Mit einer Weinschorle in der Hand stehen Besucher:innen in der Mainzer Innenstadt, dazu gibt es Brötchen und Fleischwurst direkt vom Wochenmarkt. Anfang März ist das Marktfrühstück wieder in die neue Saison gestartet und zieht auch in diesem Jahr viele Menschen auf die Mainzer Plätze.
Das Marktfrühstück findet jedes Jahr von März bis in den Herbst statt und hat sich längst zu einem festen Bestandteil des Mainzer Wochenendes entwickelt. Zwischen 9 und 15 Uhr schenken die Mainzer Winzer:innen samstags ihre Weine in der Innenstadt aus. Am längsten geöffnet ist dabei der Standort am Tritonplatz: Dort läuft das Marktfrühstück bis Ende Oktober.
Gegessen wird dabei traditionell „Weck, Worscht und Woi“, also Brötchen, Fleischwurst und Wein. Wer möchte, findet auf dem Markt aber noch viel mehr: Frisches Obst und Gemüse oder andere Snacks.
Die Idee eines Marktfrühstücks gibt es in Mainz schon länger: Ende der 1980er-Jahre wurde auf dem Wochenmarkt erstmals ein Frühstücksangebot eingerichtet. Damals standen jedoch vor allem Bier und einfache Speisen wie Erbsensuppe im Mittelpunkt, wie der SWR anlässlich des 25-jährigen Jubiläums berichtete.
Ende der 1990er-Jahre setzten sich Mainzer Winzer dafür ein, stattdessen Wein auszuschenken. 1999 übernahmen sie die Organisation und am 24. April desselben Jahres wurde erstmals Wein auf dem Markt ausgeschenkt. Anfangs lief das Geschäft noch schleppend, doch mit den Jahren entwickelte sich das Marktfrühstück zu einem Publikumsmagneten, so die Veranstaltenden.
Heute wechseln sich laut den Veranstaltenden mehr als 20 Weinbaubetriebe aus den Mainzer Stadtteilen beim Ausschank ab. Bei gutem Wetter kommen inzwischen tausende Menschen in die Innenstadt, um gemeinsam Weinschorle und Wein zu trinken.
Eine junge Besucherin berichtete der Redaktion auf dem Marktfrühstück: „Ich finde es schön, dass so viele Leute hier zusammenkommen. Natürlich wird es auch mal voller oder lauter, aber das gehört zu einer lebendigen Innenstadt dazu.“
Trotz seiner Beliebtheit sorgt das Marktfrühstück immer wieder für Diskussionen. Auch Besucher selbst sehen die Veranstaltung kritisch. „Manche übertreiben es schon. Es sollte ein Treffen in der Stadt sein und kein reiner Trinktreff“, erzählt ein älterer Mann auf dem Marktfrühstück am Tritonplatz.
Die Stadt Mainz und die Veranstalter rufen deshalb regelmäßig dazu auf, die geltenden Regeln einzuhalten und respektvoll miteinander umzugehen.
In diesem Jahr gibt es außerdem Änderungen bei den Standorten. Wegen Bauarbeiten kann das Marktfrühstück nicht wie üblich weiterhin am Liebfrauenplatz stattfinden. Stattdessen startete die Saison am 7. März am Tritonplatz und am Fischtorplatz. Ab dem 21. März kommt der Schillerplatz als neuer Standort dazu, so die Stadt Mainz und die Veranstalter.
Auch wenn es immer wieder kritische Stimmen gibt, ist das Marktfrühstück ein fester Bestandteil der Mainzer Wochenenden. Es bringt Menschen auf die Plätze der Innenstadt, verbindet das Angebot des Markts mit Weinen aus der Region und sorgt so für eine besondere Atmosphäre in der Stadt.