#Corona-Ersti: Zwischen Zwiebellook und Kopfhörern

14.01.2022
Studium
kn

MS-Teams, Zoom oder BigBlue-Button – die Programme für digitale Vorlesungen und Seminare werden in den kommenden Wochen der digitalen Lehre wieder mehr zu tun haben. Also heißt es: Tschüss Maske und Hallo schwarze Kachel!

2021 neigt sich dem Ende zu. Damit endet auch die erste Hälfte des Wintersemesters. Das neue Jahr bringt erneut die digitale Lehre mit sich – Zeit für ein letztes Resümee des ersten Campusfeelings.

Wintersemester 2021/22 - das erste Präsenzsemester seit Ausbruch der Corona-Pandemie. Doch damit kann schon bald wieder Schluss sein: Statt von Angesicht zu Angesicht - oder eher von Maske zu Maske - heißt es dann wieder "Hallo Bildschirm und schwarze Kacheln". Deshalb lohnt sich noch ein Blick auf die letzten Präsenzwochen, mit der leisen Hoffnung, dass das neue Jahr diese wieder zurückbringt.

Neue Fragen stellen sich

Während sich im digitalen Semester die Frage der Kleidung gar nicht gestellt hat (man munkelt sogar, dass einige Vorlesungen im Schlafanzug mitverfolgt wurden), war die Situation zuletzt eine andere: Neben dem ästhetischen Aspekt galt es vor allem, die Wettervorhersage und die Tatsache, dass in einigen Räumen regelmäßig gelüftet werden muss, zu berücksichtigen.

Reichte da ein Pullover oder war schon wieder Zeit für den allbeliebten Zwiebellook? Wären Handschuhe, Schal und Ohrenwärmer noch etwas übertrieben? Und wo waren überhaupt die Winterstiefel geblieben? – Alles wichtige Fragen, auf die es eine Antwort zu finden galt.

Bei einstelligen Temperaturen haben dafür die Masken auch einen Vorteil: Sie halten wenigstens das Gesicht mollig warm.

Analoge Gesichtserkennung

Nachdem die Suche nach den Räumen inzwischen geklärt war und sich in den meisten Sälen auch eine feste Sitzordnung eingebürgert hatte, konnte man den Blick in den vergangenen Seminaren weg vom Praktischen und hin zum Sozialen wenden: Wer sitzt denn da eigentlich neben mir?

Manche Dozent:innen machten das Kennenlernen etwas einfacher, indem sie zu Beginn einer Veranstaltung die Namen aller anwesenden Studierenden vorlasen und man dabei bereits bekannte Namen mit Maskengesichtern abgleichen konnte.

Wurde dies jedoch nicht gemacht, ging das fröhliche Raten los: Ist er/sie es oder ist er/sie es nicht? Kommt mir das Gesicht nicht irgendwie bekannt vor? Hatten wir letztes Jahr nicht ein Online-Seminar zusammen? Dabei gestaltete es sich manchmal gar nicht so einfach, den Pixelprofilen reale Gesichter zuzuordnen, beziehungsweise, was davon über der Maske zu erkennen war - also eher die entsprechenden Augen und Stirn. Daraus könnte sich fast ein neues Gesellschaftsspiel entwickeln...

Reset-Knopf gedrückt: Hallo Online-Seminare!

Wie bereits erwähnt, haben die meisten Dozent:innen inzwischen die Reißleine gezogen und, soweit dies möglich ist, die Seminare und Vorlesungen wieder in die digitale Welt verlegt. 

Ebenso sollen Prüfungen nun als Take-Home-Klausuren oder Videokonferenzen vorbereitet werden. Da es hierfür bisher keine eindeutige Linie der Universitätsleitung gibt, sondern nur die Empfehlung zur Umstellung auf hybride oder rein-digitale Inhalte ausgesprochen wurde, hat die Umstellung auch von Seminar zu Seminar variiert:

Einige Dozent:innen haben uns Studierende einfach per Mail darüber informiert, dass ihre Veranstaltungen ab sofort wieder vor dem Computer abgehalten werden, andere luden Online-Umfragen in LMS hoch und folgten daraufhin der Meinung der Mehrheit ihrer Studierenden (in meinem Fall lief dies in allen Fällen auf Homeoffice hinaus). Für andere bedeutete der erneute Anstieg der Corona-Fallzahlen wiederum überhaupt keine Veränderung – ihre Seminare fanden von vornherein nur digital statt.

Dies hat aber auch für mich bedeutet, dass vor den Weihnachtsferien sowohl Präsenz- als auch digitale Veranstaltungen anstanden, was etwas ungeschickt war, wenn sie an einem Tag direkt aufeinanderfolgten und die Zeit nicht ausgereicht hat, um zwischen Uni und Zuhause zu pendeln. Hierfür habe ich mir einen der ausgewiesenen, leerstehenden Arbeitsräume in den Gebäuden des Campus gesucht, um von dort teilnehmen zu können. 

In einem Fall ergab sich daraus die skurrile Situation, dass ich von zwei Seminaren am gleichen Tag mit gleich großer Teilnehmerzahl, die auch noch vom gleichen Institut im gleichen Saal abgehalten wurden, eines am Computer und eines analog verfolgen musste.

Die letzte Semesterwoche von 2021

Die meisten Studierenden und Dozent:innen meiner Kurse haben entschieden, sowohl die letzte Semesterwoche vor den Weihnachtsferien, als auch die erste Woche nach den Ferien in digitaler Form durchzuführen. Die Begründung hat für mich das Jahr 2021 etwas versöhnlicher gestimmt: Aus Rücksicht auf "Oma und Opa" wird so eine Kontakteinschränkung vor den Feiertagen möglich – gleiches gilt auch nach den Feiertagen für die Sicherheit der Kommiliton:innen nach vermehrtem Kontakt mit der Verwandtschaft.

Gerade in einer Zeit, in der man ständig von Nachrichten über pöbelnde Restaurantbesucher und "schlagfertige" Maskenverweigerer konfrontiert wird, hat mich diese Einstellung hoffnungsvoll gestimmt.

Damit wünsche ich allen Mitgliedern der JGU einen guten Start ins neue Jahr – mit etwas Glück wird man sich im nächsten Jahr als "Präsenzzweiti" (mit nicht viel mehr Erfahrung als ein Präsenzersti) wiedersehen.

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