CampusGrün kritisiert PolBi-Referentin

13.02.2019
Campus-News, Studium
hr

Kotrovers diskutiert: Facebookpost von PolBi-Referentin Ninve Ermagan (r.), der sie mit Publizistin Birgit Kelle zeigt.

CampusGrün tritt eine Kontroverse zwischen den politischen Hochschulgruppen los. Ihre Kritik richtet sich gegen Ninve Ermagan, Referentin für Politische Bildung (RCDS), und ihre Nähe zur Publizistin Birgit Kelle.

Anstoß der Oppositionskritik an der neugewählten Referentin Ermagan ist ein privater Facebook-Post der Politikstudentin vom 18. Januar 2019. Darin zeigt sich Ermagan berührt und beindruckt von einem persönlichen Treffen mit ihrer "Mentorin" Kelle. "Ich bin so dankbar, dass sie mich während meines Studiums begleiten wird und wirklich willig ist mir zu helfen", schreibt die Studentin öffentlich auf ihrer Facebook-Chronik.

Verhängnisvolle Freundschaft?

Ohne direkten Zusammenhang zu Ermagans hochschulpolitischer Arbeit und der des AStA der JGU, moniert CampusGrün nun das freundschaftliche Verhältnis zwischen der Referentin für Politische Bildung und der konservativen Journalistin Kelle – nach Auffassung von CampusGrün "eine Galionsfigur der Neu-Rechten". In der Pressemitteilung heißt es wörtlich dazu: "Diese [Kelle, Anm. d. Red.] hat beträchtliche Nähe zu AfD-Positionen und setzt sich gegen 'Gender-Ideologie und Sexualisierung unserer Kinder' ein. Ihre Agenda ist entsprechend wahlweise queer-, frauen- und homofeindlich." Die studierte Juristin Kelle schreibt Gastbeiträge und Kolumnen für die Tagezeitung Die Welt und den Focus. Jedoch auch in der Wochenzeitung Junge Freiheit publizierte CDU-Mitglied Kelle, die von Politikwissenschaftlern als "Sprachrohr der Neuen Rechten" eingestuft wird, stößt sich CampusGrün. In Richtung der 20-jährigen Ermagan lautet der Vorwurf: "Es ist einer Referentin für politische Bildung unwürdig, einen so reaktionären Standpunkt unkritisch stehen zu lassen."

Kelle kritisiert CampusGrün

Unter der geposteten Pressemitteilung haben sich in den vergangenen Wochen knapp 100 Kommentare gesammelt. Zahlreiche Statements stärken Ermagan den Rücken und rügen CampusGrün "für Intoleranz gegenüber Andersdenkenden". Auch Kelle selbst äußert sich zum Statement: "Es muss für die grünen Schneeflocken echt schockierend sein, dass es tatsächlich auch andere Meinungen gibt, als ihre eigene." Unterstützung erhielt CampusGrün aus der Oppositionsreihe. Die Hochschulgruppe Linke Liste teilte und "bekräftigte" die Kritik.

Keine Ruhe beim Referatsamt

Bereits zum wiederholten Mal steht das Referat für politische Bildung und deren Referenten im Blickpunkt. Nach der Einladung eines umstrittenen Redners trat im Juli 2018 Referent Robert Herr zurück. Sein Nachfolger Sascha Deisel machte wenige Wochen nach Amtsantritt mit einem Twitter Video Schlagzeilen. Das Video zeigte Deisel alkoholisiert am Abend des 80. Jahrestags der Reichsprogromnacht das umstrittene "Westerwaldlied" singend, das wegen seines Gebrauchs in der Wehrmacht 2017 aus dem Liederbuch der Bundeswehr entfernt wurde. Auch er wurde daraufhin zum Rücktritt von seinem Referentenposten gedrängt. Ninve Ermagan ist damit die dritte Referentin für Politische Bildung in der 69. Legislaturperiode des AStA.

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