Großbritannien steigt aus ERASMUS-Programm aus

20.01.2021
Studium, Internationales
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Durch den Brexit erschwert sich für einige Studierende, die ein Auslandsstudium in Großbritannien anstreben, die Finanzplanung. Denn Großbritannien tritt aus dem ERASMUS-Programm aus, wodurch zahlreiche Gebühren für ausländische Studierende anfallen.

Spätestens bis Sommer 2023 ist ein Auslandsstudium oder -praktikum in Großbritannien im Rahmen des ERASMUS-Programms noch möglich. Danach beendet Großbritannien seine Teilnahme an dem Programm.

Die britische Regierung hat im neuen Partnerschaftsvertrag mit der Europäischen Union Ende Dezember 2020 festgelegt, dass das Land nicht an der nächsten Programmgeneration von ERASMUS teilnehmen wird. Damit sind Auslandsaufenthalte im Rahmen des ERASMUS-Programms im Vereinigten Königreich spätestens ab Sommer 2023 nicht mehr möglich. Durch den Brexit und den Austritt von Großbritannien aus dem ERASMUS-Programm kommen zusätzliche Kosten wie Studiengebühren, Visumskosten und Krankenversicherungsbeiträge auf die Studierenden zu, die dennoch mehrere Semester in Großbritannien studieren möchten.

 

Neue Visa-Bestimmungen

Bereits ab 2021 gelten neue Visa-Bestimmungen für das Auslandsstudium in Großbritannien. Ab dem 1. Oktober 2021 ist die Einreise für EU-Bürger:innen generell nur noch mit einem gültigen Reisepass möglich. Außerdem wird unterschieden zwischen einem Aufenthalt unter oder über sechs Monaten:

Bei einem Aufenthalt unter sechs Monaten wird kein Visum benötigt. Allerdings ist es den Studierenden während dieser Zeit nicht gestattet, während ihres Aufenthalts einen Nebenjob anzutreten, da der Aufenthaltszweck auf das Studium begrenzt ist.

Um länger als sechs Monate in Großbritannien zu bleiben, wird ein Visum benötigt, das online für 348 britische Pfund beantragt werden kann. Außerdem muss eine Immigration Health Surcharge bezahlt werden, um einen Zugang zum öffentlichen Gesundheitssystem in Großbritannien zu haben. Für Studierende beträgt die Gebühr 470 britische Pfund jährlich.

Außerdem haben Studierende keinen Zugang mehr zu britischen Studienfinanzierungen. Wer sein Auslandsstudium allerdings bereits im Studienjahr 2020/21 begonnen hat, behält für die Zeit seines Studiums weiterhin Zugang zur UK-Studienfinanzierung.

 

Bisher attraktives Austauschangebot für Mainzer Studierende

In den letzten Jahren war Großbritannien ein beliebtes Studienland für die Studierenden der JGU Mainz: Das International Office der JGU spricht auf Anfrage von 77 Studierenden, die 2019 und 2020 dort einen Auslandsaufenthalt für ihr Studium angetreten haben. Besonders die wenigen alternativen Angebote im englischsprachigen Raum gelten als Grund für die Beliebtheit des Vereinigten Königreichs.

Partneruniversitäten der JGU wie die University of Glasgow oder Aberdeen waren bisher laut dem International Office der JGU stets unter den Top fünf Zielen der Mainzer Outgoings. Kostenbedingt werden diese Universitäten nach dem Ende des ERASMUS-Programms in Großbritannien jedoch weniger Studierende ohne Studiengebühren aufnehmen. Dadurch gerät der Austausch mit Großbritannien laut dem International Office "in eine sehr schwierige Situation, da die Nachfrage definitiv vorhanden ist".

 

Andere Finanzierungsmöglichkeiten

Das Ende des ERASMUS-Programms stellt viele Studierende der JGU vor die Frage, wie sie ihren Auslandsaufenthalt auf eine andere Art finanzieren können.

PROMOS ist ein alternatives Programm zur Finanzierung des Auslandsaufenthalts. Allerdings können die Studiengebühren bei diesem Programm nicht übernommen werden.

Weitere Finanzierungsmöglichkeiten sind die Jahresstipendien des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD), das Auslands-BAföG, das neue DAAD-Programm "Lehramt International", sowie die JGU-Partnerschaftsstipendien.

Das International Office der JGU hofft darauf, dass "der DAAD für die fraglos große Lücke, die der Ausstieg aus ERASMUS reißen wird, ein Ersatzprogramm mit UK aushandelt und auflegen wird".

Jedoch betont das International Office auch, dass eine so umfangreiche Finanzierung des Austauschs wie mit ERASMUS in Zukunft schwer möglich sein werde.

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