Unplugged-Café in Mainz

19.04.2016
Studium, Freizeit
sn

Viele Studierende leiden unter Leistungsdruck und werden krank. Doch was tun, wenn der Stress zu viel geworden ist und man das Gefühl hat, sich seelisch erkältet zu haben? Wir haben für dich das Unplugged-Café besucht.

Ein Praktikum folgt auf das nächste, die ERASMUS-Bewerbung für das Jahr in Barcelona hätte eigentlich schon gestern abgeschickt werden müssen und das soziale Engagement darf an der Uni auch nicht zu kurz kommen. Die Mühlen des Studentenalltags scheinen manchmal unaufhaltsam zu mahlen.

Doch plötzlich geht nichts mehr: Keine Lust morgens aufzustehen, zur Uni zu laufen, Freunde zu treffen, Sport zu machen. Der Kopf ist wie auf Leerlauf gestellt. Stattdessen: Trostlosigkeit und Magenziehen.

Fakt ist: Viele Studierende leiden unter dem Leistungsdruck ihres Studiums und werden krank. Doch was tun, wenn der Stress zu viel geworden ist und man das Gefühl hat, sich seelisch erkältet zu haben?

Depression? Burn-Out? Was nun?

Die JGU bietet allen Studierenden eine umfassende psychologische Betreuung und sollte jedem Hilfesuchenden eine erste Anlaufstelle zur weiteren Orientierung bieten. Doch ebenso lohnt es sich einen Blick fernab des Campus zu werfen. Das Unplugged Café in der Mainzer Neustadt bietet zur psychologischen Betreuung der Uni Mainz eine weitere kostenfreie Alternative.

Mehr als nur ein Café

Unplugged kommt aus dem Englischen und bedeutet umgangssprachlich so viel wie „den Stecker ziehen“. Wer also das Gefühl hat, seelisch zu sehr unter Strom zu stehen, der könnte bei Unplugged die richtige Anlaufstelle finden.

Unplugged bietet ein breites Angebot an Beratung und Hilfestellung für junge psychisch kranke Menschen und ist offen für alle zwischen 16 und 27 Jahren.

Anders als bei der Beratungsstelle auf dem Campus handelt es sich hierbei um ein Beratungscafé: Eine Partie Billard, der Chat im Internetcafé oder einfach eine Tasse Chai-Tee lönnen schon beim Ankommen die innere Anspannung lösen und somit die ersten Berührungsängste nehmen.

Nichts muss, alles darf

Die Atmosphäre des Cafés erinnert wenig an eine stereotypische psychologische Beratungsstelle. Keine weißen Wände, keine betrübte Stimmung und vor allem keine Rorschach-Bilder, dafür umso mehr Café -und Kuchengeruch und viele junge Erwachsene in allen Räumlichkeiten. Das Café ist kein Raum der Krankheit, sondern der Gemeinschaft.

"Das Café ist vor allem ein Ort an dem die jungen Menschen zwanglos ihre Freizeit verbringen und anderen Leuten begegnen können, die in einer ähnlichen Lebenssituation stehen", so Unplugged-Leiter Christoph Hass.

Ein Weg durch den Dschungel der Möglichkeiten

Das Angebot ist speziell auf die Altersgruppe der 16- bis 27-Jährigen zugeschnitten. "Junge Menschen haben in dieser Lebensphase andere Bedürfnisse und brauchen ein Angebot, das auf sie zugeschnitten ist. Hier bietet Unplugged den Betroffenen schnelle Hilfe ohne Zugangsbarrieren oder irgendwelche Kosten an", so Hass.

Die sozialpädagogischen Fachkräfte sehen sich in der Beratung und der Begleitung der jungen Erwachsenen in der Funktion als Lotsen durch diese aufregende und wechselhafte Lebensphase. Gemeinsam sollen Wege durch den Dschungel der Möglichkeiten und Hilfsangebote gesucht und erreichbare Perspektiven erarbeitet werden.

"Viele Leute wissen zwar mittlerweile ganz gut über psychische Erkrankungen Bescheid, aber es gibt nach wie vor noch Unsicherheiten mit Betroffenen. Genau diese Barrieren versuchen wir zu lösen."

Das Café hat für Hilfesuchende von Montag bis Freitag geöffnet. Wer also das Gefühl hat, in der großen Uni-Mühle unterzugehen, der sollte schleunigst den Stecker ziehen und auf eine Tasse Kaffee und warme Worte im Unplugged Café Mainz vorbeikommen. 

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