Ohne Panik in die Prüfungsphase: Tipps zur Studienorganisation

09.01.2020
Service, Studium...
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Im alltäglichen Trubel aus Uni, Job und Freizeit macht man sich nur ungern Gedanken um bevorstehende Klausuren oder Hausarbeiten. Mit diesen 5 Tipps kannst du die Lernphase jedoch beruhigt angehen und die Prüfungen trotzdem meistern!

Sich nach der Uni oder dem Job noch zum Lernen zu motivieren, ist für viele Studierende schwer. Wie du aber trotz Verpflichtungen die Prüfungsphase meistern kannst, erfährst du in den folgenden Tipps.

Die Zeit der langen Bibliotheksabende und Lernnächte ist wieder einmal gekommen. Tutorien und Übungen, Zusammenfassungen der Vorlesung und viele, viele Bücher stehen auf dem Programm. Die Motivation, all die Texte zu lesen und die Inhalte der verschiedenen Prüfungsthemen zu lernen, ist dabei bekanntlich schwindend gering.

Damit die kommende Lernphase jedoch nicht direkt mit der großen Prüfungspanik beginnt und ihr dem Vorsatz, beim nächsten Mal mehr für die Uni zu machen, nachgehen könnt, haben wir fünf Tipps zur Studienorganisation für euch zusammengestellt:

Tipp 1: Frühzeitige Planung lohnt sich

Referate, Hausarbeiten, Tutorien und Prüfungen, dazu noch den Nebenjob, den eigenen Haushalt, Familie und Freunde unter einen Hut zu bringen, ist eine große Herausforderung neben der eigentlichen Präsenzzeit auf dem Campus. Wer hier nicht gut plant, gerät schnell in Hektik oder Stress. Deshalb lohnt sich eine frühzeitige Planung auch noch vor den Prüfungen. 

Ein großer Wandkalender ist ein gutes Mittel und bietet dir einen Überblick über die verbleibende Zeit bis zum Prüfungstermin. Markiere zunächst gut sichtbar die Klausurtermine oder die Abgabefristen deiner Hausarbeiten, danach Termine und Verpflichtungen wie z.B. deinen Nebenjob und deine Kurse. So kannst du besser abschätzen, wie viele Stunden dir am Tag bzw. in der Woche zum Lernen verbleiben. Besonders hilfreich ist zudem, wenn du den Kalender über deinen Schreibtisch hängst oder ihn an deiner Tür platzierst, sodass du diesen immer im Blick hast. Alternativ kannst du einen Taschen- oder Onlinekalender führen. Auf der Seite der Psychotherapeutischen Beratungsstelle (PBS) gibt es auch Vorlagen zum Ausdrucken.

Hast du deine Termine eingetragen, ist es wichtig, dir einen Überblick über die Prüfungsinhalte zu verschaffen. Hierzu empfiehlt es sich, erst einmal alle Skripte, Übungsaufgaben oder Handouts auszudrucken oder sie an einem Ort auf deinem Laptop abzuspeichern, je nach deinen eigenen Präferenzen. Schaue dann, welche der Inhalte prüfungsrelevant sind und welche nicht. 

Die ALPEN-Methode kann dir helfen, deinen Lernplan optimal zu gestalten. Bei dieser Methode notierst du dir zunächst alle prüfungsrelevanten Inhalte, also zum Beispiel Kapitel 1-10 & Tutorium 1-8. Versuche nun einzuschätzen, wie viel Zeit jede der Aufgaben benötigt. Wie lange brauchst du z.B. für das Lösen einer Tutoriumsaufgabe? Wie viel Zeit benötigst du, bis du eine Vorlesung bzw. ein Kapitel zusammengefasst hast? Notiere diese Zeiten und plane vor allem auch Pufferzeiten ein! Wichtig bei dieser Methode ist, dass du Prioritäten setzt und dir nicht zu viel Aufgaben am Tag vornimmst. Reflektiere diesen und deine Woche immer wieder, damit du deinen Plan gegebenfalls überarbeiten und anpassen kannst.

Tipp 2: Zeitmanagement

Zeitmanagement ist besonders in Prüfungs- und Lernphasen relevant. Rückt die Klausur oder Abgabefrist immer näher, wird schnell mal auf Schlaf verzichtet, Termine und Treffen mit Freunden werden kurzfristig abgesagt und zum Abendessen gibt es etwas vom Lieferservice anstatt des geplanten selbstgekochten Essens. Dass das auf Dauer nicht gesund ist, muss hier nicht extra erwähnt werden. 

Gerade bei der Wochen- und Tagesplanung ist es wichtig, eine gute Balance zwischen Schlaf, Arbeit und Freizeit zu schaffen. Setze Prioritäten bei deinen Aufgaben und vernachlässige Pausen und Freizeit nicht, denn dadurch schaffst du einen guten Ausgleich und kannst dich innerhalb der Lernzeiten besser konzentrieren. Nach dem Eisenhauer-Prinzip kannst du deine Aufgaben nach Wichtigkeit und Dringlichkeit sortieren, damit du nicht zu viel Zeit mit eher unwichtigen Aufgaben verschwendest und den Fokus richtig setzt. 

Um der Aufschieberitis namens Prokrastination entgegenzuwirken ist es hilfreich, wenn du dir deine Lerneinheiten wie feste Termine mit dir selbst einträgst. Hast du deine Ziele oder Aufgaben für den Tag geschafft, belohne dich außerdem für deine Leistungen z.B. durch einen spannenden Film, oder vereinbare ein Treffen mit deinen Freund:innen. Diese kleinen Belohnungen helfen nicht nur, einen Ausgleich zum Lernen zu schaffen, sondern auch, deine Motivation zum weiteren Lernen aufrecht zu erhalten.

