Cuisine Violette: Einfache, nachhaltige und leckere Rezepte

10.09.2015
Freizeit
aw

Wenn man schon von einem Foodblog liest, will man natürlich auch etwas sehen. Der Zitronen-Mohn-Kuchen komme einfach immer gut an, sagt Jeanette.

Das Logo von Jeanettes Blog. "Das ist die Naschkatze."

„Irgendwas brutzeln, irgendwas schnibbeln“, Jeanette liebt Kochen und Backen. Die leckeren Resultate teilt sie auf ihrem Blog Cuisine Violette. Wir haben die Mainzer Studentin und Bloggerin getroffen.

Jeanettes Blog sollte man sich nicht ansehen, wenn man gerade hungrig in der Uni sitzt und weiß, dass man die nächste Zeit nicht zum Essen kommt, schon gar nicht in den Genuss von Dingen wie Schokoladentarte mit Beeren, Weiße Schokolade-Lemoncurd-Eis oder Ravioli mit Ricotta-Möhren-Walnuss-Füllung… Oh ja, über Foodblogger zu schreiben, kann eine undankbare Aufgabe sein, vor allem dann, wenn sie so tolle Rezepte haben wie Jeanette.

 

„Blut geleckt“: Das erste Kochbuch 

Kochen und Backen sind nicht jedermanns Sache. Gerade in unserer modernen, hektischen Zeit erfreuen sich Fertigprodukte großer Beliebtheit. Nicht bei Jeanette, sie kocht und backt leidenschaftlich gerne. Und das hat sie nicht von Mutti gelernt. „Bei uns gab’s viel aus der Tüte, so diese klassischen Maggie-Sachen. Meine Mutter hat überhaupt nicht gerne gekocht“, erzählt Jeanette. 

Nach der Schulzeit, während Lehre und Studium, habe sie dann gemerkt, dass ihr das nicht genug sei und es so viele andere Möglichkeiten gebe. Dabei sei sie auch durch Kochshows inspiriert worden. 

„Gucken wie andere Leute kochen fand‘ ich immer super“, sagt Jeanette. Damals habe sie häufig die Sendung von Tim Mälzer geschaut. Und irgendwann gedacht: „Das ist ja eigentlich super einfach und das kriegst du auch hin“. Also das erste Kochbuch gekauft, „durchgekocht“ „und ja, da hatte ich Blut geleckt“.

Von der Tütensuppe zum Foodblog

Daraufhin habe sie erst mal alles aus der Küche verbannt, „was irgendwie mit Tüte oder Gewürzstoffen oder Glutamat zu tun hatte“, erzählt Jeanette. Und seitdem alles nur noch selbstgemacht. 

Lecker kochen, backen, schön und gut, aber wie wird man eigentlich Foodbloggerin? „Es hat sich so schrittweise entwickelt“, sagt Jeanette. Sie habe schon immer gerne getwittert. Und irgendwann festgestellt: „Ok, ich würde gern ein bisschen mehr erzählen“.

Freunde, die selbst gebloggt haben, hätten ihr dann vorgeschlagen, doch auch einen Blog zu erstellen. Gesagt, getan. Angefangen habe sie zunächst mit einem „Mischblog“, um „einfach mal alles zu erzählen, was mir so in den Sinn kam“. Ab und zu habe sie auch mal ein Rezept gepostet und festgestellt, dass das gut ankommt. Dabei habe sie auch gemerkt, dass es ihr viel mehr Spaß macht, über das Essen zu schreiben und so entstand Ende 2013 die Idee, einen „richtigen“ Foodblog anzufangen.

Die Lila Küche

So ein eigener Blog braucht natürlich auch einen Namen. Unglaublich schwer sei es, sich einen auszudenken, erinnert sich Jeanette. Es gebe schließlich schon so viele, gerade im Foodbereich, und irgendwie hießen die auch alle gleich. 

„Man spielt dann einfach mit Wörtern: ‚cuisine irgendwas‘ oder ‚petite cuisine‘ und das gab’s dann aber auch alles schon.“ Also wurde es die Cuisine Violette. Lila sei auch eine ihrer Lieblingsfarben, sagt Jeanette, also habe sie sich gedacht, das passe ganz gut und sei einprägsam.

