45 Millionen Euro für Universitätsmedizin Mainz

21.07.2021
Studium, Campus-News
hb

Die Universitätsmedizin Mainz erhält in den nächsten drei Jahren insgesamt 60 Millionen Euro. Die Höhe des Budget geht auch auf die Eigeninitiative der Studierenden zurück, die im Frühjahr 2020 für bessere Lehrbedingungen protestierten.

Die Landesregierung unterstützt die Universitätsmedizin Mainz mit 45 Millionen Euro. Damit soll die Ausbildung der Mediziner:innen gefördert werden. Doch nicht alle sind wunschlos glücklich darüber.

Die Universitätsmedizin der JGU Mainz erhält vom Land Rheinland-Pfalz eine Förderung von 45 Millionen Euro. Dies teilte die Pressestelle der Unimedizin mit. Darüber hinaus wurde die Finanzierung für die Jahre 2021 bis 2023 um 5 Millionen Euro erhöht. Mit der einmaligen Summe von 45 Millionen Euro und der Erhöhung der Finanzierung in den nächsten drei Jahren, stehen der Universitätsmedizin insgesamt 60 Millionen Euro mehr als sonst zur Verfügung. 

Der Landtag hat bereits in der vergangenen Legislaturperiode die finanzielle Unterstützung als Teil des zweiten Nachtragshaushalts 2020 beschlossen. Der Grund für das gesteigerte Budget sei dem ehemaligen Wissenschaftsminister Dr. Konrad Wolf zufolge der wichtige Beitrag zur Krankenversorgung, den die Institution währen der Corona-Pandemie in Rheinland-Pfalz leiste.

Zielvereinbarung legt Verwendung der Gelder fest

Die Verwendung der finanziellen Mittel wurde in einer Zielvereinbarung niedergeschrieben. Sie legt eine Erhöhung der Studienanfänger:innenplätze der Humanmedizin um 29 Plätze auf 225 pro Semester fest. Gleichzeitig wird "die Lehrkapazität der Human- und Zahnmedizin in den nächsten drei Jahren abgesichert." Im Zuge dessen sollen neue Ausbildungs- und Prüfungsordnungen in Kraft treten können. Die Universitätsmedizin solle insgesamt organisatorisch wie wirtschaftlich entlastet werden. 

Die Vereinbarung haben der ehemalige Wissenschaftsminister Dr. Konrad Wolf, JGU-Präsident Prof. Dr. Georg Krausch und der Vorstandsvorsitzende und Medizinische Vorstand der Universitätsmedizin, Prof. Dr. Norbert Pfeiffer, unterzeichnet

Mit dem Medizincampus Trier haben Medizinstudierende der JGU seit dem Wintersemester 2020/21 zusätzlich die Möglichkeit, ein praktisches Jahr an einem der dortigen Kooperationskrankenhäuser zu absolvieren (campus-mainz.net berichtete). 

Finanzierungsprobleme führten zu Protesten

Anfang 2020 hatte die Universitätsmedizin noch mit mehreren Problemen zu kämpfen. Dazu gehörten veraltete Technik und Gebäude sowie allgemeine Finanzierungsprobleme. Im Januar 2020 waren auch Studierende auf die Straße gegangen, um u. a. gegen die in ihren Augen unzureichenden Betreuungsverhältnisse während des Studiums zu protestieren (campus-mainz.net berichtete). 

Seit dem Protest hat sich für die Studierenden, laut der Initiative #lehreamlimit der medizinischen Fachschaftsräte an der JGU viel in der Kommunikation mit der Landesregierung getan. Auch Staatssekretär Denis Alt führt die Verbesserungen der Initiative zufolge auf die Proteste zurück. Auf diese Entwicklung sei man sehr stolz, teilten die Initiator:innen auf Anfrage mit. So würden die neuen Gelder aufgrund der studentischen Initiative und der Demonstration in der aktuellen Summe ausfallen. 

Die Vertreter:innen von #lehreamlimit begrüßen die neuen Studienplätze und die neuen Möglichkeiten, die der Medizincampus Trier ihrem Studium gibt. Dennoch haben sie Angst vor einem Qualitätsverlust, da die zusätzlichen Studienplätze nicht in dem benötigten Maß gegenfinanziert seien.

"Etwas missmutig" stimme auch, dass der Budgetzuwachs eher der Forschung als der Lehre zugutekomme. Die Initiative kann jedoch auch dem Zustrom an Forschenden, der durch das höhere Budget erleichtert wird, etwas abgewinnen – denn so können Studierende etwa "Einblicke in den wissenschaftlichen Diskurs erhalten". Die studentischen Vertreter:innen hoffen jedoch, dass im Haushalt des kommenden Jahres wieder mehr Mittel für die Lehre zur Verfügung stehen und das Verhältnis so ausgeglichen wird. 

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