#sozialvernetztbleiben gegen anonyme schwarze Bildschirme

27.04.2021
Campus-News, Studium
hb

Die Initiative #sozialvernetztbleiben soll das Sozialleben der Studierenden bereichern - trotz Arbeit im Homeoffice und Abstandspflicht.

Nach zwei Pandemiesemestern wird die digitale Lehre zur Routine. Die fächerübergreifende Initiative #sozialvernetztbleiben will nun das Sozialleben der Studierenden an der JGU Mainz verbessern.

#sozialvernetztbleiben – unter diesem Motto soll im Sommersemester 2021 das Sozialleben der Studierenden in der digitalen Lehre gefördert und verbessert werden. Dabei steht nicht nur die Kommunikation der Studierenden untereinander, sondern auch mit dem:der Dozierenden im Vordergrund. 

Das Projekt ist aus dem Gutenberg Ideeathlon 2020 hervorgegangen. Dort arbeiteten Studierende, Dozierende und Mitarbeiter:innen der JGU an Ideen für die Umsetzung des damals noch hybrid geplanten Wintersemesters 2020/21 (campus-mainz.net berichtete). Bei der DIES LEGENDI-Tagung 2020, wo u.a. auch besonders engagierte Lehrkräfte der JGU ausgezeichnet wurden, belegten die ersten Konzepte der Gruppe den ersten Platz des Publikumvotings

Initiatorin des Projekts ist die aus dem Ideeathlon hervorgegangene Gruppe "Zusammen gegen das Gefühl sozialer Isolation". Diese besteht aus Dr. Maria Gropalis und Anna Janßen von der Psychotherapeutischen Beratungsstelle (PBS), einer Mitarbeiterin des Deutschen Instituts für Menschenrechte, sowie Vertreter:innen der Abteilung Internationales, der Stabsstelle Gleichstellung und Diversität und Studierenden der JGU.

Trust Buddys als zentrale Ansprechpartner:innen

In den Moodle-Kurs #sozialvernetztbleiben kann sich jede:r zeitlich ungebunden einschreiben. Dort finden sich zwei Präsentationen mit Anregungen für Studierenden und Dozierende. 

Zentral für die soziale Vernetzung der Studierenden ist das Konzept der Trust Buddys. Ein Trust Buddy ist ein:e Studierende:r, der:die sich freiwillig dazu entscheidet, Ansprechpartner:in für die Studierenden einer Lehrveranstaltung zu werden. Zu den Aufgaben der Trust Buddys zählt ebenfalls die Organisation digitaler Treffen außerhalb des Lehrkontextes. Pro Lehrveranstaltung soll im Sommersemester mindestens einen Trust Buddy gefunden werden. 

Die Rolle des Trust Buddys sollte in der jeweils ersten Einheit einer Lehrveranstaltung vergeben werden. Die Übernahme des Postens ist freiwillig und wird durch einen Workshop der Psychotherapeutischen Beratungsstelle ergänzt. Pro Semester soll mindestens ein digitales Treffen stattfinden, das der Trust Buddy frei gestalten kann. Ein Dokument im Moodle-Kurs nennt erste Anregungen, darunter Treffen über die Plattform "Gather" oder Campus- und Stadtrundgänge in Kleingruppen. 

Dozierende sollen Kommunikation anregen

Die Dozierenden sollen in Kontakt mit dem Trust Buddy stehen und diesem Raum für Veranstaltungsankündigungen während der Lehrveranstaltung anbieten. Abgesehen davon bietet der Moodle-Kurs Tipps für die digitale Kommunikation von Dozierenden mit ihren Studierenden. 

So sollen die Dozierenden ihre Studierenden nicht nur dazu anregen, ihre Kameras während der Online-Veranstaltung anzuschalten, sondern auch mehr kommunikative Aufgaben verteilen. Zudem sollen die Studierenden stärker persönlich angesprochen und Diskussionen angeregt werden. Als Teil der Initiative wird auch empfohlen, die Veranstaltung häufiger für Fragerunden, auch zur aktiven Mitgestaltung des Kurses, zu unterbrechen. 

Um Gespräche wie im Hörsaal anzuregen und so die Interaktion der Studierenden untereinander zu fördern, sollen die Dozierenden die digitalen Konferenzräume früher öffnen und später schließen. Leiter:innen asynchroner Lehrveranstaltungen wird geraten, trotzdem einen Raum zur Seminarzeit anzulegen, um Studierenden auch im Rahmen von Gruppenarbeiten, nicht nur Austauschmöglichkeiten, sondern auch Struktur zu bieten. 

Außerhalb der Lehrveranstaltung sind Dozierende dazu angehalten, auf die Wichtigkeit sozialer Interaktion hinzuweisen, digitale Sprechstunden anzubieten und im Kontakt mit den Fachschaften eigene Ideen zur Verbesserung der Interaktion zu entwickeln. 

"Gefühl des Studierens" erhalten

Dr. Maria Gropalis hofft, "das Gefühl des Studierens" in den Vordergrund bringen zu können, nachdem die technischen Herausforderungen in den ersten beiden Coronasemestern gemeistert wurden. 

Prof. Dr. Stephan Jolie, Vizepräsident für Studium und Lehre, zeigt sich besonders überzeugt von dem Konzept der Trust Buddys. Man könne zwar die soziale Interaktion des normalen Studienbetriebs "mit rein digitalen Mitteln nicht ersetzen", stattdessen aber versuchen, im Laufe des Semesters einen "gemeinsamen Ausgleich" zu finden. 

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