Seit einigen Monaten haben JGU-Studierende die Möglichkeit, kostenlose Theaterkarten für Produktionen des Staatstheaters Wiesbaden zu ergattern. Mehr darüber in diesem Artikel. Für viele Vorstellungen sollte man allerdings trotzdem früh dran sein. Die Karten sind meist sehr schnell vergriffen und am Tag der Aufführung gibt es oft nur Restkarten. Genau deshalb habe ich meine Tickets für Jekyll & Hyde auch im regulären Vorverkauf erworben, da es mit größeren Gruppen teilweise schwierig wird, sich auf Restkarten zu verlassen.
Das Staatstheater Wiesbaden gliedert sich in mehrere Sparten: Musiktheater, Schauspiel, Tanz, Konzert, Junges Staatstheater (JUST) sowie das Junge Staatsmusical (JUSM).
Das Junge Staatsmusical bietet jungen Darsteller:innen die Möglichkeit, unter professionellen Bedingungen zu spielen, zu singen und zu tanzen. Es ist ein Projekt, das Nachwuchstalente fördert und gleichzeitig hochwertige, frische Musicalproduktionen auf die Bühne bringt.
Aktuell laufen beim JUSM im Dezember und Januar folgende Stücke:
Hier geht’s zum Spielplan.
Das Musical basiert auf der berühmten Geschichte von Robert Louis Stevenson. Der Wissenschaftler Dr. Henry Jekyll ist besessen von der Idee, die beiden Seiten der menschlichen Natur, Gut und Böse, voneinander zu trennen. Seine Selbstversuche enden jedoch in einer Katastrophe: Es entsteht Mr. Hyde, die zerstörerische und gewalttätige Hälfte seiner selbst. Jekyll verliert zunehmend die Kontrolle, bis ein Kampf auf Leben und Tod unvermeidbar wird. Die Musik komponierte Frank Wildhorn und den Text schrieb Leslie Bricusse.
In dem von Iris Limbarth inszenierten Stück hat mich Denia Gilberg in der Rolle der Lucy Harris besonders beeindruckt: Mit enormer Energie, starkem Gesang und einer bemerkenswerten Bühnenpräsenz dominierte sie die Szenen, in denen sie auftrat. Die Nummer „Schafft die Männer ran“ im ersten Akt wurde dank Limbarths lebendigen Choreografie und Gilbergs überzeugendem Spiel zu einem echten Highlight.
Ebenso bemerkenswert war Linus Weinbrenner, der den Zuhälter Spider so unangenehm und furchteinflößend darstellte, dass man sich kaum traute wegzusehen. Seine Interpretation war genau so unerträglich unsympathisch, wie es die Rolle verlangt.
Trotz dessen, dass der Chorklang während des Stückes an einigen Stellen etwas unter ging, war ein weiterer Höhepunkt war für mich der Beginn des zweiten Aktes mit der Nummer „Mörder“. Der Chor klang kraftvoll und sauber, die Harmonien waren hervorragend abgemischt und die Choreografie trug entscheidend zur Spannung bei. In diesem Moment war ich vollkommen von der Inszenierung gefesselt.
Jekyll & Hyde wird noch an folgenden Terminen gespielt: 20.12. / 31.12. / 17.01.
Leider sind bereits alle Vorstellungen ausverkauft. Teilweise gibt es aber noch Wartelisten, auf die man sich eintragen kann.
Beim JUSM lohnt es sich ohnehin, regelmäßig in den Spielplan zu schauen. Viele Stücke werden in späteren Spielzeiten erneut aufgenommen.
Wer trotz ausverkauften Karten neugierig auf die Geschichte ist, oder eine weitere Inszenierung des Stücks sehen möchte, kann bis Juni warten:
Dann bringt unsere Uni-eigene Musicalgruppe Musical Inc. das Stück selbst auf die Bühne im P1. Wir sind schon ganz gespannt auf diese Interpretation.