Mit dem Semesterticket nach Eltville am Rhein

06.04.2018
Freizeit
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Blick von der Kurfürstlichen Burg Eltvilles den Rhein entlang Richtung Westen.

Eltville und die Ausläufer des Taunus

Burg Crass, auch Schloss Rheinberg genannt, ist das älteste Gebäude Eltvilles und werde um 1000 errichtet.

Die Rheinpromenade lädt zum Entspannen ein.

Kleine verwinkelte Gassen prägen das Stadtbild Eltvilles.

"Am Markt", im Herzen der Altstadt

Die Kurfürstliche Burg im Abendlicht

Sonnenuntergang am Rhein

Kurz hinter Wiesbaden zwischen Weinbergen und Rhein liegt Eltville. Ob schöne Aussichten, Wandertouren, Weingenuss oder geschichtsträchtige Architektur: Das Städtchen hat viel zu bieten.

 

Anfahrt

Eltville am Rhein ist mit der Bahn vom Mainzer Hauptbahnhof innerhalb einer halben Stunde mit einem Umstieg in Wiesbaden gut zu erreichen. Die Züge fahren am Wochenende stündlich, unter der Woche alle halbe Stunde. 

Am kleinen Eltviller Bahnhof angekommen hilft dort gleich eine Karte bei der Orientierung. Die Bahnhofsstraße entlang schlendert man in Richtung Rhein durch verwinkelte Gassen mit Kopfsteinpflaster, gesäumt von alten Fachwerkhäusern aus dem 16. und 18. Jahrhundert, direkt zur Kurfürstlichen Burg. Johannes Gutenberg hat einige seiner Jugendjahre bei Verwandten in Eltville verbracht und wurde später in dieser Burg für seine Verdienste zum Hofmann ernannt. Die mit großflächigen Wandmalereien verzierte Grafenkammer, in der Gutenberg einst diese Auszeichnung entgegennahm, kann man heute besichtigen. Auch zwei weitere Räume sind der Öffentlichkeit zugänglich. Dort sind Ausstellungen über die Stadtgeschichte Eltvilles und zum Thema Buchdruck installiert. Das oberste Stockwerk bietet aus 24 Metern Höhe einen wunderschönen Blick auf die Stadt und den Rhein bis hin zum Taunus. 

(Wein-)Blick auf den Rhein

Außerhalb der Burgmauern bietet sich ein Spaziergang entlang der Rheinpromenade an. Ein kleines Lokal am Fluss lädt zu einem Glas Wein mit Blick auf das gegenüberliegende Rheinufer ein. Im Sommer kann man auf den Bänken am Rhein und im Rosengarten im Innenhof der Burg verweilen.

Zurück in die Altstadt führt die Leergasse, vorbei am Sebastiansturm, einem der Ecktürme der mittelalterlichen Stadtbefestigung und der bekannten Sektkellerei MM Extra, die seit ihrer Gründung 1837 ihren Sitz in Eltville hat. Die Hauptgeschäftsstraße bietet viele kleine, privat geführte Läden und Boutiquen, in denen man in gemütlicher und ruhiger Atmosphäre preiswert einkaufen kann. Auch an Cafés, Bäckereien, Konditoreien, Weinstuben und Restaurants mangelt es nicht. 

Allerdings werden in Eltville früh die Bürgersteige hochgeklappt: Der Burgturm schließt im Sommer schon um fünf und die Geschäfte und Cafés machen spätestens um 18.30 Uhr Feierabend. Auf dem Rückweg zum Bahnhof kommt man an der Kirche St. Peter und Paul vorbei, die aus dem 12. Jahrhundert stammt und ungewöhnlicherweise zwei anstelle von drei Kirchenschiffen besitzt. Sie ist wegen ihrer auffällig roten Fassade gut erkennbar. Bei einem Besuch sollte man vor allem auf die Decken- und Wandmalerei an der Ostseite achten.

Kloster Eberbach und der Rheinsteig

Wenn man mehr Zeit mitbringt, kann man einen Ausflug zum Kloster Eberbach einplanen. Vom Eltviller Stadtzentrum aus fährt ein Bus innerhalb von zwanzig Minuten zu der im Taunus gelegenen ehemaligen Zisterzienserabtei. Die Anlage zählt nicht nur zu den Meisterwerken mittelalterlicher Baukunst, sondern blickt auch auf eine 800jährige Weinbautradition zurück. Auch heute wird hier noch Wein hergestellt; die Hessischen Staatsweingüter Kloster Eberbach bauen auf den Weinbergen des Klosters und im ganzen Rheingau hauptsächlich Riesling an und verkaufen ihn auch im Klosterladen. Die meisten Bauwerke wie die Basilika, das Refektorium und die Dormitorien sind erhalten und restauriert und können täglich besichtigt werden, ebenso wie das Klostermuseum. Im umliegenden Wald sind Wanderwege für kurze oder längere Spaziergänge durch das Kisselbachtal angelegt, von denen aus man schöne Blicke auf das Kloster und den Rheingau genießen kann. 

Wanderlustige können sich die Gegend über eine Etappe des Rheinsteigs erwandern. Dazu fährt man mit der VIA zwei Stationen weiter nach Geisenheim und nimmt von dort aus den Bus für die drei Kilometer lange Strecke bis zum Johannisberg, der seit Jahrhunderten als typischer Weinberg gilt. Von dort aus führt der Weg über 14 Kilometer durch Wälder und Täle, über den Susberg, vorbei am barocken Schloss Vollrads und Kloster Eberbach bis nach Kiedrich, einem kleinen Weinort. Von dort aus fährt ein Bus nach Eltville, wo man vor dem Rückweg noch ein Glas Wein trinken kann.

Rhein und Wein

Eltville und seine Umgebung haben gerade an historisch interessanten und geschichtsträchtigen Bauten viel zu bieten – von schiefen Fachwerkhäusern über gotische Kirchen bis zu mittelalterlichen Weingütern. Es ist ein kleines, verschlafenes Städtchen; gerade außerhalb der Sommer-Saison ist wenig los und so ist es ideal, um sich vom Unistress ein wenig zu entspannen. Ob zwei Stunden in der Stadt oder eine Wandertour durch die umliegenden Weinanbaugebiete, erholsam ist es auf jeden Fall.

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