Theaterkritik | 9 to 5

08.05.2019
Freizeit
kaz

Die Mitwirkenden von Ensemble, Orchester und Crew sind bei den Proben mit viel Spaß und Vorfreude dabei. ©Alina Berger

Auch wenn die Frisur noch nicht fertig ist, sitzt das Lächeln der Mitwirkenden des Ensembles als Firma "Consolidated Industries" perfekt.

Judy, Violet und Doralee (Laura Saxler, Miriam Kuth, Linda Malm) performen mit dem Ensemble das Lied "Strahlend hell". ©Alina Berger

"Warum eigentlich ... bringen wir den Chef nicht um?" Auf diesem Film basiert die diesjährige Aufführung "9 to 5" der Musical Inc. Vom 17. Mai bis zum 7. Juni wird das P1 in eine einzigartige Showbühne verwandelt.

Freundschaft und Rache, Provokation und Unverschämtheit – aber auch Romantik darf in einem Stück der 70er-Jahre nicht fehlen. Die Musicalversion des 1980 erschienen Films wurde 2009 am Broadway uraufgeführt und wird nun dieses Jahr an der Uni Mainz neu aufgerollt. 

Drei Sekretärinnen der Firma "Consolidated Industries" beschließen, ihren tyrannischen Chef aus dem Weg zu räumen und das Zepter der Firmenleitung in die Hand zu nehmen. Fast schon stereotypisch für die 70er rauchen die drei Frauen zusammen einen Joint und schmieden ihre verheißungsvollen Pläne.

Hohes Niveau auch in den kleinen Dingen 

Mit viel Liebe zum Detail präsentiert die Musical Inc. das diesjährige Stück. 

Auf der Bühne ist ein Großraumbüro mit der originalen Ausstattung der 70er-Jahre zu sehen, im Einzelnen sind sechs Arbeitsstationen aufgebaut und in der Ecke ein Loungebereich. Das Bühnenbild erzeugt die entsprechende Stimmung, auch wenn die Devise lautet: "Weniger ist mehr!" So erklären es mir die Bühnenausstatter Levent Sen und Clara Eckert. Denn es sollen schließlich noch 35 Ensemblemitglieder Platz zum Singen und Tanzen haben. Es sei jedes Jahr aufs Neue eine Herausforderung, ein variables und selbstgebautes Bühnenbild zu gestalten.

Wie der diesjährige Regisseur Fabian Kling berichtet, stand zu Beginn der Planung die Überlegung im Raum, das Stück doch in eine andere Zeit hinein zu setzen, allerdings entschieden sie sich dagegen. Und das zum Glück! Ein Einblick in die Garderobe genügt, um zu wissen, dass bei dem Musical die Kostüme zum Charakter des Stücks beitragen werden.

Weg von den pastelligen Tönen und hin zu Buntem und Knalligem spiegelt genau den Charme der Aufführung wieder.

Die Ursprungsmusik stammt von Dolly Parton unter anderem mit dem bekannten Song "9 to 5" und enthält Elemente vom fetzigen Showstopper bis hin zur gefühlvollen Ballade.

Die Musik, ganz im Stil der 70er-Jahre, wird live von einem Orchester hinter dem Vorhang auf der Bühne gespielt. Diese reißt mit und sorgt mit dem starkem Gesang der Darsteller:innen für Melodien, die noch Tage später im Kopf herumschwirren.

Hut ab! Große Leistungen schon bei den Proben

Der zweite Akt beginnt, den Chef haben die drei Freundinnen bereits entführt. Linda Malm und ihre Rollenpartnerin Alexandra Mordenti fegen als Figur der Doralee, dem blonden Cowgirl unter den Sekretärinnen, über die Bühne und singen über die Veränderungen, die in der Firma bereits eingeführt wurden. Die Message ist ganz klar: Man soll sein Leben ändern, statt es zu verschwenden. 

Doch ohne Judy, der Neuen (Laura Saxler mit ihrer Rollenpartnerin Carolin Praß), und der Senior Bereichsleiterin Violet (Miriam Kluth mit ihrer Rollenpartnerin Jana Heß) hätte Doralee den Plan und eine Kehrtwende im Leben vieler Mitarbeiter:innen gar nicht bewirken können.

Schauspielerisch überzeugt die Inszenierung bereits bei den Proben. Die Darsteller:innen geben alles und das sieht, spürt und hört man. 

Während alleine das Aufwärmprogramm den ein oder anderen schon ganz schön aus der Puste bringen könnte, legen die Darsteller:innen danach erst richtig los. 

Knapp zwei Wochen vor der großen Premiere merkt man, dass alle ein eingespieltes Team sind. 

Empfehlenswerter Theaterabend

Die Musical Inc. hat auch dieses Jahr grandiose Arbeit geleistet. Es ist beeindruckend, was alle Beteiligten aus dem Stück herausholen. Nach sieben Monaten harter Probenarbeit und organisatorischer Vorbereitung werden sie den Applaus nach der Aufführung mehr als genießen können.

Die Vorstellungen von "9 to 5" finden vom 17. Mai bis zum 7. Juni 2019 in Hörsaal P1 im Philosophicum auf dem Campus der Uni Mainz statt. Tickets kosten zwischen 10 (ermäßigt) und 20 Euro. Sich abends noch einmal auf den Weg zur Uni zu machen lohnt sich für diese Inszenierung auf jeden Fall.

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