Hidden Zoo: Ein virtueller Zoo für Mainz

17.04.2018
Freizeit, Instagram Artikel
lfa & lb

Im Mittelpunkt der Hidden Zoo Website steht ein interaktiver Stadtplan, auf dem man die verschiedenen Tiere entdecken kann.

Drei Tiere in ihrem natürlichen Umfeld: eine Pferdebohne vor der Christuskirche, zwei Krabbeltiere am Hauptbahnhof und eine Leuchteule in der Frauenlobstraße.

Der Pendelspecht lebt rechts- und linksrheinisch der Mainzer Südbrücke. Er ist ein Einzelgänger und entspannt sich hängend mit dem Schnabel an einen Baum gepinnt.

Unter dem Titel "Hidden Zoo" gestalteten Studierende der JGU Mainz und der Hochschule Mainz gemeinsam eine Website mit Augmented-Reality-Elementen à la Pokémon GO. Nun kann man mit dem Smartphone versteckte virtuelle Tiere in Mainz aufspüren.

"Mainz, den 13.11.2000: Ein Tiertransporter verunglückt bei der Durchreise in den Süden auf der Rheinstraße. Die Tiere flüchten vom Unfallort und wurden seither nicht mehr gesehen." Nach 18 Jahren sei es nun möglich, die Tiere durch die "Hidden Zoo" Website wieder sichtbar zu machen und zu erfahren, was aus ihnen geworden ist, so die Ausgangsgeschichte des Projekts. 

Der wohl artgerechteste Zoo der Welt 

Flamingos auf dem Domplatz, Einhörner in der Altstadt und Seekühe am Rheinufer – in der ganzen Stadt tummeln sich nun fantasievolle Tiere in allen Formen und Farben in Gassen, auf Plätzen und an Hauswänden und erzählen ihre ganz eigenen Geschichten. Jedoch sind sie für neugierige Augen zunächst unsichtbar – nur mit dem Smartphone lässt sich ein Blick auf sie erhaschen. 

Im Rahmen eines interdisziplinären Projektkurses wurden die Tiere von Studierenden des Studiengangs Kommunikationsdesign der Hochschule Mainz und Philologinnen und Philologen der Johannes Gutenberg Universität Mainz (JGU) erdacht, illustriert, collagiert und animiert. Jedes Tier erhielt dazu eine persönliche Kurzgeschichte, ein Märchen oder ein Gedicht, die auf der Website zu lesen und als kurze Hörspiele zu hören sind. 

Während des Projektseminars setzten sich die Studierenden auch mit neuen Forschungen zum Mensch-Tier-Verhältnis auseinander. Sie erkundeten den Mainzer Stadtraum und die Stadtgeschichte, um die Zootiere bestmöglich auf ihre Umgebung anpassen zu können.

Augmented Reality - was ist das eigentlich?

"Augmented Reality" bezeichnet die Erweiterung unserer Realitätswahrnehmung um digitale Elemente.  Im Gegensatz zur virtuellen Realität, taucht der Benutzer hier in eine völlig neue, von der realen unabhängige, Welt ein. Erweiterte Realität erlebt man im Alltag beispielsweise bei Fußball-Übertragungen im Fernsehen, wo die Entfernung bei Freistößen eingeblendet, bzw. Linien über das gezeigte Bild gelegt werden. Für das Smartphone gibt es Apps, die mithilfe der Handykamera nicht-reale Objekte in der echten Welt platzieren; so nutzt dies beispielsweise Snapchat für seine bekannten Filter-Masken, die sich in Echtzeit über Gesichter legen. Auch die Spieleapp Pokémon GO verwendet Augmented Reality, um Pokémon an bestimmten Orten im Stadtraum zu verstecken. Spieler müssen diese Plätze mit ihrem Smartphone aufsuchen, um mit den 3D-animierten Monstern in der App zu interagieren. 

Dieselbe Technologie nutzt auch die Website des Hidden Zoo Projekts: Mithilfe der Kamera und der Positionsbestimmung des Smartphones werden automatisch Inhalte in die Umgebung integriert, die nur am aktuellen Standort zu sehen sind. 

Versteckte Geschichten aus dem Mainzer Tierreich

So findet man auf dem Campus die größte Muschel der Welt, die Tridacna Universitatis, konserviert und als Hörsaal genutzt. Sie befindet sich hier seit Jahrmillionen und stammt aus einer Zeit, als Mainz noch am Grund eines Meeres lag. Lange wurde geglaubt, sie sei nicht mehr als ein Fossil, doch seit neuestem hört man Gerüchte, dass sie nachts zum Leben erwacht. 

An verschiedenen Orten in der Stadt lassen sich Urtiere entdecken, die vor Jahrmillionen wirklich existierten. Der Carcharocles megalodon zum Beispiel war der größte jemals existierende Hai. Damals lebte auch er im Mainzer Becken, heute versteckt sich ein Jungtier unter der Theodor-Heuss-Brücke und wartet geduldig auf Besuch.

Mit dem Smartphone Mainz neu entdecken

Auf der Website des Projekts gibt es sowohl eine Karte, auf der alle Standorte der Tiere zu sehen sind, als auch eine Liste, auf der die Tiere nach Arten sortiert sind. Auf eigens konzipierten Pfaden durch die Mainzer Innenstadt erzählen mehrere Tiere zusammenhängende Geschichten. So kann man auf dem "Fairy Trail" Märchen wie "Brüderchen und Schwesterchen" und "Der gestiefelte Kater" erleben, auf dem Pfad "Zeitreise" einen Teil Mainzer Geschichte erkunden oder auf der "Ur-Tour" prähistorische Tiere aufsuchen. 

Die Geschichten, Gedichte und Dialoge sind auf der Website von zu Hause aus zu lesen und zu hören, jedoch kann man dort nicht alle Tiere in Gänze sehen. Die Illustrationen entfalten ihren Charme besonders, wenn man sie vor Ort sucht und findet. So lohnt es auf jeden Fall, sich beim nächsten Stadtbummel auf die Suche zu machen.

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