Lange Zeit galt alles rund um mentale Gesundheit als Tabuthema. Betroffene hatten mit Vorurteilen und Stigmatisierung zu kämpfen. Die Thematik wurde totgeschwiegen und mit Scham besetzt. Doch besonders an Universitäten ist die Anzahl von Betroffenen groß. Studieren kann als eine Art Katalysator für bereits bestehende, mentale Erkrankungen dienen und diese Verstärken. Umso wichtiger ist es, dass Angebote an Lehrstätten entstehen, die sich der Stigmatisierung rund um mentale Gesundheit annehmen und das Schweigen brechen.
An der Johannes Gutenberg-Universität ist die Psychotherapeutische Beratungsstelle (PBS) zu Hause. Die PBS setzt sich für die Förderung der mentalen Gesundheit an der JGU ein. Eines ihrer Förderungsangebote war die vergangene Mental Health Week vom 20., 21. und 23. Oktober dieses Jahres, welche zusätzlich vom Allgemeinen Hochschulsport und "Healthy Campus" gefördert wurde. Im Interview mit der PBS wurden mir einige Fragen zu diesem Programm beantwortet.
Die PBS nimmt bereits seit 2019 den weltweiten Mental Health Day zum Anlass, sich mit verschiedenen Aktionen gegen die Ausgrenzung von Menschen mit psychischen Beschwerden einzusetzen. Die Mental Health Week an der JGU findet in diesem Zusammenhang nun zum wiederholten Mal statt. Ihre Aufgabe ist es, das Thema Mentale Gesundheit auf dem Campus sichtbarer zu machen. Zudem sollen Studierende möglichst früh mit dem Thema in Berührung kommen. Die Mental Health Week ermögliche es der PBS ebenfalls, ihre Angebote und Arbeit vorzustellen.
Die verschiedenen Angebote der Mental Health Week richten sich an alle Studierende der JGU, Hochschule Mainz und TH Bingen. Da die Prävention dabei im Vordergrund stehe, seien die Angebote für alle Interessierten geeignet. "Wir wünschen uns mit der Mental Health Week möglichst viele Studierende zu erreichen und ein stärkeres Bewusstsein für das Thema und die Notwendigkeit zur präventiven Förderung der mentalen Gesundheit zu schaffen. Unsere Vision für das Projekt "Mental Health“ ist, dass die Förderung der mentalen Gesundheit aller Mitglieder der JGU in den nächsten Jahren ein immer selbstverständlicherer Bestandteil wird, ob bei der Planung von Curricula, der Gestaltung des Campuslebens uvm“, so die PBS.
Die Mental Health Week wurde in diesem Jahr im Rahmen des breit angelegten Projekts Mental Health rganisiert, welches noch bis Ende 2026 läuft. Das Projekt habe die campusweite präventive Förderung der psychischen Gesundheit zum Ziel und umfasse neben der Mental Health Week drei weitere Bausteine:
1. die Erprobung einer curricularen Verankerung des Themas "mentale Gesundheit“,
2. die Etablierung von studentischen Mental Health Botschafter:innen und
3. das Angebot von Fortbildungen für Lehrende und Studienfachberatende im Umgang mit psychisch belasteten Studierenden.
Die Mental Health Week setzte sich aus unterschiedlichen Angeboten wie Vorträgen und Workshops rund um das Thema mentale Gesundheit zusammen. Ergänzt wurde das Programm durch Informationsstände der PBS bei verschiedenen Veranstaltungen auf dem Campus. Weitere Details findet ihr auf der Homepage der PBS.
"Neben der Entstigmatisierung von psychischen Beschwerden und Störungen ist es uns ein Anliegen, dass sich Studierende stärker präventiv mit ihrer mentalen Gesundheit auseinandersetzen.", erklärt die PBS. Psychische Störungen seien inzwischen die häufigste Form chronischer gesundheitlicher Beeinträchtigungen bei Studierenden. Prävention könne helfen, die psychische Gesundheit zu stärken, die Lebensqualität zu verbessern sowie Studienverzögerungen und Abbrüche zu verhindern.