Coronavirus: Studis gründen Einkaufshilfe

17.03.2020
Freizeit, Campus-News
hr

Damit kein Einkaufswagen leer bleibt, gründen Mainzer Studis Initiativen, um Risikogruppen zu unterstützen.

Der Aushang soll den Bekanntheitsgrad der Initiative steigern.

Die Studentinnen Anna und Luise bieten ihre Unterstützung in der Hausgemeinschaft an.

Einkaufen, zur Apotheke gehen oder den Hund ausführen: In Mainz schließen sich Ehrenamtliche zusammen, um Alltagserledigungen für Menschen zu übernehmen, die zur Risikogruppe des Corona-Virus zählen. Eine JGU-Studentin zeigte dabei als eine der ersten Initiative.

Innerhalb kürzester Zeit haben sich in Mainz Initiativen gegründet, die in Zeiten der Corona-Pandemie Alltagserledigungen für ältere,  vorerkrankte oder besonders gefährdete Menschen übernehmen – unbürokratisch und unentgeltlich.

Einfallsreich werden dabei auch Mainzer Studierende. Die Mainzer Biologie-Studentin Alena Haub initiierte am vergangenen Freitag den Gruppenchat "Einkaufshilfe Mainz"  auf WhatsApp und Telegram. Innerhalb von drei Tagen traten mehr als 200 Mainzerinnen und Mainzer dem Einladungslink bei und boten ihre Hilfe an. Die Idee ist, Einkäufe und Erledigungen für Mitmenschen zu übernehmen, die zur Risikogruppe des neuartigen Corona-Virus zählen, wie beispielsweise ältere Mitbürger oder Menschen mit eingeschränktem Immunsystem.

Eine Schulklasse in Österreich lieferte den Anstoß für Alena Haub, ein Hilfsangebot auch in ihrer Stadt auf die Beine zu stellen. Im Anschluss an eine lange Diskussionsrunde beschlossen eine Gruppe von Fünftklässlern in Wien, älteren Menschen bei Besorgungen zu helfen. Auf Twitter wurde die Biologiestudentin auf das Engagement aufmerksam: "Ich fand die Idee großartig und habe unter Freunden rumgefragt, ob es so eine Hilfsinitiative bereits in Mainz gibt." Als sie keine Gruppen in ihrer Stadt fand, gründete sie kurzerhand selbst eine.

Initiative will in Mainz sichtbarer werden

Im privaten Freundeskreis, dem Debattierclub der Uni und der Jugendorganisation der Grünen fand sie schnell Mitstreiter:innen, sodass die Gruppe der Ehrenamtlichen stetig wächst. Wer Hilfe benötigt, meldet sich per Mail oder Telefon bei der Studentin. Anschließend fragt sie in den Messenger-Gruppen, wer sich dem Hilfegesuch annehmen kann und klärt ab, wo Einkäufe entgegengenommen werden können oder ob es für Medikamente aus der Apotheke ein Rezept braucht. "Wir hatten bisher erst einen Einkauf, da hat das aber prima funktioniert", sagt Haub.

Da auch Bargeld oft keimbelastet ist, rät die Initiative, auf einen Einkauf mit Münzen und Scheinen zu verzichten. Wer Hilfe in Anspruch genommen hat, soll wenn möglich einen Überweisungsträger ausfüllen, statt dem Einkaufshelfer das Geld für die Einkäufe bar in die Hand zu drücken.

Eine Schwierigkeit sei momentan noch, Menschen aus der Risikogruppe auf das Angebot aufmerksam zu machen und auch außerhalb der Online-Welt sichtbar zu werden. Auch deshalb werden in den kommenden Tagen Radiosender und Lokalzeitungen über die "Mainzer Einkaufshilfe" berichten. Die Initiative hat aber auch einen Aushang gestaltet, der in der Stadt verteilt und aushängen wird.

Hilfsangebot unter Nachbarn

Die Publizistik-Studentinnen Luise und Anna richten ihr Hilfsangebot z.B. an Mitmenschen aus ihrer direkten Nachbarschaft. Die beiden teilen sich eine Wohnung in einem Mehrparteienhaus am Schillerplatz und haben am Wochenende einen Aushang im Hausflur angebracht. Jeder, der bei Erledigungen außerhalb der eigenen vier Wände auf Unterstützung angewiesen ist, kann sich bei ihnen melden und eine kurze Zettelnachricht in den Briefkasten werfen. "Im Haus wohnen zwar viele Studierende, aber auch eben ältere Menschen, denen wir unsere Hilfe anbieten", sagt Luise.

Auch wenn sich noch niemand bei Ihnen persönlich gemeldet hat, verstehen die beiden Studentinnen ihren Zettel als Zeichen an alle: "Wir stehen zusammen und wollen sichtbar machen, dass wir für die Hausgemeinschaft da sind – in den kommenden Tagen, Wochen oder Monaten."

"Campus Mainz hilft"

Inspiriert vom studentischen Engagement in verschiedenen lokalen Ortsgruppen hat auch Campus Mainz e.V. die WhatsApp-Gruppe "Campus Mainz hilft" erstellt. Sie soll der Vernetzung, dem Austausch und der gegenseitigen Hilfe dienen. Wer Hilfe benötigt oder anbieten kann, kann ihr über einen Einladungslink beitreten.

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