SB II-Räumung: Fachschaftsräte einigen sich mit Uni auf neuen Standort

18.10.2021
Campus-News
tb

Da das SBII demnächst abgerissen werden soll, werden die Räumlichkeiten Schritt für Schritt verlegt - dies betraf auch mehrere Fachschaften.

Gegenüber des Philosophicums liegt die Physikalische Chemie. Dort sind den Fachschaften in Gesprächen mit der Uni zwei Räume zugesprochen worden.

Mehrere Fachschaftsräte haben sich an die JGU Mainz gewandt, um gegen die Verlegung ihrer Räumlichkeiten abseits des Campus zu protestieren – gemeinsam mit der Uni wurde jetzt eine Lösung gefunden.

Die Fachschaftsräte Anglistik/Amerikanistik/Englisch, GeKoThe (Germanistik, Komparatistik, Theaterwissenschaft), Kulturanthropologie, Lehramt, Linguistik und Philosophie müssen gegen Ende des Jahres 2021 das Gebäude SB II verlassen, weil eine Kernsanierung geplant ist. Um sich gegen eine geplante Verlegung in die Isaac-Fulda-Allee zu wehren, haben sich die Fachschaftsräte zusammengetan und Ende August einen offenen Brief an die Kanzlerin der JGU Mainz, Dr. Waltraud Kreutz-Gers, und den Vizepräsidenten für Studium und Lehre, Univ.-Prof. Dr. Stephan Jolie, verfasst. 

Dabei kritisieren sie, dass der neue geplante Sitz der Fachschaftsräte 24 Minuten fußläufig vom Hauptlernort der zu vertretenden Studierenden, dem Philosophicum, entfernt sei. Vor acht Jahren sei den Fachschaften noch versprochen worden, dass sie ins Philosophicum zurückkehren könnten, sobald das SB II saniert würde. Nun bemängeln sie, dass sie mit dem Umzug in die Isaac-Fulda-Allee für geplante zwölf Jahre zu weit von den Studierenden entfernt seien. Denn bei dieser Entfernung sei man für die Studierenden “unsichtbar“, sodass diesen ein angemessener Ort für Fragen rund ums Studium verloren gehe. 

StuPa und AStA unterstützen Protest 

Auch die regelmäßigen Sitzungen der Fachschaften würden dadurch verhindert, da die Fachschaftsmitglieder im normalen Studiumsalltag keine Zeit hätten, den langen Weg hinter sich zu bringen. Die Verlegung zeige nicht nur eine "Geringschätzung unserer Tätigkeit", sondern vernichte zudem eine "tragende Säule der Universität", nämlich die Funktionsfähigkeit von Fachschaften. Der Verfasser:innen des offenen Briefs verweisen in dem Zuge auch auf die schwindende Attraktivität der JGU im Universitätsvergleich. Die Forderung nach alternativen Orten sei demzufolge kein "Eigennutz".

Der offene Brief bittet die Adressat:innen der Universitätsleitung darum, mit Rede- und Kompromissbereitschaft Einfluss auf den Entscheidungsprozess zu nehmen. Der Protest der Fachschaftsräte wird unter anderem vom 71. Studierendenparlament (StuPa) und dem Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) unterstützt. 

Zwei Räume für sechs Fachschaften werden "kuschelig"

Der offene Brief scheint gewirkt zu haben: Auf Anfrage von Campus Mainz bestätigen die betroffenen Fachschaften eine Konferenz am 20. September mit dem Vizepräsidenten Prof. Dr. Jolie und dem Dekan des Fachbereichs 05 (FB 05), Prof. Dr. Gall. Das Treffen fand etwa drei Wochen nach der Veröffentlichung des offenen Briefs statt. Im Gegensatz zu vorherigen Gesprächen mit Universitätsvertreter:innen sei die Lage der Fachschaften diesmal ernst genommen worden, berichten die Fachschaftsräte.

Deshalb sei es zu einer gemeinsamen Lösung gekommen: Nach Einsatz des Dekanats seien in Zukunft zwei Räume im Gebäude der Physikalischen Chemie für die fünf betroffenen Fachschaften des FB 05 und die Fachschaft Buchwissenschaft reserviert. Der neue Standort liegt damit gegenüber des Philosophicums.

Auch wenn es für die sechs Fachschaften in den zwei Räumen künftig "kuschelig" werde, freue man sich, weiterhin auf dem Campus vertreten zu sein, so die Fachschaftsräte in einer gemeinsamen Antwort. Die zuerst vorgeschlagenen Räumlichkeiten in der Isaac-Fulda-Allee bleiben den Fachschaften erhalten und dienen als "Back-Office" neben den Räumen auf dem Campus. 

Enge Zusammenarbeit aller betroffenen Fachschaften gelobt

Neben der Einigung mit der Universität sei laut den Fachschaftsräten auch dem Verhandlungsprozess etwas Positives abzugewinnen: Die Fachschaftsräte arbeiteten in der Zeit eng zusammen. Sie hoffen auf eine Fortsetzung dieser guten Zusammenarbeit in einer Zukunft, in der aufgrund der Raumsituation ein toleranter Umgang untereinander von Vorteil sein werde. Die Lösung sei zwar "nicht optimal", jedoch wolle man das Beste draus machen und freue sich letztlich zudem über das Engagement und die Unterstützung der Universität.  

Die ebenfalls betroffene Fachschaft Lehramt aus dem Fachbereich 02 ist an dieser Lösung nicht beteiligt, zeigt sich aber zuversichtlich, da die Universität ihr gegenüber "super kooperativ, verständnisvoll und bemüht" auftrete. Am 20. Oktober steht ein Gespräch mit dem Dekan zur Klärung der Situation an. Auch sie loben außerdem die gute Zusammenarbeit unter den betroffenen Fachschaften. 

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