Mit dem Semesterticket nach St. Goar

04.02.2021
Freizeit
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Durch seine Lage im Mittelrheintal zählt St. Goar zum UNESCO-Weltkulturerbe. Doch die Stadt hat noch mehr zu bieten als ihre Rheinpromenade.

In der Kleinstadt scheinen die Uhren geradezu stillzustehen - besonders ohne die Tourist:innenströme, die aufgrund der Corona-Pandemie derzeit ausbleiben.

Die historischen Gässchen und Straßen laden zum Abschalten vom Alltagsstress ein.

Ebenfalls historisch ist das deutsche Puppen- und Bärenmuseum, das einen Blick in vergangene Kindertage erlaubt.

Jenseits von St. Goar bietet das Mittelrheintal viele Möglichkeiten zum Wandern, Radeln und Paddeln.

Die historische Altstadt beherbergt außerdem alte Kirchengemäuer und Erinnerungen an den Gründervater des Ortes: Der Heilige Goar war hier als Missionar tätig.

Wer nach einer Auszeit mit Altstadt-Flair sucht, der kommt um die idyllische Kleinstadt St. Goar nicht herum. Im Mittelrheintal gelegen, zählt der Ort seit fast 20 Jahren zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Um von Mainz nach St. Goar zu kommen, muss man sich auf eine Fahrzeit von circa einer Stunde einstellen. Vom Mainzer Hauptbahnhof gelangt man mit dem RB26 in Richtung Köln direkt in die am Rheinufer gelegene Kleinstadt. Und schon die Zugfahrt ist ein Erlebnis, denn der Ausblick auf Weinberge und idyllische Städte im Mittelrheintal begleitet die einstündige Anfahrt. St. Goar ist aber ebenso mit dem Auto von Mainz aus gut zu erreichen. Auch hier ist man in circa einer Stunde vor Ort und kann bei An- und Abreise die Aussicht auf die Natur und die zahlreichen Kleinstädte entlang des Rheins im Mittelrheintal genießen.

Kleine Auszeit mit Altstadt-Flair

Am Bahnhof angekommen, fallen direkt die bunten Häuserfassaden und die kleinen, verwinkelten Gassen auf. Bei einem Spaziergang durch die Altstadt St. Goars kommt man an so mancher Sehenswürdigkeit vorbei. Um einen Überblick über die Stadt und ihre Geschichte zu bekommen, sollte man sich auf der Via Sancti Goaris auf einen kulturhistorischen Stadtrundgang begeben. Hierbei können an insgesamt 36 Stationen alle attraktiven Orte der Stadt erkundet werden.

Ein Highlight ist dabei das Deutsche Puppen- und Bärenmuseum, welches ein Zuhause für knapp 3000 Puppen, Bären und Spielzeuge bietet und seine Besucher:innen mit seinem Charme und kindlicher Nostalgie verzaubert. Direkt neben dem Museum befindet sich außerdem die größte frei hängende Kuckucksuhr der Welt.

Auf dem weiteren Weg durch die Stadt fällt auch die Stiftskirche mit dem Denkmal des Heiligen St. Goar, dem Namensgeber der Stadt, auf. Der Heilige Goar legte um 511 n.Chr. den Grundstein für die Stadt St. Goar an dem Ort, an dem später auch die Stiftskirche erbaut wurde.

Natur-Idylle am Rhein

Neben einer Entdeckungstour durch die Altstadt von St. Goar lässt sich auch die umliegende Natur erkunden. Neben vielen Tourist:innenattraktionen ziehen auch der Anblick der vielen Weinberge und Burgen sowie die um die Stadt herum gelegene Wanderwege Naturliebhaber:innen und Wanderfreund:innen an. Ein ausgiebiger Spaziergang entlang des Rheins bietet die ideale Gelegenheit, um einmal abzuschalten, den Alltag hinter sich zu lassen und sich einfach zu entspannen.

Von St. Goar aus fällt der Blick auch auf den gegenüberliegenden Loreleyfelsen auf der hessischen Rheinseite. Hierbei handelt es sich um einen ca. vier Millionen Jahre alten Schieferfelsen, von dem man aus 132 Meter Höhe den Blick über die umliegenden Orte wie St. Goar schweifen lassen kann. Die Attraktion erreicht man schnell und kostengünstig u. a. mit der Loreley-Fähre, die St. Goar und das auf der gegenüberliegenden Rheinseite gelegene St. Goarshausen miteinander verbindet.

So außergewöhnlich wie der Ausblick ist auch die Legende um die namensgebende Frauengestalt Loreley. Der Sage nach brachte die Zauberin namens Loreley mit ihrem Gesang und ihrer Schönheit unzählige Männer um den Verstand, sodass diese die Kontrolle über ihre Schiffe verloren und im Rhein kenterten. Faktisch gilt die Biegung um den Loreleyfelsen allerdings auch jenseits der Sage als besonders schwieriges Fahrgewässer.

Eine Zeitreise ins Mittelalter

Das Mittelrheintal wurde, u. a. aufgrund der zahlreichen Burgen links und rechts des Flusses, 2002 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt. Zu diesen Festungen zählt auch die Burg Rheinfels, die sich in unmittelbarer Nähe von St. Goar befindet. Die Burg wurde im Mittelalter als Zollburg für Schiffe erbaut und im Zuge der französischen Revolution nahezu komplett zerstört.

Heute beherbergt die Ruine der ehemaligen Burg das Vier-Sterne-Hotel Schloss Rheinfels, das mit vielen kulinarischen Genüssen aus der Region auch Besucher:innen unterschiedlichster Herkunft anlockt. Außerdem werden auf der Burg kostengünstig verschiedene Führungen angeboten, wie zum Beispiel musikalische Führungen oder Themenführungen rund um das Mittelalter.

St. Goar und St. Goarshausen ziehen besonders im September viele Besucher:innen an – denn dann findet traditionell das Fest "Rhein in Flammen – Die Nacht der Loreley" statt. Dabei werden von Schiffen auf dem  Rhein aus große Feuerwerke veranstaltet und in den Städten bieten diverse Verkaufsstände Gelegenheit zum Stöbern, Schlemmen und Spazieren.

Ruhiger Rückzugsort statt Party-Tour

Mit knapp 2800 Einwohner:innen ist St. Goar weitaus kleiner als Mainz oder auch Wiesbaden. Für jemanden, der einen Party-Ausflug plant und die ein oder andere Kneipe oder Bar erkunden möchte, ist St. Goar also wahrscheinlich nicht das ideale Reiseziel. Wer sich jedoch vom Charme, der Magie und der Nostalgie der am Rhein gelegenen Kleinstadt verzaubern lassen möchte, der sollte sich diese Stadt nicht entgehen lassen. 

Anm. d. Red.: Um nach St. Goar zu kommen, sind wir mit dem Auto und nicht mit den öffentlichen Verkehrsmitteln angereist. Zurzeit sind, im Rahmen der Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie, zahlreiche Indoor-Angebote in St. Goar (wie etwa Museen und Restaurants) geschlossen (Stand: Februar 2021).

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