Asahi Yoshimura aus Japan und Dàvid Pentz aus Ungarn berichten uns von ihren bisherigen Erfahrungen hier in Deutschland während ihren Austauschssemestern. Die beiden 21-Jährigen erzählen von ihren bisherigen Erlebnissen, den bürokratischen Prozessen sowie den kulturellen Unterschieden.
Das Interview wurde auf Englisch geführt, um den Redefluss nicht zu beeinträchtigen. Eine englische Version des Interviews ist ebenfalls verfügbar.
Dàvid: Deutschland ist ein sehr großes Land mit vielen Universitäten, weshalb Studierende aus verschiedenen Ländern hier viele Optionen sehen. Es ist auch im Zentrum Europas, weshalb es leicht ist von hier aus in verschiedene Länder zu reisen. Außerdem können wir hier wohnen, ohne zwingend Deutsch zu sprechen, da die meisten Menschen, vor allem in Großstädten Englisch sprechen.
Asahi: Die Lebenskosten hier sind niedriger als in englischsprachigen Ländern wie bspw. die USA oder England.
Asahi: Die größte Erwartung ist, mit anderen internationalen und deutschen Studierenden zu interagieren. Es ist ein wenig schwer mit Deutschen in Kontakt zu treten. Deshalb bin ich eher in der internationalen Austausch-Bubble.
Dàvid: Jeder der von Erasmus hört, denkt an Partys und daran, neue Menschen kennenzulernen. Aber um ehrlich zu sein, hatte ich auch nicht viel Kontakt zu deutschen Student:innen, was zwar nicht gut ist, jedoch hatte ich nicht die Möglichkeit. Sie sprechen alle Englisch, aber meistens sind sie bei anderen deutschen Studierenden und sprechen Deutsch. Aber ich verurteile sie nicht dafür, weil sie wissen, dass ich nur für wenige Monate in Deutschland bin. Ich glaube auch nicht, dass das ein Problem ist, sie sind alle trotzdem nett zu mir.
Dàvid: Das Erasmusprogramm besteht schon seit mehreren Jahren, trotzdem muss ich die Universität in Mainz kritisieren, weil sie wichtige Daten erst sehr spät verschickt hat. Die Einschreibungsdokumente erhielt ich zwei Tage vor der Deadline. Aber am Ende ist alles gut verlaufen.
Asahi: Ich habe mich beworben und es verlief alles gut. Meine einzige Schwierigkeit war, eine Universität in Deutschland auszusuchen. Die Wohnungssuche war aber sehr schwer: Eine Zusage habe ich erst zwei Wochen vor meiner Einreise bekommen.
Dàvid: Die Universität sagte mir, ich solle mich über die Webseite des Studierendenwerks anmelden. Ich habe jede Woche eine E-Mail erhalten, ob ich noch interessiert sei und auch erst zwei Wochen vorher die Zusage erhalten.
Dàvid: Die Modernität, es ist alles modern hier, zum Beispiel die Infrastruktur.
Asahi: Die Persönlichkeit von Deutschen. Deutsche sind viel direkter als Japaner. In Japan muss man immer darüber nachdenken, was andere über einen denken oder kommentieren, wenn man etwas macht oder sagt. Man kann nicht immer sagen, was man will oder was man fühlt. In Deutschland ist das aber eine gute Eigenschaft, die ich mitnehmen möchte. Ich spreche zwar Englisch, aber meine Denkweise ist Japanisch.
Dàvid: Ich habe nie für eine lange Zeit alleine gelebt. In Ungarn wohne ich bei meinen Eltern. Das ist also ein großer Unterschied. Ich kann es organisieren, alleine zu wohnen und für mich selbst zu kochen. Das ist eine schöne Erfahrung.
Asahi: Ich möchte in Seminaren aktiver sein. Ich habe eine sehr schüchterne Persönlichkeit, also habe ich oft überlegt das zu ändern. Ich fühle mich mit der englischen Sprache auch noch unwohl, aber ich bin auch noch nicht so lange hier, vielleicht ändert sich das wenn ich wieder zurück gehe.
Dàvid: Ja, ich würde Mainz als Stadt weiter empfehlen, es gibt viele Erasmus-Events für internationale Studierende, es wird also nie langweilig. Mainz ist auch keine große Stadt, es ist ein positiver Aspekt, dass ich von meiner Wohnung zur Universität nur 10 Minuten brauche. Und die Kurse hier sind auch nicht schlecht. Das Bier ist nur teuer!
Asahi: Es ist keine große oder kleine Stadt. Es ist sehr angenehm hier zu leben und man kommt in 40 Minuten nach Frankfurt und zum Flughafen.
Info von der Redaktion: Der gesamte Artikel ist auch auf Englisch verfügbar.