Als Selbstverwaltungsorganisation der Wissenschaft in Deutschland, dient die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) dazu, Forschung an Hochschulen und anderen Einrichtungen zu finanzieren. Die DFG erhält die dafür benötigten Gelder zum größten Teil vom Bund und den Ländern. 2023 standen der DFG 3,9 Milliarden Euro zur Verfügung.
Wie diese Gelder eingesetzt werden, welche Hochschulen am meisten Drittmittel erhalten und in welchen Fachgebieten Forschung finanziert wird, wird alle drei Jahre in dem DFG-Förderatlas veröffentlicht. Im November 2024 ist die zehnte Ausgabe des Förderatlas erschienen, welche die öffentliche Finanzierung der Forschung von 2020 bis 2022 thematisiert.
Mit 182 Millionen Euro an DFG-Bewilligungen für 2020 bis 2022 liegt die JGU auf Platz 21 der forschungsstärksten Hochschulen Deutschlands, gemessen an der Höhe der eingeworbenen Forschungsgelder. Dabei wird das Fachgebiet Physik am stärksten gefördert und erhält 50,8 Millionen Euro. Danach folgt der Fachbereich Medizin mit knapp 50 Millionen Euro und die Geisteswissenschaften mit etwa 23 Millionen Euro. Im Bereich der Physik erhält die Uni Mainz damit die bundesweit meisten Fördermittel.
In den Naturwissenschaften insgesamt landet die JGU mit knapp 75 Millionen Euro bundesweit auf dem vierten Platz. In den Geistes- und Sozialwissenschaften belegt sie den 16. Platz mit 31,2 Millionen Euro (davon entfallen 23,4 Millionen Euro auf die Geisteswissenschaften und 7,9 Millionen Euro auf die Sozialwissenschaften).
Der Förderatlas bildet außerdem die Vernetzungsgrade der Universitäten ab, welche sich durch die gemeinsamen Beteiligungen von Wissenschaftler:innen verschiedener Einrichtungen an den koordinierten Programmen der DFG messen. Die Uni Mainz weist neben den Universitäten in Bochum und Heidelberg sehr hohe überregionale Vernetzung auf. Dies ist vor allem durch das Projekt PRISMA+ bedingt.
PRISMA+ steht für Precision Physics, Fundamental Interactions and Structure of Matter und ist ein Mainzer Projekt, welches seit 2019 vom DFG gefördert wird. Grob umfasst es fünf Forschungsfelder: die Erforschung der Intensitätsfront bei MESA, Präzisionsphysik an der Niederenergiegrenze, die Erforschung des schwach wechselwirkenden Universums, Physik an Hochenergie-Beschleunigern und die Theorie und Phänomenologie fundamentaler Wechselwirkungen.
Des Weiteren gehört zu Prisma+ auch das Mainzer Institut für theoretische Physik (MITP), welches die theoretische Forschung von Prisma+ unterstützt und in Zukunft die langfristige Rolle eines internationalen Theoriezentrums übernehmen soll.
Dazu kommt die Mainz Physics Academy (MPA), welche sich vor allem auf die Förderung der Nachwuchswissenschaftler:innen konzentriert. Die MPA beziehungsweise JGU hat außerdem ein großes Netzwerk an internationalen Partneruniversitäten in der ganzen Welt, was die Chancen einer internationalen Karriere deutlich erhöht.