Hebammenwissenschaft an der JGU

22.09.2022
Campus-News, Studium
mk

Hier soll ab dem WiSe 2023/24 auch der Studiengang „Hebammenwissenschaften“ zu finden sein.

Zum Wintersemester 2023/24 kommt der neue Studiengang Hebammenwissenschaft an die JGU Mainz. Warum der Wandel von Ausbildung zu Studium jetzt geschieht, erklären wir hier.

 

Zum Wintersemester 2023/24 wird an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz der neue Studiengang "Hebammenwissenschaften" angeboten. Dieser soll im Bereich der Universitätsmedizin zu Beginn 30 Studienanfänger:innen umfassen. Unterstützt wird die Einrichtung des neuen Bachelorstudiengangs vom Rheinland-Pfälzischen Ministerium für Wissenschaft und Gesundheit, besonders durch die Vergabe einer W3-Proffessur. Warum dieser Studiengang gefördert wird, weshalb ab 2022 der Beruf nicht mehr durch eine Ausbildung, sondern nur durch ein Studium, erlernt werden kann und wie der Studiengang strukturiert und eingerichtet werden soll, klärt campusmainz.net in diesem Artikel.


Unterstützung des Ministeriums für Wissenschaft und Gesundheit


Das Ministerium für Wissenschaft und Gesundheit des Landes unterstützt die JGU im Vorhaben, den neuen Studiengang "Hebammenwissenschaften" einzurichten mit einer W3-Professur (eine Professur für Professor:innen mit Beamtenstatus mit 5.700–8.000 Euro Gehalt im Monat). Der Staatsekretär Denis Alt meint dazu: "Der Beruf der Hebamme erfordert ein zunehmend komplexes und wissenschaftlich fundiertes Wissen. Ein Wissen, das in der akademischen Ausbildung vermittelt wird und wofür es in der Lehre hoch qualifizierte Professorinnen und Professoren braucht. Wir freuen uns sehr, mit der W3-Professur einen Beitrag dazu leisten zu können." Durch diese Professur konnte die Stelle frühzeitig ausgeschrieben werden. Es sei wichtig, frühzeitig Fachkräfte zu finden und den Studiengang zu konzipieren, da es sich bei der Hebammenwissenschaft um eine noch recht neue Wissenschaftsdisziplin handele, die vorher an Universitäten kaum präsent war. Alt meint dazu weiter: "Die Sicherstellung einer flächendeckenden geburtshilflichen Versorgung hat im Land eine hohe Priorität. Durch den Ausbau der akademischen Hebammenausbildung an der Universitätsmedizin Mainz soll diese Versorgung für Schwangere und ihre Familien weiter verbessert werden. Damit sind wir in Rheinland-Pfalz gut aufgestellt." 


Studium ersetzt Ausbildung


Durch das 2019 erlassene Hebammenreformgesetz im Sinne der Akademisierung der Gesundheitsberufe löst der Studiengang die Ausbildung zur Hebamme ab. Das Gesetz besagt, dass der Beruf der Hebamme ab 2022 nur noch durch ein Studium und nicht wie zuvor durch eine Ausbildung erlernt werden kann. Der letzte Ausbildungskurs für Hebammen starte letztmalig 2022. Ab 2023 ist das Erlernen des Berufes nur noch an Hochschulen für angewandte Wissenschaften oder Universitäten gestattet. Das Studium schließt mit dem Bachelor of Science und der staatlichen Zulassung als Hebamme ab. In Ludwigshafen wurde der Studiengang bereits im Wintersemester 2021/22 mit Unterstützung des Landes gestartet, hier studieren derzeit 46 Personen. Nun soll auch Mainz hinzukommen, um mehr Menschen die Ausbildung zur Hebamme zu gewährleisten. Dadurch sollen Fachkräfte gesichert werden.

 
Konzept des Studiums


Der Studiengang setzt sich aus verschiedenen Theorie-Modulen an der Hochschule und Praxismodulen, zum Beispiel in Geburtskliniken, zusammen. Die Voraussetzung für den Studiengang ist die allgemeine Hochschulzugangsberechtigung, d. h. das Abitur, die Fachhochschulreife oder eine gleichwertig anerkannte vorherige Ausbildung bzw. eine erfolgreich abgeschlossene Ausbildung als Gesundheits- oder Krankenpfleger:in. Praktische und theoretische Studienphasen wechseln sich im Verlauf des Studiums ab. Die praktischen Übungen finden bei klinischen und außerklinischen Kooperationspartnern statt. Darunter zählen zum Beispiel Praxiseinsätze im Kreißsaal, auf der Schwangerenambulanz, auf der Wochenbettstation sowie in der Kinderklinik und außerklinische Einsätze bei freiberuflich tätigen Hebammen, in Geburtshäusern oder Hebammenpraxen.

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