Studentisches Projekt ruft zu Solidarität mit Geflüchteten auf

02.11.2018
Freizeit, Campus-News
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Vom 3. bis 17. November 2018 veranstaltet das Bündnis SolidariSea Veranstaltungen zum Thema "Solidarität mit Geflüchteten" in Mainz. ©SolidariSea

Das Bündnis "SolidariSea" veranstaltet vom 3. bis 17. November 2018 Veranstaltungen zum Thema Flucht und Migration. Den Abschluss bildet eine Demonstration.

Die Aktionswochen stehen unter dem Motto "Migration ist kein Verbrechen". Das studentische Projekt möchte im Rahmen unterschiedlicher Veranstaltungen Solidarität mit Menschen auf der Flucht und privaten Seenotretterinnen und Seenotrettern bekunden.

Den Auftakt macht am 3. November die Vernissage der Doppelausstellung "Welcome to Europe" // "Flüchtling? Mensch!", die den gesamten Aktionszeitraum begleitet. Während "Welcome to Europe" die erschütternde Realität in den Lagern Griechenlands und Italiens dokumentiert, gibt die Foto- und Interviewreihe "Flüchtling? Mensch!" Geflüchteten die Möglichkeit, ihr Gesicht zu zeigen und ihre Lebensgeschichte zu erzählen. Die Finissage beider Ausstellungen am 17. November beschließt zugleich die Aktionstage des Bündnisses. 

Solidarische Aktionswochen in Mainz

Im Rahmen der Aktionswochen sind  von Podiumsdiskussionen über Flashmobs bis hin zu thematischen Stadtrundgängen und Benefizkonzerten zahlreiche Veranstaltungen geplant.  So wird beispielsweise am 5. November der Film "Rettungsfahrt ins Ungewisse" gezeigt. Die Dokumentation begleitet den Mainzer Rettungsarzt Gerhard Trabert auf einer zweiwöchigen Mittelmeermission mit dem Rettungsschiff "Sea Watch 3". Anschließend gibt es eine offene Diskussionsrunde, die von Mitstreiterinnen und Mitstreitern einer Mainzer Nichtregierungsorganisation und der Hochschulgruppe RESQSHIP moderiert wird. 

Abgeschlossen werden die Aktionstage am 17. November mit einer Demonstration des deutschlandweit aktiven Bündnisses Seebrücke, das sich für sichere Häfen für Geflüchtete einsetzt. 

"Mit der aktuellen Abschottungspolitik nicht einverstanden"

SolidariSea Mainz versteht sich als loser Zusammenschluss von Menschen, die "Erfahrung in der Arbeit mit Geflüchteten und nicht-kommerzieller Veranstaltungsorganisation mitbringen". Darunter befinden sich auch einige Studierende der Uni Mainz. Das Bündnis spricht sich in einem offenen Konzept gegen die Behinderung und Kriminalisierung der Seenotrettung aus. Laut einer Pressemitteilung zum Projekt ist es "mit der aktuellen Abschottungspolitik nicht einverstanden". Vielmehr müsse man ein Zeichen der Solidarität mit Flüchtenden und Seenotretterinnen und Seenotrettern auf dem Mittelmeer setzen. 

Seit 2013 kamen knapp 20.000 flüchtende Menschen bei dem Versuch das Mittelmeer in Richtung Europa zu überqueren ums Leben, 1600 davon allein in 2018. 2014 zog sich die EU aus der staatlichen Rettungsmission "Mare Nostrum" zurück. Infolgedessen organisierten sich mehrere Nichtregierungsorganisationen, um Seenotrettung auf einer der Hauptfluchtrouten weiterhin gewährleisten zu können. Nachdem jedoch in den vergangenen Monaten Schiffen privater Rettungsorganisationen die Ausfahrt untersagt wurde, gibt es auf dem zentralen Mittelmeer kaum noch organisierte Seenotrettung. In der Pressemitteilung von SolidariSea Mainz heißt es, die EU nehme das Sterben an ihren Außengrenzen in Kauf und instrumentalisiere es zu Abschreckungszwecken. Die Mainzer Aktionstage sollen ein Ausdruck dieser Kritik sein.

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