"Fight for climate justice!": Hochschulgruppe für mehr Klimaschutz auf dem Campus

24.11.2019
Campus-News, Studium...
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Am Freitag, 29. November um 10.30 Uhr, rufen die Students for Future Mainz die Studierenden wieder zum Klimastreik auf.

"Mehr Klimaschutz an der Uni" fordert die neue Hochschulgruppe Students for Future Mainz und hat dazu eine Aktionswoche mit einem breiten Programm aus Vorträgen und Workshops auf die Beine gestellt.

Es ist Freitagmittag und in der Zentralmensa herrscht der übliche Betrieb, als plötzlich ein lautes "Everybody dance now!" die Geräuschkulisse aus Gesprächen und klimperndem Besteck durchbricht. An drei verschiedenen Tischen beginnt eine Gruppe von Studis mit den Händen auf die Tische zu klatschen. Dann stimmen sie begleitet von Gitarre und Geige ein Lied an. Einer der Zeilen lautet: "Fight for climate justice!" Die Gruppe sammelt sich, es werden Banner und Schilder ausgepackt. Einer von ihnen nutzt die Aufmerksamkeit, um auf einen der Tische zu steigen und die Studis dazu aufzufordern, ein Zeichen für eine nachhaltigere Universität zu setzen.

Hinter dem Flashmob in der Zentralmensa steckt die kürzlich neu gegründete Hochschulgruppe Students for Future Mainz, die sich für mehr Klimaschutz auf dem Campus einsetzt. Um das Thema ins Bewusstsein der Studierenden zu bringen hat die Gruppe die "Public Climate School" organisiert, die diese Woche auf dem Campus stattfindet und am Freitag mit einer großen Demonstration, dem "Walk of Climate" endet.

Theoretisch, praktisch und aus verschiedenen Blickwinkeln

Das Programm, das die Students for Future Mainz für die Woche auf die Beine gestellt hat, ist umfangreich: Vorträge und Workshops beleuchten die Klimakrise aus den Blickwinkeln von Wirtschaft, Politikwissenschaft, Psychologie, Biologie und anderen Fachgebieten.

Entstanden ist die Gruppe an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz eher durch Zufall. Auf einem Kongress von Fridays for Future im August 2019 in Dortmund fanden die Mainzer Studentinnen My, Hannah, Melina, Anna, Marie und Nora zusammen. Gemeinsam entschieden sie, sich für das Thema Klimaschutz an der Uni zu engagieren.

Die Students for Future Mainz verstehen sich zwar als Teil der größeren Fridays for Future-Bewegung und setzen sich auch dafür ein, dass die Erderwärmung unter 1,5 Grad gehalten und die Ziele des Pariser Klimaabkommens von 2015 umgesetzt werden, allerdings haben die sechs Gründerinnen die Präsenz von Studierenden bei den wöchentlichen Streiks vermisst. "Bei den Freitagsdemos waren fast keine Studis, sondern hauptsächlich Schüler dabei", berichtet die Poltikstudentin und Mitbegründerin Marie.

Klimaschutz soll konkret werden, auch an der Uni

Deswegen hat sich die Gruppe zum Ziel gesetzt, dass die Klimakrise auf dem Campus in Zukunft eine größere Rolle spielen soll. Konkret für die JGU fordert Students for Future z. B., dass die Universität bis spätestens 2025 klimaneutral wird und dass die Klimakrise auch in Seminaren und Studiengängen vermehrt thematisiert wird. Zudem soll für den Campus, wie es auch der Mainzer Stadtrat im September getan hat, der Klimanotstand ausgerufen werden und sich die Universität damit dazu verpflichten, in alle Entscheidungen auch das Klima zu berücksichtigen. Marie sagt: "Bei Fridays for Future findet langsam ein Umdenken statt. Es reicht nicht mehr nur zu streiken, es braucht konkrete Aktionen."

Viel Unterstützung auf dem Campus

Auch wenn sie nicht bei den Freitagsdemo zu sehen waren: Das Bedürfnis sich zu engagieren scheint bei Mainzer Studierenden vorhanden gewesen zu sein. Zum ersten Treffen während der Semesterferien kamen schon 20 Leute, um erste Ideen auszutauschen, berichtet My, eine der Gründerinnen, und zeigt sich zufrieden. Mittlerweile treffen sich die knapp 40 Mitglieder der Hochschulgruppe alle zwei Wochen zu einem gemeinsamen Plenum und zur Arbeit in Arbeitskreisen.

Insgesamt erfährt die noch junge Hochschulgruppe viel Unterstützung auf dem Campus. Die Vollversammlung aller Studierenden wurde am Dienstagabend auf Initiative des AstA anlässlich der Klimastreikwoche einberufen. Auch Universitätspräsident Prof. Dr. Georg Krausch ermutigte in einer E-Mail vergangene Woche alle Studierenden, das Angebot aus Vorträgen und Workshops zu nutzen. Gleichzeitig wies er auf die weiterhin bestehenden Anwesenheitspflichten hin. Diese Woche Vorträge anstatt Seminare zu besuchen hat also Streikcharakter.

Große Ziele für das Ende der Klimastreikwoche

Als beim letzten "Walk of Climate" weltweit mehrere Millionen Menschen für mehr Klimagerechtigkeit demonstrierten, zogen 1500 Studis vom Mainzer Campus, um sich der zentralen Kundgebung auf dem Gutenbergplatz anzuschließen. Bei einer Unterschriftensammlung unterstützten mehr als 3330 Studierende die Durchführung einer Klimastreikwoche.

"Das sind mehr als bei der letzten Wahl des Studierendenparlaments gewählt haben", resümiert My und ist deshalb zuversichtlich, dass sich am Freitag doppelt so viele Studis beteiligen werden als noch vor zwei Monaten. Der Demonstrationszug startet um 10.30 Uhr an der Haltestelle Universität in Richtung Ernst-Ludwig-Platz und soll der Höhepunkt der Klimastreikwoche werden.

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