Hört man sich auf dem Campus um, so können nicht wenige Studierende regelrechte Horrorgeschichten von der eigenen Wohnungssuche berichten. Ein Student erzählt uns, er habe von 200 Bewerbungen gerade einmal auf 40 eine Rückmeldung bekommen. Aus diesen ergaben sich circa 13 Wohnungsbesichtigungen, bei welchen wiederum jeweils mindestens 20 weitere Personen vor Ort gewesen seien. Mit Blick auf die Warteliste des Studierendenwerks ist das keine Überraschung; diese verzeichnete Ende 2025 ganze 1.104 Bewerber*innen. Mit 348 barrierefreien Wohnplätzen, davon 276 Einzelwohnplätzen und 72 WG-Plätzen in jeweils Sechs-Personen-WGs, möchte das Wohnheim, das zurzeit in Mainz-Lerchenberg entsteht, diesem Problem entgegentreten.
Finanziert wird das Projekt maßgeblich durch ein Darlehen der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz sowie durch Tilgungszuschüsse des Landes. Neben günstigen Mieten – vorgesehen sind zu Beginn 235 Euro Nettokaltmiete mit bis zu 45 Euro Möblierungszuschlag – verspricht die PG Am Lerchenberg GmbH auch den Bau eines gebäudeinternen Supermarktes sowie einer Drogerie. Somit will die Projektgesellschaft nicht nur Studierenden, sondern durch neue Versorgungsangebote auch Anwohner*innen entgegenkommen.
Trotz der effizienten Nutzung der Wohnfläche wird auch die Wohnqualität und das Miteinander in der Planung nicht vernachlässigt - Geschäftsführer Martin Steffes-Mies spricht von dem Wohnheim als „hoch attraktiv in allen Dimensionen“. So sind zahlreiche Gemeinschaftsflächen wie zum Beispiel Dachterrassen sowie Fahrradräume für alle Wohnplätze vorgesehen. Tatsächlich kann der Bau jedoch nicht nur mit Angeboten für die Bewohner*innen, sondern auch mit Energieeffizienz überzeugen: Das Gebäude wird die klimafreundliche Energieeffizienzklassifizierung EH-40 erhalten, also in Sachen Wärmedämmung, effizienter Wärmeversorgung und abgestimmter Gebäudetechnik ein echtes Vorzeigebeispiel sein.
Nach aktuellem Stand soll das Gebäude zum Wintersemester 2028/29 erstmalig das Zuhause für Studenten werden können. Wer dann zuerst an den Zug kommt, kann Geschäftsführer Steffes-Mies zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht mit Bestimmtheit sagen. Für wahrscheinlich hält er jedoch ein „first come, first serve“-Prinzip, das jeder Bewerberin und jedem Bewerber die gleiche Chance auf einen Platz in der Hindemithstraße 5 bietet. ISB-Vorstandmitglied Sandra Baumbach betont, es sei ein zentrales Anliegen, zukunftsfähigen und bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Es bleibt zu hoffen, dass dies in Zukunft auch noch breitflächiger umgesetzt werden kann.