Praktikolumne | Sport auf dem Campus

04.08.2015
Freizeit, Sport...
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„Es wird Zeit für deine nächste Praktikolumne“, sagte mir meine Chefredakteurin vor vier Wochen. Ich darauf - völlig motiviert - „Ich hab schon ein Thema! Sport auf dem Campus“. Als ich diesen Satz aussprach, hatte ich noch keine Ahnung wie heiß die nächsten zwei Wochen werden würden. Meine Idee war es vier Wochen so viele neue Sportarten auszuprobieren wie möglich und mit einigen Kilos weniger auf den Hüften in die Semesterferien zu starten. Die Realität aber sah dann leider doch etwas anders aus.

Ein Spruch der meinen Sportsgeist widerspiegelt, lautet: „Im Sommer ist es zu heiß für Sport. Im Winter ist es zu kalt für Sport. Und dazwischen regnet es andauernd. Liegt also gar nicht an mir.“ Es ist ja nicht so, dass ich es nicht versucht habe eine Freundschaft mit dem Sport einzugehen. Mit 14 Jahren habe ich für zwei Jahre Taekwondo gemacht, den gelb-grünen Gürtel erreicht und als es dann darum ging, in den Ring zu ziehen und zu kämpfen, habe ich zum Greul meines Vaters, der leidenschaftlicher Taekwondo Meister ist, einen Rückzieher gemacht und alle Beziehungen zum Taekwondo beendet.

Seit jeher bin ich im Fitnessstudio angemeldet, die Betonung liegt auf angemeldet, denn besuchen tue ich das Fitnessstudio sehr unregelmäßig. Deswegen habe ich mir diese Praktikantenchallenge ausgesucht, denn es sollte eine Herausforderung sein und das war sie letzten Endes auch.

Sport bei 35 Grad Celsius

Es war die heißeste Juniwoche des Jahres als meine Challenge begann. Mit knappen 35 Grad startete ich die Woche mit einem sehr, sehr langsamen Lauf um den Sportplatz der JGU. Allein schon vom Stehen floss mir der Schweiß unter der glühenden Sonne runter, auch die kleinste Bewegung war anstrengender als zehnmal das kühle Treppenhaus zu meiner schönen Altbauwohnung hoch zu laufen, die sich im dritten Stock befindet.

Ich hielt es aber trotz der Temperaturen eine stolze Stunde aus, mal in Gehgeschwindigkeit, mal in Laufgeschwindigkeit und zugegebener Maßen die meiste Zeit in „schlender-Ich kann nicht mehr-Geschwindigkeit“. Danach habe ich mich mit einer Abkühlung in der Base Lounge belohnt, die sich praktischerweise direkt am Sportgelände befindet (Campus Mainz berichtete).

Die erste Woche

Weiter ging es in derselben Woche mit dem Konditionstraining. Der Trainer war anfangs etwas verwirrt, dass trotz der Temperaturen doch so viele zum Training erschienen sind und bedankte sich dafür mit den Worten „Ich werde das Training den Temperaturen anpassen und einen Gang zurück schalten“. Das klang wie Musik in meinen Ohren.

So wenig anstrengend er das Training auch gestalten wollte, für mich war es einige Nummern zu anstrengend. Und ich muss gestehen, ich habe das Training dann eine viertel Stunde vor Schluss verlassen. Für jemanden der wirklich kaum bis nie Sport macht, ist nicht nur die Trainingsphase spürbar, sondern auch der Tag danach.

Nach meinem Lauf um den Sportplatz hatte ich natürlich nicht großartigen Muskelkater. Beim Konditionstraining allerdings sah das etwas anders aus. Das hat mir dann für die gesamte Woche erstmal gereicht.

Muskelkater, blaue Flecken und Entspannung

Blaue Flecken habe ich mir beim Volleyball spielen eingefangen und auch einige böse Blicke von meinem Team, weil ich ohne Frage, der schwächste Spieler im Kurs war. Aber ich wollte diese schlechte Volleyballerinnerung so schnell wie möglich aus dem Kopf bekommen, also riss mich zusammen, und nahm am Beachvolleyball Teil. Mit Erfolg. Die Leute waren super, die Stimmung war entspannt, ich jedenfalls hatte meinen Spaß.

Das absolute Highlight meiner Praktikantenchallenge war das Fechten. Unglaublich wie schwer es ist Herrin über das Florett zu sein parallel dazu Beinspannung zu halten und sich gleichzeitig auf die Bewegungen des Gegners zu konzentrieren.

Von außen sieht Fechten sehr anmutig aus, wie eine Adelssportart, die Bewegungen sind gradlinig und grazil. In der Realität steckt ganz schön viel Körperspannung hinter den Bewegungen. Gelernt habe ich die Fechtbewegungen Quart und Sixt, sowie das Angreifen und natürlich den klassischen Fechtstand in L-Form mit Schritten vor und zurück. Den Fechtanzug kann man sich wie eine moderne Ritterrüstung vorstellen, stichfest und leicht. Heiß wird es aber trotzdem.
Abgeschlossen habe ich die vier Wochen Anstrengung mit Entspannung beim Yoga.

Zweimal die Woche Sport

Geplant waren dreimal die Woche irgendeinen Sport auf dem Campus auszutesten. Letzten Endes habe ich acht Sportarten ausgetestet: Laufen um den Sportplatz, Konditionstraining, Volleyball, Beachvolleyball, Bodyforming, Fechten, Schwimmen und Yoga. De Facto nur zweimal die Woche Sport.
In den vier Wochen bin ich an meine Grenzen gekommen, aber ich muss zugeben, dass es mir doch großen Spaß gemacht hat, den einen oder anderen Sport zu testen und das Sportprogramm der JGU überhaupt mal kennen zu lernen.

Nach diesen vier Wochen kann ich erhobenen Hauptes sagen „Schluss mit: Sport ist Mord“. Sport tut der Seele und dem Körper gut, die Anstrengung holt einen vom alltäglichen Stress runter und man fühlt sich trotz Muskelkater und blauer Flecken wohl.

P.S.: Auf Instagram habe ich die Sportchallenge unter folgenden Hashtags dokumentiert: #SportChallenge #PraktikantenChallenge #Praktikolumne #CampusMainz #CampusMainzRedaktion #JohannesGutenbergUniversität #JGU

 

 

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