Neu eingeweihte Kunstlandschaft auf dem Campus

08.09.2020
Freizeit
wvm

Gemeinsam weihen (v.l.n.r.) Liesel Metten, Gabriele Ptok, Prof. Dr. Georg Krausch, Prof. Dr. Elisabeth Gateff und Prof. Dr. Stephan Jolie den "Büchersessel" ein.

Prof. Dr. Stephan Jolie (rechts) sieht in der Sesselskulptur eine Gelegenheit, um die eigenen vergessenen Bücher neu zu entdecken. Foto/©: Peter Pulkowski, JGU

Prof. Dr. Elisabeth Gateff (links) und Silvia Willkens (rechts) erläutern die Hintergründe des Fassaden-Prints "Wovon wir träumen".

Nicht nur an der Fassade des GFG, auch im Gruppenarbeitsraum der Zentralbibliothek ist Willkens' "Wovon wir träumen" zu finden.

Am 1. September 2020 wurden durch die Universitätsleitung in Anwesenheit der Kunstschaffenden und der Stifterinnen zwei Werke vor der Zentralbibliothek und dem Georg Forster-Gebäude (GFG) eingeweiht.

Auch Universitätspräsident Prof. Dr. Georg Krausch, Vizepräsident für Studium und Lehre Prof. Dr. Stephan Jolie und der Dekan des FB 02, Prof. Dr. Gregor Daschmann, stellten vor Ort die beiden Werke vor: Die Skulptur "Dem ungelesenen Buche", eine Art Büchersessel, steht seit Juni auf der Wiese vor dem GFG. Das Gemälde "Wovon wir träumen" ist seit etwa einem Jahr als Großdruck an der rechten Außenfassade des GFG und im Original in der Zentralbibliothek zu finden.

Bronzene Verwandlung für vergessenes Papier

Die Skulptur des "Büchersessels" umfasst 400 Bücher aus Altpapiertonnen. Diese wurden von Schüler:innen der nach der Künstlerin benannten Liesel-Metten-Schule in Nieder-Olm eingegipst, angestrichen und schließlich als Bronzeabguss umgesetzt. Neben Liesel Metten selbst war auch die Schulleiterin Gabriele Ptok als Vertreterin der Schule anwesend, um das Kunstwerk vorzustellen. Liesel Metten wurde u.a. 2016 mit dem Verdienstorden des Landes Rheinland-Pfalz ausgezeichnet. Dem Werk liegt Mettens Idee zugrunde, dass jedes Buch bewahrt werden müsse, wenn es nicht (mehr) gelesen werde, im Zweifel auch als Kunstobjekt. Die Skulptur wurde insbesondere in Hinblick auf die vielen tatsächlich kaum, von nur Wenigen oder gar nicht gelesenen Bücher - gerade auch im wissenschaftlichen Bereich -  geschaffen.  

Der Stuhl ist für seine Besucher "besetzbar" und richtet von dort aus dann den Blick der Nutzer:innen in Richtung der geplanten "Neuer Mitte", die auch den Neubau der Zentralbibliothek (ZB) umfassen soll (campus-mainz.net berichtete). Dorthin soll der Büchersessel der JGU zufolge umziehen, sobald das Bauprojekt abgeschlossen ist.

Die Stifterin, Prof. Dr. Elisabeth Gateff, lehrte vor ihrem Ruhestand an der JGU und wendet nun erneut ein Kunstwerk dem Campus zu. Bisher hat sie u.a. die "Bärin mit Jungen" und die "Tanzpartie" für den Botanischen Garten der JGU gestiftet.

Zeitlose Zukunftsträume

Das Bild "Wovon wir träumen" ist in der Zentralbibliothek und an der einzigen Nicht-Glas-Fassade des GFG zu finden. Es stellt fünf junge Menschen "ohne besondere Attribute" dar und soll damit, so die Künstlerin Silvia Willkens, verschiedene Kulturen, nicht aber einzelne Personen repräsentieren. Zeitlos stehen sie Willkens zufolge für die Studierenden, die "nie älter werden", sondern "immer ca. Anfang 20 sind". Vor der offiziellen Einweihung gab es an dieser allgemein ausgerichteten Darstellungsform jedoch auch vereinzelt Kritik von Studierenden, die sich mehr Diversität wünschten (campus-mainz.net berichtete).

Willkens hat einen Teil ihrer künstlerischen Ausbildung an der JGU absolviert und setzt sich für mehr Kunst im öffentlichen Raum ein, weshalb sie u.a. 2012 die Wandgestaltung "Ricercare" am Institut für Anthropologie der JGU realisierte. Sie wurde mehrfach mit Ersten Preisen für Kunst am Bau ausgezeichnet. Sie hatte das Gemälde in der Zentralbibliothek zunächst unter dem Motto "Wovon wir träumten" als Hommage an ihre Generation vor vier Jahrzehnten angelegt. Die Kunstwerke stehen nunmehr im Zeichen der Zeitlosigkeit unter dem Motto "Wovon wir träumen".

Die Platten an der Außenwand des GFG sind Prof. Dr. Daschmann zufolge "graffitifest" und stellen nur einen ausschnittsweisen Druck des Originals dar, das sich im Gruppenarbeitsraum über dem Eingang der Zentralbibliothek befindet. Das Original in der Zentralbibliothek aus dem Jahr 2016 beinhaltet auf seiner linken Seite einen freien, noch nicht festgelegten Raum, der aus maßstäblichen Gründen nicht für den Fassaden-Print übernommen wurde.

Der Fassaden-Print wurde wie der "Büchersessel" ebenfalls von Prof. Dr. Elisabeth Gateff gestiftet. Die Stifterin des Gemäldes in der Zentralbibliothek, Heidrun Feine, war früher in der Ausbildungsförderung der Versicherungswirtschaft tätig. Nun engagiert sie sich, wie Willkens, ebenfalls für die Platzierung von Kunstwerken im öffentlichen Raum.

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