Erwartungen von Master-Erstis an das Studium an der JGU

05.11.2020
Freizeit, Studium
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Welche Erwartungen haben Master-Anfänger:innen, die ihr Studium fortsetzen und doch neu beginnen, an die Universität und ihr Leben außerhalb des Studialltags? Zwei "Master-Erstis" teilen ihre Erwartungen an ihr Studium. ©: www.unsplash.com

Wie sehen Master-Anfänger:innen ihr zukünftiges Studium – auch jenseits des Hörsaals - an der JGU Mainz und was hat sie dazu bewegt, es in Mainz zu beginnen?

"Warum hast du dich für das Studium an der JGU entschieden und was erwartest du dir davon?" - Was manche Studienanfänger:innen in ihren Lehrveranstaltungen zu Beginn des Semesters gefragt werden, teilen ich und eine weitere Studierende mit euch. Ich bin Madeleine Seifried und beginne ab diesem Semester meinem Master in Human Geography an der JGU. Auch die zweite Studierende, die anonym bleiben möchte, beginnt ihren Master an der JGU, allerdings im Studiengang Management. Unsere Bachelorabschlüsse haben wir jeweils an einer anderen Universität erworben.

Warum gerade die JGU?

Die Management-Studierende ist wegen der "Möglichkeit, hier Praktika etc. zu finden" und dem vielfältigen Programm des Studiengangs nach Mainz gezogen. Sie erhofft sich von ihrem Studium "Klarheit über meine Interessen, über Branchen und Bereiche, die mir nicht liegen" zu erhalten. Insbesondere legt die Management-Studierende Wert auf die Organisation des Semesters seitens der Universität: "Ich hoffe, dass man sich auf die Organisation der Universität, insbesondere bedingt durch Corona, verlassen kann."

Ich selbst habe mich für die JGU entschieden, da mein Studiengang – Human Geography: Globalisation, Media and Culture – in dieser Form nicht allzu oft in Deutschland zu finden ist. Der Studiengang vereint meinen Bachelorabschluss Geographie und meine zweite Leidenschaft der Medien. Die Humangeographie hat auch Berührungspunkte mit Disziplinen wie der Soziologie oder der Politikwissenschaft. Des Weiteren unterteilt sie sich in diverse Unterdisziplinen, etwa die Raumplanung, Wirtschaftsgeographie und die Mediengeographie. Die Mediengeographie behandelt die gesellschaftliche Weiterentwicklung von Medien und die Darstellung der Gesellschaft durch soziale Medien wie Instagram oder Facebook.

Ich persönlich möchte mehr über die Verbindung von Geographie und Medien in unserer globalisierten Welt erfahren. Darunter fallen u. a. Geomedien, welche sich in Form von Online-Kartendiensten in jedem Smartphone befinden. Außerdem kann ich mir vorstellen, nach meinem Abschluss in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei einer Nichtregierungsorganisation oder bei einem Fernsehsender zu arbeiten. Ich möchte gerade in diesem Bereich arbeiten, da ich es als wichtig erachte, über politische Themen wie den Klimawandel oder humanitäre Hilfe in Medien zu berichten und sich dafür einzusetzen. 

Zudem hat mein Bruder schon seinen Bachelor an der Johannes Gutenberg-Universität (JGU) absolviert. Doch nicht nur die Vergangenheit, auch die gegenwärtige Nähe zu meiner Familie spielt eine Rolle: Denn sie wohnt nur eine vierzigminütige Autofahrt von Mainz entfernt. Damit haben mich sowohl diese persönlichen Aspekte als auch die Einzigartigkeit des Studienganges nach Mainz gebracht.

Warum gerade das Rhein-Main-Gebiet?

Die Nähe zu Geschäften, der Universität und die Stadt Mainz an sich gefallen der Management-Studierenden, die in Wiesbaden lebt. Außerdem ist sie begeistert von der offenen und freundlichen Art der Menschen aus dem Rhein-Main-Gebiet. Zuvor hatte sie sich auch an diversen anderen Universitäten beworben, darunter Hamburg, Frankfurt am Main und Gießen. Doch schlussendlich konnten die JGU und das Rhein-Main-Gebiet sie überzeugen.

Zudem hat die Tatsache, dass "die Gegend ideal ist, um einen Job zu finden, ob als Student oder als Absolvent", ihr den Umzug nach Mainz erleichtert. Dabei will sie "nicht nur irgendeinen Job, sondern einen, der mir wirklich zusagt" – und die Chancen dafür stehen nicht schlecht, zumindest ihren Erwartungen zufolge. Zudem erhofft sie sich durch ihr Studium herauszufinden, in welcher Branche sie auch zukünftig arbeiten möchte.

