Nusol

13.07.2015 | 20:00 Uhr | Konzert & Livemusik | Campus, Kulturcafé

Kulturcafé

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Glamrock aus Mainz!

Jazz mit Glam-Faktor

Mit den Schubladen verhält es sich

ja so: Niemand gibt gerne zu, dass

er sie gedanklich nutzt, aber seien

wir mal ehrlich – sie erleichtern es

uns ungemein, Informationen zu

sortieren. Blöd nur, wenn sich et-

was partout nicht in eine Schubla-

de stecken lassen will. So ist das

bei Nusol, einer Formation aus dem

Rhein Main-Gebiet, die sich dem

Glam Jazz verschrieben hat. Glam

Jazz? Wenn man nun im Musiklexi-

kon suchen würde, würde sich die-

ses Genre dort jedenfalls nicht wie-

derfinden. Was also verbirgt sich

hinter der Wortkombination?

2008 treffen die Musiker André No-

wotny und Hugh T. Häfner zum

ersten Mal aufeinander. Nowotny

ist gerade von einer längeren Episo-

de in Griechenland zurück gekom-

men und in Frankfurt gelandet. Er

ist mit Soul und Jazz aufgewach-

sen, hat als DJ und Musiker in Bre-

men und Berlin gearbeitet. Er

spürt, dass die Zeit reif ist für neue

Projekte. Häfner, der Gitarrist, hat

seine musikalischen Wurzeln im

Rock, hat aber auch Spaß an Funk,

Blues und Jazz. Die beiden verste-

hen sich auf Anhieb. Sie wollen

unterhalten und sie anders sein.

Beide können dem Jazz viel abge-

winnen. Jazz-Akkorde finden sich

in jeder Musikrichtung – außer

elektronischer – , das lässt die Tür

offen für Experimente. Und es öff-

net eine bislang unbesetzte Nische

für Nusol – der Bandname bedeutet

übrigens „Neue Sonne“ und ent-

stand aus einer spontanen Idee.

Ihre Musik nennen sie Glam Jazz,

ebenfalls einer spontanen Einge-

bung folgend. Weil es dieses Genre

noch nicht gibt und weil sie den

glamourösen Bühnenauftritt lieben.

Es ist Jazz mit Einflüssen aus Soul,

Blues, Tango und vielen weiteren.

Bis Nowotny und Häfner ihre Band

zusammen haben, dauert es. Ein

Sänger kommt dazu und ein Pia-

nist, später auch ein Bassist. Doch

alle verlassen die Band wieder.

2013 stößt mit Sängerin Isabel Jasse

ein echter Glam-Faktor zu Nusol –

genau diese Frau haben sie ge-

sucht. Jasse ist ausgebildete Sänge-

rin und Schauspielerin, sie hat be-

reits in zahlreichen Musical-Pro-

duktionen mitgewirkt und schafft

es auf ganz besondere Weise, das

Publikum bei Live-Auftritten in

ihren Bann zu ziehen. Im Herbst

2014 kommt Michael Schön als Bas-

sist dazu, wenig später folgt Saxo-

phonistin Prisca Otto.

Schön hat zuvor in verschiedenen

Blues-, Pop- und Rockbands ge-

spielt, Otto hat einen Studienab-

schluss in Contemporary Music.

Beide erachten die Musik als Raum

für Entwicklung und Grenzüberte-

tung. Für Nusol

gibt es kein Richtig

und kein Falsch,

nur Musik, die

sich gut anhört

und den Musi-

kern und ihrem

Publikum Spaß

macht, ganz

egal, welchem

Genre sie zuzuordnen ist. So hat

sich auch der Stil der Band immer

wieder leicht verändert, wenn neue

Gesichter dazu kamen und andere

die Band verließen.

Gerade arbeiten Nowotny und Co.

an ihrem dritten Album „Tales

From The Sea“. Es soll pünktlich

zum Auftritt im Walhalla-Theater in

Wiesbaden Anfang Juni fertig sein.

Die neuen Songs klingen anders als

die alten, aber ebenso lebendig –

und, ja, irgendwie glamourös. Glam

Jazz, das ist Jazz mit vielen musi-

kalischen Anleihen, aber das sind

eben auch die unberechenbaren

Einflüsse aller Musiker mit ihren

individuellen Vorlieben und musi-

kalischen Hintergründen, die im

Proberaum spontan vorgetragen

und gemeinsam weiter entwickelt

werden.

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