Studium "in English, please!"

29.04.2022
Studium
kn

Master „in English, please!“: Für das Wintersemester 2022/23 steht ein Zuwachs bei den Masterstudiengängen der JGU, die nur in englischer Sprache angeboten werden, an: Der M. Sc. „Quantitative Decision Making in Economics and Management“ des Fachbereichs 03.

Im Detail: Der für das Wintersemester 2022/23 angekündigte Masterstudiengang "Quantitative Decision Making in Economics and Management" im Fachbereich 03, der rein in Englisch gehalten werden soll.

Inzwischen gibt es an der JGU Mainz einige Masterstudiengänge abseits der Anglistik und Amerikanistik, deren Veranstaltungen und Prüfungen nur in englischer Sprache angeboten werden. Dabei handelt es sich um Studiengänge, die einen Fokus auf Internationalität und/oder Interdisziplinarität legen. Der jüngste Neuzugang ist der Masterstudiengang "Quantitative Decision Making in Economics and Management" im Fachbereich 03 (Rechts- und Wirtschaftswissenschaften) – dort ist er neben dem bereits etablierten Masterprogramm in "International Economics and Public Policy" der zweite englischsprachige Studiengang.

Im Gespräch mit Prof. Dr. Thorsten Schank, dem offiziellen Ansprechpartner für Interessierte des neuen Studiengangs, ging es nun um nähere Details rund um den Masterstudiengang und vor allem um die Frage, warum dieser auf Englisch geplant ist.

"Quantitative Decision Making in Economics and Management" unter der Lupe

Der Studiengang, der im kommenden Wintersemester 2022/23 startet und den Abschluss eines Masters of Science vorsieht, beschäftigt sich (titelgebend) mit der Verbindung von zwei Expertisen der Wirtschaftswissenschaften, die bisher getrennt waren: Die Auswertung von Daten mit quantitativen Methoden und das darauf basierende Treffen von Entscheidungen im ökonomischen Kontext. 

Die methodisch-fundierte Auswertung von Daten zur Entscheidungsfindung hat in den letzten Jahren in Unternehmen, in öffentlichen Institutionen und im akademischen Bereich national wie international enorm an Bedeutung gewonnen. Gleichzeitig sind die Entscheidungssituationen, in denen datenbasierte Erkenntnisse genutzt werden sollen, von zunehmender Dynamik und strategischer Interdependenz geprägt und werden somit immer komplexer. Der geplante Studiengang greift diese Entwicklungen auf und möchte die benötigten Kompetenzen vermitteln.

In der ersten Studienphase werden in Pflichtveranstaltungen erweiterte Grundlagen aus den beiden Gebieten der Datenanalyse und der Entscheidungsfindung erworben, in der zweiten Phase können die Studierenden Wahlpflichtveranstaltungen aus drei verschiedenen Bereichen frei kombinieren. Einer dieser Bereiche befasst sich mit statistischen und ökonometrischen Methoden; ein zweiter mit den unternehmenszentrierten Aufgaben der Business Intelligence und dem Operations Research; der dritte Bereich mit der Entscheidungsfindung und -analyse individuell agierender Akteure in strategischen und nicht-strategischen Situationen.

Warum erfolgt die Lehre nun auf Englisch?

"Dies ist in erster Linie dadurch begründet, dass wir die Absolvent:innen dazu befähigen wollen, in internationalen Unternehmen und Organisationen tätig zu werden. Studierende sollen also für den internationalen Markt arbeitsfähig werden", erklärte Prof. Dr. Thorsten Schank die Entscheidung. Englischkenntnisse seien aber auch für die spätere Jobsuche im Managementbereich oder in öffentlichen Institutionen im Inland enorm wichtig. Außerdem wird im Fach vorwiegend auf Englisch publiziert; englischsprachige Literatur wäre dadurch ohnehin in den Unterricht integriert worden.

Darüber hinaus ermöglicht die Lehre auf Englisch, das Interesse internationaler Studierender zu wecken und den Studiengang so noch attraktiver zu machen. "Der Austausch von Studierenden aus dem In- und Ausland wird von den Student:innen selbst auch sehr geschätzt", fügte Schank hinzu. Hier möchte man auch an die sehr guten Erfahrungen mit dem im Fachbereich seit 2010 erfolgreich angebotenen Masterstudiengang "International Economics and Public Policy" anknüpfen. 

Voraussetzungen für Bewerber:innen 

Neben einem 90-minütigen fachlichen Einstufungstest gibt es zwei weitere formale Voraussetzungen, die Studierende für das Studium mitbringen müssen. Dazu sagte Schank, dass "es keinen konkreten Bachelor-Studiengang gibt, der zuvor absolviert werden muss."