Wie zuvor erwähnt, haben mich die Nähe zu meiner Familie und die guten Jobaussichten, die sich im Rhein-Main-Gebiet ergeben, von Mainz überzeugt. Darüber hinaus finde ich die Stadt architektonisch sehr ansprechend und auch alle Leute, die ich bis jetzt kennengelernt habe, waren sehr freundlich. Ich bin einerseits gespannt und andererseits traurig, dass dieses Wintersemester erneut größtenteils digital ablaufen muss. Denn dadurch wird es für mich persönlich schwieriger Kontakte zu finden, aber dennoch blicke ich optimistisch in die Zukunft.

Sport, Sprache und andere Freizeitaktivitäten

Neben dem universitären Alltag gibt es diverse Möglichkeiten sich zu engagieren, beispielsweise einen Hochschulsportkurs zu besuchen oder einem studentischen Verein beizutreten. Genau diese Einstellung teilt auch die Management-Studierende: "Ich nehme mir schon seit Jahren vor, einen Tennis-Anfängerkurs zu besuchen. Das möchte ich im Sommersemester endlich in Angriff nehmen." Aufgrund der aktuellen Verschärfung der Corona-Maßnahmen ab dem 2. November werden die Outdoor-Sportarten des Allgemeinen Hochschulsports jedoch zunächst bis Ende des Monats ausgesetzt.

Doch eine Alternative ist bereits gefunden: Da sie sich "gern ehrenamtlich engagieren möchte", plant sie im Tierheim Wiesbaden den Hundeführerschein zu machen und dort auszuhelfen.

Ehrenamtliches Engagement ist auch bei Campus Mainz möglich. Mein Praktikum als Redakteurin dort betrachte ich sowohl als Chance, Leute aus anderen Studiengängen und Lebensabschnitten zu treffen, als auch meine Kenntnisse im journalistischen Bereich auszubauen.

Darüber hinaus hat mich das universitäre Sprachangebot, z. B. am Internationalen Sprach- und Studienkolleg (ISSK) der JGU, schon immer angesprochen. Während meiner Bachelorzeit hatte ich schon einige Englisch- und Französischkurse besucht. Derzeit möchte ich gerne meine Spanischkenntnisse ausbauen, da ich in den nächsten Jahren eine Rundreise in Lateinamerika machen möchte.

Soziales Leben trotz Kontaktbeschränkungen

Am Anfang eines Studiums ist es immer schwierig, neue Leute kennenzulernen, und gerade jetzt, wo die universitären Veranstaltungen größtenteils digital verlaufen, gestaltet sich dies noch schwieriger. Wir beide hoffen, dass unser Sozialleben durch Corona nicht zu kurz kommt und wir dennoch Kontakte mit anderen Studierenden knüpfen können. Gerade deshalb ist die Eigeninitiative der Studierenden dieses Semester besonders wichtig, da in der Regel keine physischen Kontakte innerhalb der Lehrveranstaltungen mehr stattfinden können.

Dennoch ist es möglich, neue Menschen kennenzulernen: "Die ersten Leute habe ich über die Ersti-Tour von Campus Mainz kennengelernt und anschließend haben wir uns in unserer studiengangsinternen WhatsApp-Gruppe vernetzt", erzählt die Managementstudierende. Zudem hat sie das Gefühl, dass durch die Corona-Pandemie ihr Ankommen in der neuen Stadt erleichtert wurde: "Scheinbar ist jeder neue Student umso mehr daran interessiert, Kontakte zu knüpfen, und so fiel es mir leichter als im Bachelor, mich mit Leuten zu vernetzen."

Auch ich hatte an einer Ersti-Tour von Campus Mainz teilgenommen und einige Leute kennengelernt. Zudem habe ich auch das Gefühl, dass nun alle Studierenden, die neu anfangen, mehr denn je nach sozialen Kontakten suchen und sich bemühen. Ich bin gespannt, wie sich dies weiterhin entwickelt. Ich selbst habe bereits nette Menschen in Mainz getroffen, die ich auch sehr schätze. Doch ich bin neugierig, wie dieses Semester abläuft, da dies mein erstes digitales Semester sein wird.

Das Wichtigste für mich ist, sich sozial nicht zu isolieren, sondern rauszugehen - auch wenn es nur für einen Spaziergang ist - oder mit Freund:innen per Videochat in Kontakt zu bleiben. Ich hoffe, dass diese Pandemie bald abflacht und etwas Normalität einkehren wird. Wir alle können dazu beitragen, dass dies auch tatsächlich passiert.

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