1001 Wege für Geisteswissenschaftler

30.07.2019
Studium, Arbeit
dr

Geisteswissenschaftler haben genau jene Kompetenzen, nach denen ein vielseitiger und globaler Arbeitsmarkt fragt.

Bei der Frage "Was macht man später damit?" stellen sich den meisten Studis der Geisteswissenschaften die Haare zu Berge. Dabei stehen die Jobchancen überhaupt nicht schlecht.

Viele Student:innen der Geisteswissenschaften wählen ihr Studienfach zunächst ohne ein konkretes Berufsziel. Während die einen sich aus reinem Interesse für das Studium der Linguistik, Philosophie, Ethnologie o. a. entschieden, machen andere ihr Lieblingsfach aus der Schulzeit zum Studium an der Uni. Diese Entscheidung bedeutet jedoch nicht, dass man später keine Optionen auf dem Arbeitsmarkt hat, so Magdalena Palka, Studienberaterin des Career-Service an der JGU im Deutschlandfunk.

Mut zu den eigenen Interessen

Die eigenen Interessen ernst zu nehmen führe dazu, auch überraschende Berufsfelder kennen zu lernen und dabei noch sehr gute Berufsaussichten zu haben, meint die Studienberaterin, die selbst Pädagogik, Soziologie und BWL studiert hat. Denn für viele Arbeitsgeber zählen vor allem Grundfertigkeiten wie das Erlernen von Fremdsprachen, das wissenschaftliche Schreiben oder gar die Arbeit in der Bibliothek, die das Studium eines geisteswissenschaftlichen Fachs vermitteln. So entwickeln sich Absolvent:innen zu eigenständigen und teamfähigen Persönlichkeiten, die sich in die verschiedensten Themen einarbeiten können – also genau jene Menschen, die ein vielseitiger, globaler Arbeitsmarkt braucht.

Nur irgendwas mit Medien?

Die Universität Regensburg veröffentlichte 2010 in Zusammenarbeit mit der IHK Würzburg-Schweinfurt und der Universität Würzburg einen Leitfaden für Studierende, in dem alle möglichen Berufsfelder für Geisteswissenschaftler vorgestellt werden. Neben den bekannteren Berufen im Medienbereich, z. B. Verlagswesen, Werbung, Marketing oder Journalismus, werden auch Möglichkeiten aufgelistet, die gemeinhin nicht an Geisteswissenschaftler:innen denken lassen, wie Politik und Stiftungen, Regierungsorganisationen, Unternehmensberatung oder Meinungs- und Umfragenforschung.

Die Qual der Wahl

Wir haben den Career-Service getroffen und für dich gefragt, wie und wann man sich als Geisteswissenschaftler:in am besten für die Berufswelt stark macht. Laut Projektmitarbeiterin Magdalena Palka finden alle Akademiker:innen in der Regel innerhalb von vier Monaten bis einem Jahr eine akademikeradäquate Anstellung.  Um einen möglichst entspannten Übergang vom Studium in die Berufswelt zu haben, ist es von Vorteil sich schon frühzeitig mithilfe der Workshops oder Veranstaltungen des Career-Service zu informieren. "Was will ich und was kann ich?", das ist laut Palka für jeden Studi die wichtigste Frage.

Um daraufhin ein passendes Berufsfeld zu finden, bietet der Career Service ein vielfältiges Angebot wie Praktikumsworkshops, die jährliche Frühjahrs- und Herbstuniversität, bei der Schlüsselqualifikationen erworben werden können, oder die Messe zum Thema Auslandspraktikum in Zusammenarbeit mit der Abteilung Internationales (Referat Outgoing) im November. Zudem können Studis jederzeit telefonisch ein Beratungsgespräch vereinbaren. Dabei ist es nicht wichtig, ob man schon einen konkreten Plan für den späteren Berufsweg hat oder man ganz unvorbereitet in die Beratung kommt.

Das A und O …

… ist die Berufserfahrung. Da Praktika eine immer wichtigere Rolle spielen, sind sie in einigen geisteswissenschaftlichen Fächern schon verpflichtend, um den Bachelor absolvieren zu können. Auch wenn das Absolvieren von Praktika im Studienverlauf nicht immer einfach ist, sind sie doch sinnvoll, um sich auf dem Arbeitsmarkt zu orientieren oder erste Praxiserfahrungen zu sammeln. Außerdem kann hier schon Fachwissen aus dem Studium angewendet und es können Kontakte geknüpft werden. Für den Bewerbungsprozess, der für viele Studis noch Neuland ist, bietet der Career-Service ebenfalls Möglichkeiten, sich im Schreiben von Lebensläufen oder Bewerbungen und im Führen von Bewerbungsgesprächen zu üben. Aber auch Nebenjobs, bei denen man z. B. Kontakt mit Kunden hatte, sind interessant für potenzielle Arbeitgeber und gehören in den Lebenslauf. Ebenso verweisen Ehrenämter auf praktische Erfahrung, die gern gesehen werden.

Die Aussichten für Geisteswissenschaftler:innen nach dem Studium einen guten Job zu finden, sind also nicht schlecht. Nichtsdestotrotz sollten sich Studis schon während des Studiums Gedanken über mögliche Berufsfelder machen und sich an der Universität oder im Internet über die Vielfalt an Möglichkeiten informieren.

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