Stattdessen geht es um bereits gesammelte ECTS-Punkte: Dabei steht die Abkürzung ECTS für das "European Credit Transfer and Accumulation System", mit dessen Hilfe Studienleistungen im In- und Ausland strukturiert und zusammengezählt werden. Bewerber:innen für den Masterstudiengang müssen hierbei 19 Punkte aus den Bereichen Mathematik, Statistik, Ökonometrie oder der quantitativen empirischen Wirtschaftsforschung und 18 Punkte aus den Bereichen Management oder Economics vorweisen können. Letzteres entspricht der Anzahl an ECTS-Punten, die an der JGU von Bachelor-Studierenden mit Nebenfach Wirtschaftswissenschaften in Management oder Economics erbracht werden müssen. Neben diesen ECTS-Punkten muss ein gültiger, offiziell anerkannter Sprachtest in Englisch mit dem Niveau B2 vorliegen. Hierbei orientiert sich der Studiengang an den Vorgaben des ISSK.

Der nächste fachliche Einstufungstest findet am 20. Juni 2022 statt. Dieser Test muss momentan in Präsenz auf dem Campus abgelegt werden, was bedeutet, dass Bewerber:innen zu diesem Termin in Mainz sein müssen. Eine Einreise wird jedoch durch die Corona-Pandemie erschwert. "Langfristig ist geplant, um die Akquirierung ausländischer Studierender zu erleichtern, den Test auch online anzubieten. Dies ist momentan leider aus rechtlichen und technischen Gründen noch nicht möglich", erläuterte Schank. 

Laut eigenen Aussagen wurden während der Pandemie trotzdem gute digitale Lehrkonzepte entwickelt, die auch für die Zukunft anwendbar seien. "Nichtsdestotrotz ist die Präsenzlehre das, was wir anstreben und die Interaktion im Hörsaal ist durch nichts zu ersetzen", erklärte Schank. Davon losgelöst sei es aber auch vorstellbar, die Integration von digitalen Elementen in die Lehre voranzutreiben. 

Die Reaktion der Studierendenschaft

Der Studiengang und alle Zukunftspläne waren bis zum heutigen Tag (dem 29. April) noch mit Vorbehalt zu verstehen, da die Zustimmung von zwei universitären Gremien der JGU erst jetzt erfolgt ist: Am 6. April wurde das Konzept dem Senatsausschuss vorgelegt, nun gab es die Zustimmung des Senats: Zum Zeitpunkt des Gesprächs war die Entscheidung noch nicht verkündet worden, dennoch sah Schank der Zukunft gelassen gegenüber: "Wir haben durchaus positive Rückmeldungen vom Zentrum für Qualitätsmanagement, basierend auf eingeholten Gutachten, bekommen. Von daher sind wir hier sehr zuversichtlich."

Ähnlich positiv sieht das Feedback von Seiten der Studierenden aus: An der digitalen Informationsveranstaltung zum Masterstudiengang im Januar nahmen rund 50 Studierende teil. Darüber hinaus habe man bereits Anfragen internationaler Studierender beispielsweise aus China, Großbritannien, Russland und der Türkei erhalten, die auf den Studiengang aufmerksam geworden waren. 

Im Rahmen des Interviews hob Schank auch hervor, dass es sehr viel Unterstützung bei der Implementierung des Studiengangs von Seiten des Studienbüros des Fachbereichs und des Dezernats für Hochschulentwicklung gegeben habe.

Kontakte über den Fachbereich und den Campus hinaus

In Bezug auf die bereits bestehenden Fachressourcen sieht sich die Abteilung Wirtschaftswissenschaften bereits gut vorbereitet, um den Studiengang anbieten zu können. "Auslandssemester sind gut in das Studienprogramm integrierbar, jedoch keine Pflicht. In unserem Fachbereich haben wir diesbezüglich schon viele Kooperationen mit anderen ausländischen Universitäten, an denen sicherlich Module absolviert werden können, die sich im Masterstudiengang Quantitative Decision Making in Economics and Management anrechnen lassen", bestätigte Schank im Interview. "Perspektivisch ist es auch möglich, dass weitere Kontakte mit anderen Universitäten im Ausland geknüpft werden, die ähnliche Studiengänge anbieten", fügte er noch hinzu.

Bestimmte Module anderer Studienbereiche der JGU wie Module der Soziologie, der Informatik, der Epidemiologie und der Rechtswissenschaften können darüber hinaus als Wahlmodule belegt werden. Außerdem wird ein Modul von der deutschen Bundesbank und ein anderes vom statistischen Bundesamt angeboten. Darüber hinaus können bestimmte Wahl-Veranstaltungen an der Goethe-Universität Frankfurt besucht werden.

Auf der Ebene der Unternehmen weist der Fachbereich bereits eine hohe Dichte an Praxiskontakten auf, wobei die bestehenden Kooperationen durch neue Kontakte im Rahmen des Aufbaus des Studiengangs ausgebaut werden. 

Aus all diesen Gründen blickt nicht nur der Fachbereich 03, sondern die gesamte Gemeinschaft der JGU gespannt auf die Entscheidung des Senats und auf das kommende Wintersemester, in dem sich zeigen wird, wie sich der Masterstudiengang im Uni-Alltag entwickelt. 

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