Das neue Gesicht des Georg Forster-Gebäudes

16.10.2019
Studium, Campus-News
chh

Das neue Gesicht des Georg Forster-Gebäudes wurde bereits vor ein paar Wochen angebracht, aber bisher bleiben die Informationen zum Bild und dessen Hintergrund noch unter Verschluss.

Seit ein paar Wochen ziert ein neues Bild die Fassade des Georg Forster-Gebäudes. Die abgebildeten Gesichter vor schwarzgrauem Hintergrund sorgen bei den Student:innen jedoch eher für gemischte Gefühle.

Mit seiner zentralen Lage und der modernen Bauweise ist das Georg Forster-Gebäude ein wichtiger Fixpunkt für viele Studierende und Lehrende der Sozial- und Geisteswissenschaften an der Johannes Gutenberg-Universität. Das neue Gemälde, das vor wenigen Wochen an der Fassade des Gebäudes angebracht wurde, ist somit schon einigen Studierenden auf dem Weg in die Bibliothek oder Mensa aufgefallen.

Zu sehen sind die Köpfe von fünf Personen, deren Gesichter teilweise durch Farbbalken in unterschiedlichen Grautönen unterbrochen bzw. verdeckt werden. Alle Personen im Bild drehen den Kopf in die gleiche Richtung und scheinen den vor der Fassade stehenden Betrachtenden anzublicken, durch diesen hindurchzusehen oder aber ins Leere zu starren. 

Offenheit für das Malmysterium

Wie genau das Bild zu deuten ist und warum es an der Fassade angebracht wurde, ist bisher noch ein wohlgehütetes Geheimnis. Auf Anfrage teilt die Pressestelle der Universität mit, dass es bis zur offiziellen Einweihung, deren Termin noch nicht feststeht, keine Informationen zum Hintergrund der Anbringung des Bildes gibt. Das Mysterium des Georg Forster-Bildes stellt die Studierenden also vor ein Rätsel und führt zu vielen Spekulationen, bei denen so manche Frage offenbleibt.

Dass ein neues Bild an die Gebäudefassade angebracht wurde, wird zumindest im Allgemeinen positiv aufgenommen. "Bilder sind immer schön", bewertet Studentin Lara das Projekt der neuen Fassade und auch andere Studierende äußern sich positiv darüber: "Ich war sogar da, als das Bild aufgestellt wurde. Aber da waren die Farben noch viel stärker", so Sara Respondek, Soziologie- und Publizistikstudentin.

Fahlheit und Freudlosigkeit

Das Thema Farbe scheint bei den Studierenden ein zentraler Kritikpunkt zu sein. Viele bemängeln die doch eher gedeckten Töne des Bildes: "Eyecatcher ja, aber bunter und abstrakter wäre schöner", findet z.B. Patrick, der Biologie und Musik studiert. Aber auch der ernste Gesichtsausdruck der Abgebildeten fällt so manchen Studierenden ins Auge: "Mir ist das Bild aufgefallen. Aber ich frage mich, warum die Personen nicht lachen. Der Hintergrund ist nicht so klar", so Lara.

Ähnlich geht es auch den anderen Studierenden. Während manche das Gemälde als farbenfrohe Ergänzung betrachten, denken andere an Begriffe wie "kalt", "unfreundlich" oder "eingesperrt". Ob das Gemälde vielleicht in eine feministische Richtung geht und wie die ernsten Gesichter zu interpretieren sind, das weiß bis zum heutigen Zeitpunkt niemand. Besonders aber die ausschließlich hellen Hauttöne der gemalten Personen führen zu Kritik, beispielsweise auch bei der Studentin Lena: "Für die Tatsache, dass die Uni sich als international präsentiert, ist es schade, dass nur fünf Menschen mit blauen Augen und weißer Hautfarbe auf dem Bild zu sehen sind."

Die Antworten auf die Fragen, welche Intention nun wirklich hinter dem Gemälde steht und was es genau aussagen oder symbolisieren soll, werden wohl bis zur offiziellen Einweihung durch die Universität warten müssen. Derzeit können die Studierenden die Intention hinter dem Gemälde nur erahnen. Die Meinungen darüber sind jedenfalls schon jetzt so vielfältig wie die Interpretationsmöglichkeiten. 

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