Umweltschutz to-go? Der ConCup an der Uni Mainz

01.12.2017
Essen, Campus-News...
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Einwegbecher oder ConCup?

Spätestens seitdem es neben ihm keine Alternative mehr in der Mensa des GFG gibt, kennt man ihn auf dem Campus Mainz: den ConCup. Das "Con" steht kurz für "Convenience", was sich auf die angestrebte Einfachheit in der Benutzung des Bechers bezieht.

 

Die nachhaltige Alternative zu Einwegbechern?

Für einen Euro Pfand kann der ConCup bei allen teilnehmenden Mensen, Bäckereien und Cafés anstelle von Plastik- und Pappbechern erworben und nach Gebrauch wieder abgegeben werden. Anschließend wird der Cup gründlich gespült, um an den nächsten Kunden ausgegeben zu werden – und das bis zu 250 Mal.

Das Konzept stammt von dem Mainzer Unternehmer Dan Brandes, der betont, dass der Cup von der Herstellung bis zur Entsorgung umweltfreundlich ist. Laut seinen Angaben wird der ConCup in Zusammenarbeit mit lokalen Firmen in Rheinland-Pfalz produziert und besteht aus Polypropylen, einem höchst recyclebaren und nachhaltigen Kunststoff. Für den Deckel wird aus hygienischen Gründen allerdings konventionelles Plastik verwendet.

Das werbefreie Design des Bechers sei mit dem beigen Farbton bewusst schlicht und neutral gehalten, damit Kunden den Cup wieder zurückgeben und nicht zu Hause weiterverwenden. Mehr als 36 Betriebe in und um Mainz nehmen an dem Projekt teil, darunter das Möhren Milieu und das Café Blumen.

In Deutschland werden stündlich 320.000 Coffee-to-go Becher verbraucht

Die Hochschulgastronomie Mainz übernahm Brandes’ Konzept, nachdem beim AStA vermehrt Forderungen von Studierenden nach mehr Nachhaltigkeit auf dem Campus eingegangen waren. Und das aus gutem Grund: Laut der offiziellen Firmenwebsite des ConCups werden täglich allein in Mainz bis zu 30.000 To-go-Becher nach einmaliger Benutzung entsorgt, deutschlandweit sogar bis zu 2,8 Milliarden Stück pro Jahr.

Die Deutsche Umwelthilfe listet auf, dass für die Produktion etwa 43.000 gefällte Bäume, 320 Millionen kWh Strom, 22.000 Tonnen Rohöl und 111.000 Tonnen freigesetztes CO2 benötigt werden. Das liegt vor allem daran, dass für Einwegbecher in der Regel keine Recyclingpapierfasern genutzt werden und die Innenseiten der Becher mit dem Kunststoff Polyethylen beschichtet sind, für dessen Herstellung Rohöl verwendet wird.

Für den Moment will Brandes sich mit dem ConCup noch auf Mainz konzentrieren, aber er plant das Projekt langfristig auch überregional auszudehnen.

Großer Erfolg auf dem Campus, aber nicht überall in Mainz

Auf dem Campus scheint der Becher gut anzukommen: Bisher wurden allein in den ersten zwei Wochen in den Mensen der Universität circa 4.200 Becher ausgegeben, von denen 4.000 wieder zurückgebracht wurden. Ein großer Erfolg für den Recycling-Becher, der aber sicherlich auch seiner Konkurrenzlosigkeit auf dem Campus geschuldet ist.

In der Stadt hält sich die Bekanntheit des Bechers jedoch noch in Grenzen. Die Landbäckerei Mayer neben dem Staatstheater unterstützt das ConCup System und präsentiert sowohl die beigefarbenen Cups als auch die herkömmlichen Einwegbecher neben dem Kaffeeautomaten. Laut einer Mitarbeiterin der Bäckerei haben in den letzten vier Wochen lediglich zwei Kunden nach dem ConCup gefragt. Der Becher sei den meisten Kunden noch unbekannt, doch die Bäckerei werbe auch nicht gezielt für das Mehrwegsystem.

Nicht alles am ConCup ist "convenient"

Der Leiter der Hochschulgastronomie Carsten Rast ist von dem Erfolg der ConCups überzeugt und gibt an, bisher noch keine Beschwerden wahrgenommen zu haben.

Jedoch bringt der Becher, gerade auch in der Benutzung, Nachteile mit sich, zum Beispiel wird er schnell sehr heiß. Als Lösung bietet ConCup auf der Website passgenaue Filzmanschetten für weitere 2,80 Euro an.

Ein weiteres Problem ist, dass gerade in der Mensa des Georg-Forster-Gebäudes die Zeiten des "schnell mal Kaffee holen" vorbei sind, so ein User auf Twitter. Zunächst muss man sich in der ohnehin zu Stoßzeiten stark überfüllten Mensa des GFG an der Kasse anstellen, um einen Becher zu kaufen, um im Anschluss erneut beim Kaffeeautomaten zu warten.

Ob der ConCup es nun langfristig schafft, über den Campus hinaus Papp- und Plastikbecher zu verdrängen, wird sich zeigen. Der Umweltschutz-Aspekt spricht auf jeden Fall klar für den Recycling-Becher. Es bleibt offen, ob sowohl bei den Studierenden als auch den Kunden der Bäckereien und Cafés in der Stadt der Wille zum Umweltschutz über die Bequemlichkeit siegt. Doch das Bewusstsein für Nachhaltigkeit ist zumindest bei den meisten vorhanden und so nutzen immer mehr Studierende mittlerweile eine dritte Möglichkeit: Sie bringen ihren eigenen Thermobecher mit in die Uni.

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