Blick in den Kühlschrank - Wohnen mit dem Partner

26.04.2016
Wohnen, Wohnblog
Jana

Hier wird bei Jana gekocht.

Freitagnachmittags herrscht schon mal Leere im Kühlschrank.

So sieht ein typischer Einkauf am Wochenende bei Jana und ihrem Freund aus. Viel Obst und Gemüse darf dabei auf keinen Fall fehlen.

Gesammelte Werke an Einkaufszetteln.

Was isst der Studi von heute? Wohnbloggerin Jana widersetzt sich gängigen Klischees und erzählt vom Einkaufen und Kochen mit ihrem Freund.

Selber kochen, oder was?

Studieren, das inkludiert in der Vorstellung vieler Menschen Essen in der Mensa, Tiefkühlpizza und Fertiggerichte. In einer Welt, in der an jeder Ecke Essen fast jeder Geschmacksrichtung zu günstigen Preisen angeboten wird, ist kochen zu können absolut keine Notwendigkeit mehr. Aber während auf der einen Seite Fast-Food boomt, liegt auf der anderen Seite gesundheitsbewusstes Ernähren und „selber machen“ voll im Trend – auch bei Studierenden. 

Mein Freund und ich gehören eindeutig eher der zweiten Sparte an. Wir kochen stundenlang Chili con Carne ein, machen Rotkraut aus frischem Rotkohl und wenn es mal Pizza gibt, dann bitte selbstgemacht (ja, auch der Teig). Fleisch wird selbst mariniert und Gemüse frisch geschnitten. Tiefkühlware (außer Gemüse oder Fisch) und Fertiggerichte – man kann es sich denken – gibt es hier nur selten. (Aber nicht nie.)

Ich habe immer gerne gekocht und probiere mich auch an aufwändigeren Gerichten, verschiedenen Landesküchen oder ausgefallenen Kochrichtungen. Dem Klischee der Studentin, die entweder gar nicht kocht oder erst mal zu Hause anrufen muss, um zu erfragen, wie man Nudeln kocht, entsprach ich schon als Ersti nicht. Auch in der Mensa findet man mich nur selten und wenn, dann hat das  eher soziale als kulinarische Gründe. 

Kochen, planen, einkaufen – Zusammen oder getrennt? 

Da ich gerne koche und auch mehr Zeit habe als mein Vollzeit arbeitender Freund, liegt das Kochen – zumindest werktags –  in den meisten Fällen bei mir. Der Vorteil: Ich sitze am längeren Hebel und habe mehr Einfluss darauf, was es zu essen gibt. Ansonsten gäbe es bei uns wohl öfter Nudeln mit Tomatensoße und weniger Frisches. Nicht, weil mein Freund nicht kochen kann, sondern weil er nach einem langen Arbeitstag wenig Lust hat, sich in die Küche zu stellen und Gemüse zu schnibbeln. Dafür lädt er mich dann auch mal zum Essen ein – ein guter Deal, wie ich finde. 

Am Wochenende planen wir gemeinsam, was wir essen wollen und gehen dann auch zusammen einkaufen. Am liebsten würde ich einen richtigen Wocheneinkauf machen, bei dem man dann wirklich alles für die nächste Woche besorgt. In der Realität gehen wir dann aber doch jeden zweiten Tag zum Supermarkt, um noch schnell etwas zu besorgen. 

Qualität statt Quantität 

Wo und was wir einkaufen, wird bei uns von zwei Aspekten dominiert: Erstens welcher Supermarkt sich in der Nähe befindet und zweitens die Qualität der Produkte.

Hierbei herrschte bei uns von Anfang an Einigkeit. Wir sind beide keine Fans von Discountern und kaufen gerne regionale oder Bio-Produkte. Vor allem bei Fleisch und tierischen Produkten achten wir sehr auf gute Qualität. Dass Alnatura der nächstgelegene Supermarkt ist, ist dabei zwar praktisch, sprengt aber leider auch in regelmäßigen Abständen unser wöchentliches Einkaufsbudget. Zu Aldi und Co. gehen wir nie, das liegt aber auch daran, dass sich keiner in der Nähe befindet. 

Als echter zugezogener Mainzer liebe ich natürlich auch den Wochenmarkt. Mein Tipp: Kurz vor Schluss hingehen, dann wollen die Stände ihre Sachen loswerden und man bekommt das Gemüse kiloweise zu echten Studentenpreisen. Für uns lohnt sich das, denn Gemüse gibt es bei uns eigentlich zu jedem Essen. 

Hilfe, ich werde erwachsen

Was einen am Anfang des Studentenlebens schnell überfordern kann – kochen, einkaufen, den Haushalt organisieren – ist hier längst Routine geworden. Wir machen Essenspläne und stehen samstagvormittags zusammen mit hunderttausend anderen Menschen bei Rewe an der Kasse. Hektisch samstagabends um fünf vor zehn noch den Supermarkt stürmen? Gibt es bei uns nicht. Morgens Toast mit sauren Gurken und Ketchup essen, weil nichts anderes im Kühlschrank ist?  Würde hier nie passieren. 

Erwachsenwerden ist mehr als volljährig zu sein und auszuziehen, sondern vollzieht sich schleichend und macht sich in vielen Kleinigkeiten bemerkbar. Für sich selbst zu planen, einzukaufen und zu kochen ist ein Teil davon. Und ja, darin bin ich wohl schon ziemlich erwachsen.

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