Einprägsam ist nicht nur der Name, sondern auch das Logo des Blogs: eine lila Katze. „ich liebe Katzen, ich hab selbst eine zuhause rumlaufen“, sagt Jeanette. Ihr Freund habe dann aus Spaß gemeint „das ist die Naschkatze.“

Hobby und Beruf vereinen

„Ich wollte schon immer Journalistin werden“, erzählt Jeanette. Neben dem Studium arbeitet Jeanette als Online-Redakteurin bei einem Radiosender. Dort habe sie auch die Möglichkeit, ab und zu ihre eigenen Rezepte im Programm unterzubringen. Und sie hat sogar schon ein Mini-Interview im Radio gegeben. 

Jeanette ist also gar nicht so weit weg, von ihrem Traumjob. Sie wünscht sich „etwas mit Essen und Journalismus gleichzeitig machen zu können.“

Cuisine Violette: Rezepte, die jeder nachmachen kann

Was die Individualität von Foodblogs angeht, sagt Jeanette ganz offen und illusionslos: „Was ist an einem Foodblog heute noch außergewöhnlich? Wir machen im Prinzip alle dasselbe.“ 

Bestimmte Dinge, die ihr wichtig sind, die ihren Blog ausmachen, gibt es allerdings schon: Nachhaltigkeit zum Beispiel. „Ich finde es zum Beispiel ziemlich blöde, wenn einer anfängt im Winter irgendwas mit Sommerobst oder mit Sommergemüse zu machen.“, sagt Jeanette. Sie achte sehr darauf, für ihre Rezepte saisonale Zutaten zu verwenden. 

Wichtig sei ihr auch ein nachhaltiger Fleischkonsum. „Das ist ein Thema, was mir sehr am Herzen liegt, weil ich absolut gegen Massentierhaltung bin.“, erklärt Jeanette. Sie sagt zwar: „Ich könnte niemals Vegetarier sein.“ Dennoch könne man darauf achten, wo man sein Fleisch kauft und wie oft man es isst. Auf Jeanettes Blog findet man daher auch viele vegetarische Rezepte. 

Ein weiterer Punkt, der ihr wichtig ist: einfache Rezepte, die jeder nachmachen kann. „Wenn man nach einem langen Tag nachhause kommt, schnell was in die Pfanne hauen.“, so beschreibt es Jeanette. Hauptsache sei, dass man etwas selber macht und nicht zu Tiefkühlpizza oder Tütchen greift. 

Was ihren Blog außerdem ausmache: das Drumherum. Zu jedem Rezept gibt es immer auch einen kleinen, interessanten Text, in dem zum Beispiel das Produkt erklärt wird. 

„Spaß und Ausgleich“

Die Arbeit am Blog kostet natürlich Zeit. Das Kochen zähle sie nicht mal dazu, erklärt Jeanette. Aber Fotos machen, bearbeiten, schreiben, da kämen schon einige Stunden zusammen. Und dazu müssten auch noch die Social Media Kanäle bespielt werden. 

Das Kochen sei vor allem Spaß und Ausgleich für sie, sagt Jeanette. Am liebsten koche sie für ihre Familie, und das besonders an Weihnachten.

„Ich liebe es für viele Leute zu kochen. Wenn’s dann auch so richtig stressig in der Küche zu geht und alles fertig werden muss, das finde ich super.“

Sie genieße es außerdem, wenn dann die ganze Familie zusammenkommt und man bei einem tollen Essen zusammensitzt. Das sei so etwas „unglaublich Schönes, Kommunikatives.“

Inspirationsquellen für leckere Rezepte

Inspiration für neue Gerichte holt Jeanette sich von Foodblogs, aus Kochbüchern und Kochzeitschriften. Grundsätzlich koche sie aber selten andere Rezepte direkt nach, sagt Jeanette. „Das meiste ist entweder so frei nach Schnauze oder irgendwo gefunden und dann abgewandelt“. 

Ein Vorgehen, das sicherlich nicht für einen unerfahrenen Kochanfänger geeignet ist. Irgendwann bekomme man ein Gefühl dafür, wie man Dinge kombinieren und zubereiten kann, erklärt Jeanette. Dabei gelingt natürlich nicht immer alles. „Es geht auch oft genug mal was schief, das ist ganz klar“, ab und zu denke man sich dann auch „ok, das war jetzt nichts“. 

Lieblingsessen? Auch Foodblogger schätzen alt Bewährtes

Wenn man schon mal mit einer Foodbloggerin spricht, dann möchte man natürlich auch wissen, was ihr persönliches Lieblingsrezept ist. Jeanette setzt da auf einen alten Klassiker: Spaghetti Bolognese. 

Als beliebtes Rezept von ihrem Blog empfiehlt sie außerdem den Zitronen-Mohn-Kuchen. Der komme immer gut an und sei außerdem jahreszeitenunabhängig.

 

 

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