Deutschlandticket: Ab nächstem Jahr wird es teurer

18.11.2025
Erstis, Campus-News...
Lili Rudert

Das Deutschlandticket wird ab Januar 2026 teurer. Besonders Studierende sind von den Kosten betroffen. Auf Anfrage kommentiert der AStA, wie sich die Preiserhöhungen auf den Semesterbeitrag auswirken.

Auf der Sonder-Verkehrsministerkonferenz am 18. September 2025 beschlossen die Minister:innen der Länder, die Kosten des Deutschlandtickets ab kommenden Januar von 58 Euro auf 63 Euro pro Monat zu erhöhen. 2027 sei geplant, das Deutschlandticket an einen Kostenindex (Mechanismus, der beispielsweise Personalkosten berücksichtigen soll) anzupassen. Auch der ermäßigte Preis für Studierende wird sich dadurch im Sommersemester von 34,80 Euro auf voraussichtlich 37,80 Euro im Monat erhöhen.

Letzte Erhöhung erst Anfang des Jahres

Schon Anfang dieses Jahres wurden die Kosten von 49 Euro auf 58 Euro im Monat erhöht. Das Semesterticket wurde somit um neun Euro teurer: Statt 29,40 Euro mussten die Studierenden 34,80 Euro pro Monat im Sommersemester 2025 und Wintersemester 25/26 zahlen.

Kein Kostenausgleich im Semesterbeitrag

Für das Sommersemester 2026 bedeutet die Preiserhöhung des Tickets allerdings nicht, dass sich der Semesterbeitrag drastisch erhöhen wird. Denn die Kosten des Semestertickets, so der AStA, richte sich nach dem Preis, den das Deutschlandticket vor Beginn des Semesters hatte und würde weder während des Semesters erhöht noch in einem folgenden Semesterbeitrag ausgeglichen. Für das Sommersemester 2026 bedeutet das einfacher erklärt, dass die Kostendifferenzen für die drei Wintersemestermonate ab Januar 2026 (5 Euro im Monat) aus dem Wintersemester-Ticket nicht in einem höheren Beitrag für das Sommersemester 2026 ausgeglichen werden.

Nach der gesetzlichen Regelung, dass das Deutschlandsemesterticket für einen ermäßigten Preis von 60% des Deutschlandtickets angeboten wird, wird der Preis folglich voraussichtlich von 34,80 Euro auf 37,80 Euro im Monat steigen. Im Semesterbeitrag wird das Ticket insgesamt also wahrscheinlich 226,80 Euro in Anspruch nehmen.

Keine geplante Rückkehr zum alten Semesterticket

Auch ab Januar 2026 lägen die Kosten für das Deutschlandticket unter der Grenze, bei der es der AStA in Betracht ziehe, zum alten Semesterticket zurückzukehren. In einem Artikel der campus-news.net Redaktion beschrieb der AStA 65 Euro als Grenze für ihr Ticketkostenmaximum.

Allerdings sehe der AStA auch mit weiteren Preissteigerungen aufgrund der deutschlandweiten Gültigkeit des Tickets den Mehrwert und die Verhältnismäßigkeit im Gegensatz zum alten Semesterticket: Im Vergleich seien die Kosten für das alte Ticket bei der Mainzer Mobilität ebenfalls gestiegen. Auch müssten die Verträge des alten Tickets mit den verschiedenen Verkehrsverbünden erst einmal neu ausgehandelt werden. Daher beobachte der AStA die Preisentwicklungen, um den Studierenden ein in Relation kostengünstiges Ticket gewährleisten zu können.

Anpassung an den Kostenindex ab 2027

Auf der Sonder-Verkehrsministerkonferenz wurde für das Jahr 2027 beschlossen, eine indexbasierte Preisfortschreibung, die der tatsächlichen Kostenentwicklung zugrunde liegt, einzuführen. Was bedeutet das? Der Index ist keine festgeschriebene Zahl, sondern ein Mechanismus, der beispielsweise Lohn- und Energiekosten berücksichtigen und dadurch drastische Preiserhöhung vermeiden soll. Dieser Kostenindex muss jedoch erst noch erarbeitet werden.

Grundbedingung für die Einigung war, dass der Bund für das Ticket bis 2030 verbindlich 1,5 Milliarden Euro pro Jahr zusagt, was er am 07. November auch getan hat. Wie genau die Preise dann für das Deutschlandticket aussehen, ist noch unklar.

Deutsches Studierendenwerk fordert Kostenentkopplung

Matthias Anbuhl, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Studierendenwerks, erklärt in einem Pressestatement, dass für viele Studierende, die auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen seien, die steigenden Preise des Deutschlandtickets neben den ebenfalls steigenden Lebenshaltungskosten nicht mehr zu verkraften seien. Er forderte deswegen eine Entkopplung des Deutschland-Semestertickets vom regulären Deutschlandticketpreis, um die Studierenden finanziell zu entlasten. Andernfalls drohe ein Ausstieg der Studierendenvertretungen aus den Vereinbarungen zum Deutschlandticket. Dies würde einerseits die Studierenden in ihrer Mobilität bedeutend einschränken und ihnen somit schaden. Andererseits würden aber auch die Verkehrsbetriebe eine sichere Einnahmequelle verlieren.

Finanzielle Hilfe für Studierende vom AStA

Angesichts solcher finanziellen Schwierigkeiten bietet der AStA Verkehr den Studierenden zwei Möglichkeiten für eine Unterstützung des Semestertickets an. Einerseits können Studierende zu Beginn des Semesters die Rückerstattung des Ticketbeitrags beantragen und ihr Ticket somit deaktivieren. Dies sei beispielweise möglich durch ein Auslands- oder Urlaubssemesters, einer Doppelimmatrikulation oder den Besitz des Landestickets Hessen. In nachweisbaren finanziellen Notlagen könne außerdem ein Zuschuss zum Semesterticket beantragt werden. Auch der AStA Soziales biete in Notlagen Darlehen und Zuschüsse an, die unter Umständen auch über das Semesterticket hinaus gehen würden.