Nerven gefragt bei der Wohnungssuche

23.01.2019
Wohnen
sw

Ob sie ein WG-Zimmer oder ein Einzelappartment mieten, spielte für die Erstsemester bei der Wohnungssuche keine große Rolle.

Obwohl die Mehrheit der Erstsemester die Wohnungssuche in Mainz als problematisch einstuft, sind die meisten von ihnen mit ihrer Wohnsituation zufrieden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Instituts für Soziologie der JGU Mainz.

Zu Beginn des Wintersemesters 2018/19 wurden im Rahmen eines Lehrforschungsprojekts mehr als 500 eingeschriebene Erstsemester der JGU Mainz zu ihren Erfahrungen mit der Wohnungssuche befragt. Laut  Studie schätzen 73% der Befragten die Wohnungssuche in Mainz eher schwierig bis sehr schwierig ein. Gleichzeitig geben 58% der Befragten an, mit ihrer aktuellen Wohnsituation zufrieden zu sein.

Jedoch gibt auch jeder vierte Befragte an, innerhalb eines Jahres die Wohnung schon wieder wechseln zu wollen. Schließt man die Studierenden aus, die bei ihren Eltern oder Verwandten wohnen und nichts für ihre Unterkunft bezahlen, beträgt der mittlere Wert der Mietkosten 365 Euro – mehr als 100 Euro mehr als der BaföG-Satz für die Miete vorsieht.

Zeitdruck und Angstgefühle

Vor allem Zeitdruck und die Angst vor Semesterbeginn keine Wohnung zu finden, haben die Studierenden bei der Wohnungssuche begleitet. Die wenigsten von ihnen denken jedoch, dass mehr Zeit ihnen zu einer besseren Wohnung verholfen hätte. "Dies zeigt, dass die Studierenden den Wohnungsmarkt als gesättigt beziehungsweise überfüllt wahrnehmen", stellen Dr. Jürgen Schiener und Dr. Felix Wolter, die leitenden Dozenten des Lehrforschungsprojekts, fest. Etwas weniger als die Hälfte der befragten Erstsemester gibt darüber hinaus an, aufgrund der angespannten Lage auf dem Wohnungsmarkt ihre Ansprüche herabgesetzt zu haben.

Soziale Herkunft entscheidender Faktor

Sowohl in Bezug auf Suchdauer und damit einhergehende Ängste als auch bezüglich tatsächlich gescheiterten Wohnungssuchen spielt die soziale Herkunft der Studierenden eine entscheidende Rolle. Erstsemester mit wohlhabenderen Eltern haben in jederlei Hinsicht weniger Schwierigkeiten bei der Wohnungssuche und müssen im Schnitt weniger Aufwand betreiben, um fündig zu werden.

Wohnform spielt keine Rolle

Wenig überraschend gaben die meisten der Studierenden die Größe der Wohnung, die zu zahlende Miete und den Weg zur Uni als wichtigste Kriterien bezüglich der Wohnqualität an. Die Wohnform und Wohnumgebung waren für die meisten Befragten dahingegen eher unwichtig. Es spielt für sie keine Rolle, ob sie in einer WG, einer Mietwohnung oder einem Zimmer im Wohnheim untergekommen sind. 

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