Tipp 3: Motivation ist dein größter Freund...

...und Prokrastination in der Lernphase dein größter Feind! Deshalb ist es wichtig zu wissen, warum man sich dem ganzen Stress der Prüfungsphase aussetzt. Schließlich möchte man gute Noten schreiben, um einen guten Abschluss zu erzielen. Doch leider reicht dieser Gedanke in der heißen Phase oft nicht aus. Versuche deshalb, deine persönlichen Ziele so genau wie möglich aufzuschreiben. Orientiere dich dabei an dem Gefühl, wenn du deine Lernziele erreicht, die Klausur geschafft oder eine gute Note bekommen hast. Diese positiven Gedanken und Gefühle können deine Motivation steigern, v.a. wenn du dir diese Ziele regelmäßig vor Augen führst.

Eine Lernumgebung, in der du dich wohlfühlst und konzentrieren kannst, trägt ebenso dazu bei, der Prokrastination keine Chance zu geben. Suche dir einen hellen Arbeitsplatz oder gehe in die Bibliothek, um Ablenkungen zu vermeiden. Um dich zum Lernen aufzuraffen ist es zudem ratsam, wenn du einer bestimmten Routine nachgehst, bevor du dich an den Schreibtisch setzt. Eine gute Möglichkeit ist zum Beispiel, sich einen Tee oder Kaffee zu kochen und sich damit an den Schreibtisch zu setzen.

Besonders wenn dich der große Berg von Aufgaben oder Büchern abschreckt und demotiviert, ist es wichtig, größere Aufgaben aufzuteilen. Ein Vorlesungsskript besteht meist aus mehreren Kapiteln. Diese wiederum sind in mehrere Themen oder Abschnitte aufgeteilt. Anstatt das Skript als Ganzes angehen zu wollen, konzentriere dich lieber nur auf einen Abschnitt. Hast du diesen geschafft, gehst du den nächsten Abschnitt an. Hierbei ist der wichtigste Tipp: Fang einfach an. Aller Anfang ist schwer, aber wenn du erstmal einen kleinen Aufgabenteil geschafft hast, ist die Motivation weiterzumachen bereits viel größer.

Tipp 4: Mit der richtigen Lernstrategie zum Erfolg

Nachdem du deine Zeit gut geplant und eingeteilt hast, gilt es nun, diese wertvolle Zeit auch möglichst effektiv zu nutzen. Damit das gelingt, hilft es, die für sich beste Lernstrategie herauszufinden. Es gibt verschiedene Lerntypen und nicht jeder lernt auf die gleiche Weise gleich gut. Visuellen Lerntypen z.B. hilft es vermutlich, die Informationen aufzuschreiben oder sich Mindmaps oder Grafiken dazu anzulegen. Auditive Lerntypen können sich das zu Lernende aufnehmen und anhören, um es sich einzuprägen. Je nachdem, welcher Lerntyp du bist, kannst du deine Lernstrategie anpassen und effektiv gestalten. 

Für viele Studierende ist es zudem hilfreich, Lerngruppen zu bilden oder sich für gemeinsame Lernsessions zu verabreden. Auch Videos oder Apps können hinzugezogen werden. Probiere einfach verschiedene Weisen und Strategien aus und schau, was für dich am besten funktioniert.

Tipp 5: Mach dich nicht verrückt!

Nicht zuletzt ein sehr wichtiger Tipp, denn in jeder Lernphase kann es Tage geben, an denen nichts funktioniert, man die eigenen Pläne nicht einhalten oder man sich einfach nicht konzentrieren oder aufraffen kann: Solange diese Tage nicht zum Normalfall werden, braucht man sich deshalb nicht verrückt zu machen – und auch dann nicht. Vielen Studierenden wird nicht das Lernen selbst, sondern der Druck, den sie sich machen, zum Verhängnis. Deshalb gilt: Sei nicht zu streng mit dir. Auch wenn die Klausur immer näher rückt, solltest du versuchen, eine gesunde Balance zwischen Arbeit und Freizeit zu erhalten und dir bewusst Pausen und Belohnungen zu gönnen.

Weiterhin können positive Gedanken und Gefühle vor allem in stressigen Phasen dazu beitragen, psychisch gesund zu bleiben und durch die Klausurenphase zu kommen. Sollte dir der Stress aber trotzdem zu viel werden, ist es wichtig, deine Sorgen und Ängste ernst zu nehmen und mit Freunden, der Familie oder einer Person deines Vertrauens darüber zu sprechen. 

Gute Möglichkeiten gibt es auch an entsprechenden Stellen der Universität wie der Psychotherapeutischen Beratungsstelle oder durch spezifische Angebote deines Fachbereichs (https://www.lob.uni-mainz.de/beraten/). Die LOB-Beratungsprojekte bieten offene Sprechstunden an, die du auch wahrnehmen kannst, bevor dir alles zu viel wird. Denn du musst nicht bereits im tiefsten Tal wandern, bevor du Hilfe von außen annimmst. 

Auch Online-Angebote wurden durch die PBS oder die Uni verwirklicht, so auch das neue Portal "me@JGU" (campus-mainz.net berichtete). Viele der Angebote werden innerhalb des universitären Projektes "LOB- Lehren Organisieren Beraten" angeboten und können zudem über die Seite "lob4students" aufgerufen werden.

Mach dir selbst also nicht zu viel Druck und scheue nicht davor zurück, Hilfe anzunehmen oder mit deinen Freund:innen zu sprechen. In den meisten Fällen geht es diesen genauso und ihr könnt zusammen Lösungen finden und die Lernphase meistern.

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