ein Erasmus Semester im Ausland bringt viele Erfahrungen, Abenteuer und Geschichten mit. Die Studentin Franziska Valentin berichtet von ihren persönlichen Erfahrungen während ihres aktuellen Auslandsaufenthaltes in Schweden.

Franziska Valentin ist 23 Jahre alt und studiert Musik und Geographie auf Lehramt an der JGU. Sie hat sich für ein Erasmus-Semester in Malmö in Schweden an der Malmö Academy of Music entschieden und studiert dort Musik im 7. Bachelor-Semester. 

Warum hast du dich für Schweden entschieden? 

Ich habe mich hauptsächlich dafür entschieden, weil ich Lehramt studiere und das schwedische Schulsystem einen ziemlich guten Ruf hat. Da dachte ich mir: Ich muss mir mal anschauen, wie es hier so gemacht wird. In Bildungswissenschaften wird viel darüber gesagt, was im deutschen Schulsystem nicht so gut läuft, das frustriert mich.
Dann war es mir auch wichtig, dass ich ein bisschen die Sprache kann, die im Alltag gesprochen wird und Schwedisch ist da im Vergleich zu den anderen skandinavischen Ländern relativ gut zu lernen.

Braucht man sehr gute Sprachkenntnisse?  

Also ich habe spekuliert, dass ich hier genommen werde auch ohne perfekt Schwedisch zu sprechen. Es gibt einen Schwedischkurs an der JGU, dort habe ich die Stufen A1 und A2 belegt und mich gut vorbereitet gefühlt. Ich habe mich persönlich auch gut gefühlt vorzuweisen, dass ich mich mit der Sprache beschäftigt habe.

Haben sich deine Erwartungen an Erasmus bisher erfüllt? 

Ich hatte die Erwartung, eine komplett neue Perspektive auf mein Studium und Deutschland allgemein im Vergleich zu Schweden zu bekommen. Ich habe schon einen Freiwilligendienst in Ruanda gemacht, deswegen kenne ich die Situation, in einem anderen Land zu sein. Ich wollte sehen, wie hier Lehren und Lernen funktioniert, und auch noch mehr europäische Menschen kennenlernen, weil man durch Erasmus nicht nur mit Schweden in Kontakt kommt, sondern auch mit ganz Europa. Bisher läuft das sehr gut!

Was sind die größten Unterschiede zwischen Deutschland und Schweden?

Das Fach Musik ist tatsächlich sehr ähnlich. Ich habe Einzelunterricht in meinem Hauptfach Querflöte und Gruppenunterricht. Es wird natürlich im Vorhinein abgesprochen, welche Kurse ich habe. Ich habe aber das Gefühl, dass es in Schweden eine größere Diskussionskultur und Partizipation gibt. Wenn wir zum Beispiel in einem klassischen Ensemblekurs ein Konzert haben, dann erstellen wir zusammen das komplette Programm. In Mainz wäre es eher so, dass die Lehrkräfte es uns einfach so vor die Nase geklatscht hätten. Und dasselbe in Chorleitung: Hier wird deutlich mehr Eigeninitiative erwartet.

Wie kompliziert war die Beantragung deines Erasmus? 

Zuerst hat man seinem Fach Kontakt zu der Person, die für Erasmus zuständig ist. Da musste ich dann verschiedene Bewerbungsunterlagen hinschicken und sie hat mir den Kontakt zu der Hochschule in Schweden hergestellt. Darüber lief dann meine Bewerbung in Malmö. Das übergeordnete Erasmus-Büro, was für die komplette Uni zuständig ist, war für den Papierkram zuständig. Und wir müssen mit der Uni in Deutschland und mit unseren Auslandsunis im Vorhinein schon besprechen, welche Kurse wir belegen und welche wir dann in Mainz auch anrechnen lassen können.

Auch die Anreisebestätigung und die Stipendienauszahlung sind über das Erasmus-Büro gelaufen. Eine Wohnung musste ich mir alleine suchen. Wie in Mainz gibt es hier Studierendenwohnheime. Da konnte man sich bewerben, aber da bewerben sich viele, sodass es sehr unwahrscheinlich ist, reinzukommen. Je nachdem, welche Priorität man ist. Ich habe leider keinen Platz bekommen, aber das Büro hat mir Tipps gegeben, auf welchen Internetseiten wir suchen sollen.

Welche persönlichen Veränderungen hast du durch deinen Auslandsaufenthalt? 

Ich würde sagen, sehr viel soziale Fähigkeiten. Also in verschiedensten sozialen Situationen mit neuen Menschen klarzukommen und sich wohlzufühlen. Aber auch mehr Selbstständigkeit, würde ich sagen, dadurch, dass ich das meiste selber organisieren musste. Und natürlich interkulturelle Kompetenz.

Würdest du Erasmus weiterempfehlen? 

Also ich kann auf jeden Fall empfehlen, vorher schon ein paar Semester an der Uni gemacht zu haben. Es kommt darauf an, ob man nur einen Bachelor macht oder dann noch einen Master dranhängt. Aber meine Erfahrung war jetzt schon, dass es gut war. Also ich würde sagen, ab dem fünften Semester ist ein guter Zeitpunkt.

Du interessierst dich wie Franziska für ein Auslandssemester? Hier und hier findest du weitere Informationen der JGU.