Mainzer Stadtviertel: Die Oberstadt

25.03.2018
Wohnen
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Blick von der Kupferbergterrasse auf die Altstadt und den Dom.

Blick in Richtung der Neustadt, im Hintergrund ist die Kuppel der Christuskirche zu sehen.

Die Gaustraße mit ''Hubert Bar'' im Vordergrund

Der Kirchturm St. Stephans

Auf der Zitadelle laden Parkbänke ein, die Aussicht zu genießen.

Das alte Römische Theater und der gleichnamige Bahnhof im Hintergrund

Hier wird diszipliniert gelernt, aber auch wild gefeiert: Die Johannes Gutenberg-Universität hat ihre Heimat in der Oberstadt und vereint so wissenschaftliches und kulturelles Leben.

 

Auf römischen Spuren

Im Jahr 12 nach Christus errichtete eine römische Legion ihr Heerlager auf dem Kästrich; Familien, Handwerker und Händler folgten ihr und ließen sich in der Nähe der Soldaten auf dem Gebiet der heutigen Oberstadt nieder. Sie gaben der Stadt ihren Namen: Aus dem römischen "Mogontiacum" wurde über die Jahrhunderte der Name "Mainz". Bis heute kann man noch die Überreste römischer Bauten besichtigen, wie das Römische Theater und den Drususstein auf der Zitadelle. 

Auf der höchsten Erhebung von Mainz mit Blick auf die Altstadt wurde im 13. Jahrhundert die Kirche St. Stephan erbaut. Besonders bekannt ist sie durch ihre außergewöhnlichen Fenster, die vom Maler Marc Chagall entworfen wurden. Durch ihre blaue Farbe erzeugen sie eine ganz besondere Lichtstimmung im Kirchenraum. 

Seit ihrer Gründung 1850 hat die Kupferberg Sektkellerei ihren Sitz auf dem Kästrich. Die Kelleranlagen, in denen der Sekt hergestellt und gelagert wird, stammen ebenfalls aus römischer und mittelalterlicher Zeit. 

Die beste Aussicht in ganz Mainz

Nicht nur wegen der im Vergleich günstigeren Mietpreise ist die Oberstadt bei Studenten sehr beliebt. Janine wohnt seit einem Jahr in der Oberstadt. Sie studiert Innenarchitektur an der Hochschule und braucht mit dem Fahrrad nur 10 Minuten zum Standort Holzstraße unten am Rhein. "Zurück dauert es ein bisschen länger, der Berg an der Zitadelle ist schon ganz schön anstrengend", lacht sie. Aber der Höhenunterschied macht ihr nichts aus, im Gegenteil: Ihre Wohnung liegt direkt hinter der Kupferbergterrasse, ihrem absoluten Lieblingsort. Von hier aus kann man über ganz Mainz bis zum Taunus sehen, und hat die Stadt gut im Blick – vom Dom und den Bonifazius-Türmen bis zur Theodor-Heuss-Brücke und Mainz-Kastel.

Zwischen Uni-Party und 20er Jahre Schick

Die größten und beliebtesten Partys werden in der Oberstadt auf dem Gelände der Uni gefeiert. So verwandelt sich der Campus im Sommer zum Festivalgelände, wenn das AStA-Sommerfest seine Besucher mit einem abwechslungsreichen Bühnenprogramm willkommen heißt. 

Das Straßenbild der Oberstadt hat mit seinen Häuserreihen aus den 20er Jahren, grünen Alleen, gründerzeitlichen Villen und barocken Gebäuden seinen ganz eigenen Charme. Auch wenn es hier keine breite Kneipen- und Clublandschaft gibt, ist doch die ein oder andere Besonderheit zu finden. Die Cocktailbar Der große Gatsby im Stil der 20er Jahre empfängt ihre Gäste zunächst mit einer verschlossenen Tür, die nach dem Klingeln vom Gastgeber selbst geöffnet wird. Das Konzept der Bar ist angelehnt an die illegalen Kneipen der 20er, in denen vor allem hochprozentiger Alkohol ausgeschenkt wurde. Die Kneipe ist bis dato einzigartig in Mainz.

"Hippe" Verbindung zur Altstadt

Für eine größere Auswahl an Party- oder Kneipenlokalitäten ist die Altstadt nicht weit. Die Gaustraße verbindet beide Stadtteile; hier haben sich in den letzten Jahren einige kleine Cafés und Geschäfte angesiedelt, die den Bewohnerinnen und Bewohnern Abwechslung bieten. So lockt das Café Dicke Lilli, gutes Kind mit vielen verschiedenen Kuchen, nebenan lädt die Weinbar Marlene zu einem Glas in entspannter Atmosphäre ein und gegenüber bieten Fuchs & Bente ausgefallene Möbel, Wohnaccessoires und mehr.

Mainzer Grüngürtel

Auch Naturliebhaber können sich in der Oberstadt wohl fühlen, denn hier befindet sich die grüne Lunge der Stadt. Im Osten schließt die Zitadelle mit ihren Grünanlagen direkt an den Stadt- und Volkspark an. Diese schätzt Fabian, Wirtschaftsstudent der Uni Mainz und Bewohner der Oberstadt, besonders: "Im Sommer kann man im Rosengarten einige ruhige Stunden verbringen und sich gut die Füße nach langen Unitagen vertreten." Außerdem sei man schnell in der Stadt, die Straßenbahnlinien 50, 52 und 53 fahren auch nachts noch regelmäßig und sonst sei man auch schnell zu Fuß von der Altstadt aus zu Hause. 

Buntes Programm im Sommer

Jährlich findet im Stadt- und Volkspark am letzten Augustwochenende der traditionsreiche Mainzer Weinmarkt statt, der allen Weinliebhabern eine große Auswahl regionaler und internationaler Weine bietet. 

Auf dem Gelände der Zitadelle werden in den Sommermonaten bei einem einzigartigen Ausblick über die Stadt häufig Open-Air-Konzerte, Musicals oder Kabaretts veranstaltet. So hat auch das Open Ohr Festival, das sich jedes Jahr mit einem anderen gesellschaftlichen Thema auseinandersetzt, hier seine Heimat. In den Gewölbekellern unter der Zitadelle finden ebenfalls regelmäßig Ausstellungen, Lesungen und andere Veranstaltungen in der Kulturei statt.

 

Überblick

Entfernung zur Uni: Wenige Minuten, die Uni liegt in der Oberstadt.

Anbindung ÖPNV: Vom Hauptbahnhof zum Campus fahren die Linien 6, 51, 53, 54, 55, 56, 57, 59, 64, 65, 68, 75, 90, 91 und 650 alle paar Minuten; in der Oberstadt und zur Universitätsmedizin verkehren die Busse 76, 62, 63 und 67, sowie die Straßenbahnen 50, 52 und 53.

Mietpreise: ca. 10,59 Euro/qm

Grünflächen: Stadtpark mit Rosengarten, Volkspark, Zitadelle

Nachtleben: Uni-Partys, Der große Gatsby, Zitadelle, Hubert Bar

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