AStA für Erstis

11.05.2019
Studium, Ersti-Hilfe...
aw

Infografik, die die studentische Selbstverwaltung mit ihren verschiedenen Organen beschreibt.

Du bist Ersti und hörst ständig vom "AStA", "ZeFar" und anderen merkwürdig klingenden Abkürzungen, mit denen du irgendwie nicht viel anfangen kannst? Vielleicht bist du auch schon ein "Alter Hase" an der Uni und läufst jedes Semester wieder an den Wahlkabinen und den zahlreichen Werbeplakaten zur Wahl vorbei, weißt aber irgendwie doch nicht so genau, wie das Ganze funktioniert? Hier gibt es einen kleinen Überblick.

"Politische Selbstverwaltung an der Uni - wie funktioniert das eigentlich?"

Zunächst einmal gibt es da die sogenannte "Verfasste Studierendenschaft". Damit ist die Gesamtheit aller Studierenden der Universität gemeint. Du bist also auch Mitglied der Verfassten Studierendenschaft, ohne dass du dafür etwas anderes tun müsstest, als an der Uni eingeschrieben zu sein. "Verfasst" heißt nur, dass das Ganze durch die Hochschulverfassung oder ein Gesetz geregelt ist. Wenn sich alle Studierenden der Universität zusammenfinden, spricht man von der "Vollversammlung". Diese wird in jedem Semester einberufen, damit die Vertreter und Vertreterinnen der Studierenden in den verschiedenen Gremien, beispielsweise dem AStA, über ihre Arbeit informieren und Rechenschaft gegenüber der Studierendenschaft ablegen können.

Ihre Vertreter und Vertreterinnen wählen die Studierenden bei der Wahl zum Studierendenparlament (StuPa). Diese findet jedes Sommersemester zwischen Ende Mai und Anfang Juni statt. Prinzipiell kann sich jeder Studierende zur Wahl stellen, de facto stellen aber meist die politischen Hochschulgruppen die Kandidaten. Das StuPa wählt dann den sogenannten "AStA", den Allgemeinen Studierendenausschuss. Das Ganze kann man mit den Bundestagswahlen in Deutschland vergleichen. Ähnlich wie im Bundestag schließen sich im StuPa meist Hochschulgruppen zu einer Koalition zusammen. Diese hat dann die Mehrheit der Sitze inne und stellt somit den AStA. Um Referentin bzw. Referent des AStA zu werden, ist es allerdings nicht zwingend notwendig, im StuPa zu sitzen.
Genau genommen kommt so aber nur ein Teil des AStA zusammen - der politische Teil. Dieser gliedert sich in verschiedene Arbeitsbereiche (Referate)  zum Beispiel Kultur, Finanzen, Soziales  mit jeweils mehreren Referentinnen und Referenten.

Zum anderen besteht der AStA aus einem sogenannten autonomen Teil. Durch diesen werden die Interessen bestimmter Gruppen vertreten, beispielsweise Frauen oder ausländische Studierende. Diese Gruppen wählen ihre Vertreter und Vertreterinnen direkt  so wählt zum Beispiel die Versammlung aller Studentinnen das Frauenreferat. Zu dem autonomen Teil zählt außerdem das Fachschaftenreferat. Dieser wird vom "ZeFaR"  dem zentralen Fachschaftenrat  gewählt.
Der ZeFaR besteht aus Vertretern der Fachschaften, die von den jeweiligen Fachschaftsräten bestimmt werden. Er unterstützt die Arbeit der verschiedenen Fachschaften und kümmert sich beispielsweise um ihre Finanzen. Übrigens, wenn von Fachschaften die Rede ist, kann es schnell zu Missverständnissen kommen: Genau genommen besteht eine Fachschaft nämlich aus allen Studierenden des Faches. Diese wählen den Fachschaftsrat. Dieser wiederum wird häufig nur "Fachschaft" genannt.

Und was hat das mit mir zu tun?

Dass viele Studis sich nicht für Hochschulpolitik interessieren und der Ansicht sind, dass sie das auch irgendwie nichts anginge, wird an der Wahlbeteiligung deutlich, die regelmäßig sehr niedrig ist. Im vergangenen Sommersemester lag sie bei nur 10,5 Prozent.  Für das Nicht-Wählen gibt es sicherlich verschiedene Gründe. Eine denkbare Motivation  bzw. Nicht-Motivation  lautet vermutlich "Das betrifft mich sowieso nicht" oder "Davon merke ich im Alltag ohnehin nichts." Das stimmt aber nicht. Natürlich merkt man nicht ständig und überall, was genau der AStA eigentlich so treibt. Aber genauer betrachtet, betrifft es uns als Studis doch sehr direkt. Ein paar Beispiele:

Semesterbeitrag und Semesterticket

Der Semesterbeitrag wird im kommenden Wintersemester bei 322,18 Euro liegen. Der größte Teil davon geht an den AStA und wird von diesem verwaltet, verteilt und eingesetzt. Der höchste Posten wird für das Semesterticket aufgewandt. Schon seit längerem wird darüber debattiert, ob der Geltungsbereich für das  Mainzer Semesterticket auf ganz Rheinland-Pfalz ausgeweitet werden soll.

Studigruppen

Ehrenamtliches Engagement macht sich gut im Lebenslauf, das hört man als Studierender regelmäßig. Die verschiedenen Hochschulgruppen bieten dazu eine super Möglichkeit. Natürlich kannst du auch selbst eine Gruppe gründen. Aber wer bezahlt das eigentlich? Auch hier kommt der AStA ins Spiel: Hochschulgruppen können nämlich eine finanzielle Förderung für ihre Projekte vom AStA beantragen.

Lesungen besuchen, Sommerfeste feiern, Nächte durchtanzen...

...und das umsonst oder zu günstigsten Preisen? Auch dafür ist der AStA zuständig, genauer gesagt das Kulturreferat. Es organisiert verschiedene kulturelle Veranstaltungen, die unter anderem von einem Teil des Semesterbeitrages finanziert werden, wie zum Beispiel das AStA Sommerfest, das letztes Jahr, nach einer einjährigen Pause, wieder stattgefunden hat.

All das betrifft dich und auf all das kannst du Einfluss nehmen  sei es über Wahlen oder über eine eigene hochschulpolitische Beteiligung. Es lohnt sich also, die Aktivitäten des AStA ab und an mal zu verfolgen und sich ein bisschen darüber zu informieren, wer da eigentlich Hochschulpolitik macht und damit unseren Studi-Alltag beeinflusst.

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