Immer mehr Studierende in Rheinland-Pfalz erlangen sehr guten Abschluss

08.11.2020
Campus-News, Studium
lki

Bei immer mehr Studierenden steht eine Eins vor dem Komma. Laut Statistischem Landesamt erwarben 2019 rund 25 Prozent der über 22.200 Absolvent:innen in Rheinland-Pfalz die Abschlussnote "sehr gut". ©: Unsplash

Etwa ein Viertel der Hochschulabsolvent:innen in Rheinland-Pfalz erhielt 2019 die Bestnote. Im Vergleich zu 2018 ist das ein deutlicher Anstieg. Es gibt jedoch auch fachspezifische Unterschiede.

Das rheinland-pfälzische Statistische Landesamt betrachtet in seinen Hochschulstatistiken für das Prüfungsjahr 2019 die Anzahl der Bachelor- und Masterabsolvent:innen, die bestandenen Abschlussprüfungen nach den häufigsten Studienfächern sowie die Zahl der sehr guten Abschlussnoten für das Wintersemester 2018/19 und Sommersemester 2019.

Mehr Einser-Abschlüsse an rheinland-pfälzischen Hochschulen

Immer mehr Studierende und Promovierende schließen ihr Studium bzw. ihre Promotion demnach mit der Wertung "sehr gut" bzw. "ausgezeichnet" ab. Von den rund 22.200 Hochschulabsolvent:innen und 1.000 Promovierenden erlangten rund 25 Prozent im Prüfungsjahr 2019, errechnet aus Wintersemester 2018/19 und Sommersemester 2019, die Bestnote. Im Jahr 2018 lag der Anteil der Personen mit einem "Einser-Abschluss" noch bei etwa 20 Prozent.

Zu fast 50 Prozent lautete die Abschlussnote "gut", während sich 15 Prozent der Absolvent:innen im verbleibenden Notenbereich wiederfanden; 14,3 Prozent erhielten die Wertung "befriedigend", 0,7 Prozent bestanden "ausreichend". Darüber hinaus hat sich die Durchschnittsnote der Hochschulabsolvent:innen mit bestandener Abschlussprüfung zwischen 2009 und 2019 geringfügig von 2,0 auf 1,9 verbessert. Knapp zehn Prozent der Studierenden bestanden die Abschlussprüfung im Jahr 2019 nicht. Im Vergleich zum Jahr 2010 ist das ein Anstieg von etwas über drei Prozentpunkten.

Der JGU Mainz würden die Durchschnittsnoten einzelner Studiengänge für das Prüfungsjahr 2019 jedoch nicht vorliegen, so Petra Giegerich, Leiterin des Bereichs für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit an der Universität, auf Anfrage. Eine Betrachtung der gesamtuniversitären Durchschnittsnote sei "vor dem Hintergrund der eher geringen Aussagekraft der Ergebnisse aus methodischen Gründen nicht zu empfehlen".

Kunststudium bringt am häufigsten Bestnoten ein

Wer sich für einen künstlerischen Studiengang entscheidet, hat in Rheinland-Pfalz die besten Aussichten darauf, sehr gute Prüfungsergebnisse zu erzielen. Laut der Statistik gelang es 2019 63,3 Prozent der Kunststudierenden in Rheinland-Pfalz, einen sehr guten Abschluss zu erlangen. Die naturwissenschaftlichen Studienfächer einschließlich Mathematik finden sich mit 34,4 Prozent auf Platz zwei wieder, während die Geisteswissenschaften mit 28,7 Prozent den dritten Platz belegen. Das Schlusslicht bilden die Agrar-, Forst- und Ernährungswissenschaft sowie die Veterinärmedizin mit 15,7 Prozent – hier bestehen die geringsten Chancen auf Bestnoten.

Germanistik und Rechtswissenschaft punkten bei Studienwahl

Zu den beliebtesten Abschlussfächern im Prüfungsjahr 2019 gehörte in Rheinland-Pfalz Germanistik mit 720 Abschlüssen, gefolgt von Betriebswirtschaftslehre mit 683 Absolvent:innen und der zum Polizeidienst qualifizierende Studiengang "Polizei/Verfassungsschutz" mit 467 Abgänger:innen. Ein weiterführender Hochschulabschluss, wie z. B. der Masterabschluss, wurde am häufigsten in der Grundschulpädagogik/-bildung und Rechtswissenschaft mit jeweils rund 460 Absolvent:innen und in der Betriebswirtschaftslehre mit insgesamt 380 Abschlüssen erworben. Rund 1.900 Studierende konnten einen Abschluss in lehramtsbezogenen Studiengängen vorweisen.

Ein stellenweise ähnliches Bild zeigt sich 2019 auch an der JGU mit 345 Abschlüssen in der Rechtswissenschaft, 320 in den Wirtschaftswissenschaften und 317 in der Medizin. Germanistik/Deutsch, Psychologie, Anglistik/Englisch und Pädagogik/Erziehungswissenschaft sowie Biologie verzeichnen jeweils etwas über 200 Absolvent:innen. Zu den letzten der zehn am stärksten besetzten Studienfächern im Prüfungsjahr 2019 zählen mit 169 Abschlüssen der Masterstudiengang Management und mit 141 Abschlüssen das Studienfach Kommunikationswissenschaft/Publizistik.

Master langfristig beliebter als Bachelor

2019 erwarben in Rheinland-Pfalz insgesamt 12.100 Studierende einen Bachelorabschluss und etwa 8.600 einen Masterabschluss. Während die Zahl der erfolgreichen Masterabschlüsse zwischen 2014 und 2019 um 44 Prozent stieg, blieb die Zahl der Absolvent:innen mit einem Bachelorabschluss weitgehend gleich. Der vor 2014 beobachtete Anstieg der Bachelorabsolvent:innen ist laut Statistischem Landesamt grundsätzlich auf die durch die Bologna-Reform initialisierte Umstrukturierung der Diplom- und Magisterstudiengänge zurückzuführen.

Bezogen auf die JGU ist die Zahl der Bachelorabschlüsse zwischen 2014 und 2019 zurückgegangen: 2014 erlangten 2.944 Studierende den ersten Akademischen Grad, 2019 waren es rund 500 weniger. Dagegen ist die Zahl der Masterabsolvent:innen im Jahr 2019 auf 1.854 angestiegen, 2014 waren es noch 1.156 Masterabschlüsse. Die Zahl der Promotionen ist seit 2014 von 730 auf 699 im Jahr 2019 gesunken.

Trotz der steigenden Absolvent:innenzahlen von Masterstudiengängen kann die JGU dennoch ein breites Spektrum an Studienformen und -gängen aufweisen, die zum Teil sichtbar an Beliebtheit gewinnen und teilweise mit den Entwicklungen im gesamten Bundesland übereinstimmen. Damit gibt es viele gleichrangige Fächer und nicht einen "Gewinner" mit beachtlichem Abstand.

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