Blick über den Campusrand: Rund ums Geld

25.09.2018
Studium, Campus-News
af

It's all about the money: Von Gjostwritern bis Studiengebühren.

Der typische Student der JGU nutzt sein knappes Studentenbudget, um das bisschen Freizeit, das ihm neben dem harten Uni-Alltag bleibt, zu genießen. Andere deutsche Universitäten zeigen: Es gibt auch alternative Investitionsmöglichkeiten.

Ghostwriter für Abschlussarbeiten

Wer bereit ist, für viel Geld die Kontrolle aus der Hand zu geben, kann für seine Abgaben jemand anderen anheuern. Ein paar Hundert Euro für eine Seminararbeit, bis zu Zweitausend für eine Abschlussarbeit – diese Preise nennt ein anonymer Ghostwriter im Gespräch mit der Zeit, damit die Auftraggeber seine Texte als eigene Leistung einreichen können.

An Aufträge komme er in der Regel durch Empfehlungen. Obwohl er häufig fachfremde Arbeiten schreibt, seien die Ergebnisse immer überdurchschnittlich ausgefallen, da ihm das Schreiben leicht falle und wissenschaftliche Arbeiten grundsätzlich nach dem gleichen Schema aufgebaut sind.

Gewissensbisse habe er dabei nicht. Er bezeichnet die Universität als durchökonomisierte Institution, in der Schnelligkeit und Effizienz stärker gewichtet würden als die Vorbereitung auf den Beruf und die persönliche Entfaltung der Studierenden. Er befreie seine Kunden von einer unnützen Last.

Grundsätzlich kann das Schreiben wissenschaftlicher Arbeiten für Andere nicht geahndet werden. Der Auftraggeber jedoch riskiert ernste Konsequenzen, wenn er in der beigefügten eidesstattlichen Erklärung zu Unrecht angibt, die Arbeit selbst verfasst zu haben. Dies gilt als Verstoß gegen die Prüfungsordnung und wird als Täuschungsversuch gewertet. In schwerwiegenden Fällen kann der Betroffene dafür exmatrikuliert und in einigen Bundesländern mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 Euro belegt werden.

140 Millionen für Geowissenschaftsgebäude an der LMU

Die Süddeutsche Zeitung berichtet von den Plänen der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU), ein neues Gebäude für ihre Geo- und Umweltwissenschaftler zu bauen. Dort sollen ab 2025 die Forschungsgebiete Geologie, Paläontologie & Geobiologie, Mineralogie, Kristallographie sowie Geophysik der LMU Platz finden. Außerdem sollen dort die geowissenschaftlich ausgerichteten Staatssammlungen Bayerns ausgestellt werden, um das Forschungsgebiet gegenüber der Öffentlichkeit zu repräsentieren.

Der in einem Architektenwettbewerb ausgewählte Entwurf zeigt ein fünfstöckiges, leicht geschwungenes Gebäude mit einer modernen Fassade aus Beton, Stahl, Aluminium und Glas. Auf 18.000 Quadratmetern möchte der Architekt neben der Ausstellungsfläche eine Cafeteria, eine Bibliothek sowie Büros und Labore für die aktuell rund 500 Studierenden und 111 WissenschaftlerInnen unterbringen.

Teure Studiengebühren für Nicht-EU-Mitglieder

Während bayrische Universitäten offenbar zu viel Geld übrig haben, müssen einige Studierende in Baden-Württemberg für ihre Bildung hungern. Wer aus einem Land außerhalb der EU stammt, muss seit dem vergangenen Wintersemester 1.500 Euro Studiengebühren pro Semester aufbringen.

Die daraus gewonnenen Einnahmen will das Wissenschaftsministerium verwenden, um durch Betreuungsprogramme für ausländische Studierende, wie Deutschkurse und Mentorenprogramme, entstehende Kosten auszugleichen.

So soll einer Verschuldung entgegengewirkt und laut Juliane Besters-Dilger, Prorektorin für Studium und Lehre an der Uni Freiburg, verhindert werden, dass das Budget für Hochschulen insgesamt eingeschränkt wird. Als weiteren Grund für das teure Bildungsangebot gibt das Ministerium an, Universitäten würden durch europäische Steuergelder finanziert und die Eltern ausländischer Studierender würden demnach nichts zur Finanzierung beitragen.

Die Folgen zeigen sich schon jetzt: Einen aus dem Balkan stammenden Biologiestudenten der Freiburger Universität treiben die hohen Studiengebühren, die zu den teuren Lebenshaltungskosten und finanziellen Anforderungen aufgrund von Visa-Bestimmungen hinzu kommen, beispielsweise an die Grenze des Existenzminimums, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet. Obwohl er neben dem Vollzeitstudium jeden Gelegenheitsjob annimmt, den er bekommen kann, bleiben ihm nur zwei Euro pro Woche für die Ernährung und kaum Zeit, sich auf die Studieninhalte zu konzentrieren.

Der Studierendenrat der Uni Freiburg bezeichnet die Studiengebühren als diskriminierend und "in jeder Form ungerecht". Tatsächlich führe die Erhöhung dazu, dass Interessenten ausländischer Herkunft sich gegen ein Studium in Baden-Württemberg entschieden und die wissenschaftliche und kulturelle Vielfalt an Hochschulen abnehme. Daher unterstützt der Studierendenrat Freiburg zwei der Betroffenen bei einer Verfassungsklage gegen die Neuerungen des Studiengebührengesetzes.

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