Blick über den Campusrand: Studentischer Protest

09.03.2019
Studium, Internationales
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In Mainz demonstrieren neben Schülern auch Studis bei Fridays for Future für das Klima, an anderen Unis treiben sie andere Themen auf die Straße.

Während viele Mainzer Studis vielleicht noch über der Literatur für die nächste Hausarbeit brüten, dominieren an Unis rund um den Globus ganz andere Themen den studentischen Alltag.

Studieren? Nur ohne Verschleierung

Die Christian Albrechts-Universität in Kiel (CAU) hat ein Verbot über die Vollverschleierung des Gesichts in Lehrveranstaltungen erlassen. Auslöser war ein Konflikt zwischen einer muslimischen Studentin und einem Dozenten, berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ). Im Dezember 2018 erschien sie in einem Niqab in einem Tutorium, woran sich der Lehrende offenbar störte.

Das Präsidium der Hochschule begründete den Beschluss Ende Januar in einer Richtlinie: "Da ein Gesichtsschleier die[…] offene Kommunikation behindert, darf dieser in Lehrveranstaltungen, Prüfungen und Gesprächen, die sich auf Studium, Lehre und Beratung im weitesten Sinne beziehen, nicht getragen werden". Auf dem Campus ist das Tragen einer Vollverschleierung weiterhin erlaubt.

Laut FAZ hat die betroffene Studentin inzwischen angekündigt, juristisch gegen das Verbot vorzugehen.

#metoo an der Yale University?

Drei Studentinnen der Yale University in den USA verklagen die Eliteuniversität und neun ausschließlich männliche Studentenverbindungen wegen sexueller Belästigung und Diskriminierung. Ellie Singer, Anna McNeil und Ry Walker kritisieren die frauenfeindliche Stimmung auf dem Campus und beschweren sich, dass sich die Unileitung nie ernsthaft mit ihren Beschwerden auseinandergesetzt habe.

In einem Interview mit Spiegel Online erklärt eine der Studentinnen, wie sie selbst auf einer Party sexuell belästigt wurde und wie groß der Einfluss der Männerbünde an der Universität tatsächlich sei. Durch die Klage wollen die drei Frauen erreichen, dass „Frauen als vollwertige Mitglieder aufgenommen werden, dass sie in den Häusern der Verbindungen leben und von deren Netzwerken profitieren können“.

CBS berichtet, dass der Anwalt der Männerbünde die Vorwürfe zurückweise. Die Yale University wolle sich nicht zur Klage äußern.

Proteste in Algerien

In Algerien sind tausende Studierende auf die Straßen gegangen, um gegen Präsident Abdelaziz Bouteflika zu demonstrieren, berichtet die BBC. Der 81-Jährige regiert das Land seit 20 Jahren und hat nun seine Kandidatur für eine fünfte Amtszeit angekündigt, obwohl er seit einem Schlaganfall im Jahr 2013 kaum noch öffentlich auftritt. Infolgedessen kam es landesweit zu Protesten. In der Hauptstadt Algier setzte die Polizei Tränengas gegen die Demonstranten ein.

Mehrere Studentenschaften sprachen ihre Unterstützung für Bouteflika aus. Daraufhin beteiligten sich auch tausende Studierende an den Protesten und skandierten „nicht in meinem Namen“. Mittlerweile hat der algerische Präsident bekanntgegeben, auf eine fünfte Amtszeit zu verzichten. Die Wahl wurde auf unbestimmte Zeit verschoben.

Mit dem Semesterticket durchs Land

Während in Mainz immer wieder über ein landesweites Semesterticket diskutiert wird, ist die Einführung in Schleswig-Holstein nun beschlossen: Ab dem Wintersemester 2019/20 können die Studis den gesamten Nahverkehr im nördlichsten Bundesland und Hamburg nutzen.

Laut dem Norddeutschen Rundfunk (NDR) soll das Semesterticket schon zum Wintersemester 2019/20 eingeführt werden – und zwar als Handyticket. Eine Papiervariante könne man kostenlos beantragen. Für das Ticket würden zunächst 124 Euro pro Semester anfallen, zwei Jahre später würden die Kosten auf 148 Euro steigen. Das Land unterstützt das Projekt mit einer Anschubfinanzierung in Höhe von rund neun Millionen Euro.

Die Entscheidung war jedoch auch in Schleswig-Holstein nicht unumstritten: Die Studierendenparlamente zweier Hochschulen hatten zuvor die Einführung des landesweiten Semestertickets abgelehnt, andere hatten dafür gestimmt, berichtet der NDR. Größter Kritikpunkt sei der Preis gewesen, weil auch die Kosten für regionale Semesterticket, wie das der Kieler Verkehrsgesellschaft in Höhe von knapp 60 Euro, nicht entfallen.

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